Die Patenkinder im Yes we care! e.V.-Patenschaftsprogramm freuen sich an den Briefen ihrer PatInnen.

 

Die Patenkinder im Patenschaftsprogramm von Yes we care! e.V. freuen sich über die Briefe ihrer PatInnen


Besuch der Patenkinder von Yes we care! e.V.

und Planung eines zweiten Jungeninternats

in Pitseng, Lesotho, am 08. und 09.11.2017


Geschrieben von Irina André-Lang.


Sofort nach unserer Rückkehr aus Deutschland machen wir uns von Südafrika nach Lesotho auf den Weg. Wie immer machen wir am grenznah gelegen Ort Clarens Station, um zu übernachten, bevor wir früh am nächsten Morgen nach Lesotho einreisen. Und dort erhalten wir via E-Mail die wunderbare Nachricht: Sternstunden e.V. teilt uns mit, dass der Förderantrag, den Yes we care! e.V. für einen Zuschuss zum Bau eines zweiten Jungeninternats gestellt hatte, genehmigt wurde! Wir freuen uns unbeschreiblich: Jetzt können wir auf einer ganz anderen Basis die Verhandlungen der nächsten Tage führen! Überglücklich fahren wir am 8. November 2017 nach Lesotho hinein.


Die Jahrhundert-Dürre scheint schlimmer als je zuvor, es hat kaum geregnet… .... und alles ist staubig und trocken!

 

Unsere Freude wird dann sehr gedämpft, als wir den Zustand der Felder in Lesotho sehen: Die Jahrhundert-Dürre scheint schlimmer als je zuvor, es hat kaum geregnet und alles ist staubig und trocken!

 Die Menschen pflügen dennoch ihre Felder in der Hoffnung auf Regen!

 Die Menschen pflügen dennoch ihre Felder in der Hoffnung auf Regen!


 

Überall können wir den Transport von Wasser beobachten:
in Südafrika per Auto und in Lesotho per Ochsenkarren


In Pitseng angekommen, erspähen wir schon von der Straße aus das Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat, das ja erst im Februar 2017 eingeweiht wurde:

 

 

Dort treffen wir als Erstes die Bauunternehmer Alex and Mr. Thabo Sebele der Firma Tsiamo Constructions sowie den Solarexperten Anadola Tsiu der Firma Precise Technical Solutions aus Maseru, um den Bau des zweiten Jungeninternats zu besprechen. Auch Sr. Helena ist anwesend als Vertreterin der Sisters of Charity, denen der Baugrund gehört, sowie Mrs. Makabelo als Schulleiterin der Pitseng High School und Betreuerin der Yes we care! e.V.-Patenkinder, und Herr Thabiso Paku, Betreuer der Jungen im Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat.


 

Mr. Tsiu, Alex, Peter, Mr. Thabo Sebele, Mrs. Makabelo, Sr. Helena
und Mr. Thabiso Paku am Baugrund für das zweite Jungeninternat


Das zweite Jungeninternat soll genau parallel zu dem ersten gebaut und beide Gebäude mit einem gemeinsamen Zaun umzäunt werden. Die Baufirma ist in der Lage, noch im November 2017 mit dem Bau zu beginnen!


Die Solarprojekte am ersten Jungeninternat lassen leider - entgegen den Versicherungen von Mr. Tsiu – noch einiges zu wünschen übrig:


 

 Die Solarpumpe wurde an einem Brunnen installiert, der nicht genügend Wasser hat, und trotz einer teuren Solar-PV-Anlage muss durch zusätzlich angeschaffte Nothilfen für ausreichend Strom gesorgt werden, sodass die Jungen noch bis zum Schlafengehen lesen und lernen können.


Mr. Tsiu wird diese Projekte schnell korrigieren müssen, um den Auftrag für das zweite Jungeninternat von Yes we care! e.V. zu bekommen!


Mr. Paku führt uns im Jungeninternat herum und erzählt uns, wie glücklich die Jungen in ihrem Internat sind, das wie wirklich als ihr zu Hause ansehen:

 

 

Die Schlafzimmer sind geräumig und werden gut sauber gehalten.

 

 

Das Wohnzimmer ist das Zentrum des Internats und wird von allen Jungen in unserem Patenschaftsprogramm – auch denen, die nicht im Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat wohnen – genutzt.


Mr. Thabiso Paku mit den 48 Jungen,                     Diese Jungen warten alle auf das neue Internat! 

die im Bischof-Manfred-Müller-Internat wohnen.


Es besteht dringend Bedarf für ein zweites Jungeninternat, die Unterbringung aller anderen Jungen ist menschenunwürdig und ermöglicht kaum Chancen auf akademischen Erfolg!


 

 Die heruntergekommenen Häuser liegen zwischen Kuh- und Schweineställen


 

 Humor der Jungen: „Vereinigte Staaten der Ställe“!                            Vorbereitung auf die Abiturprüfung am nächsten Tag!


Mr. Paku, der von Yes we care! e.V. dafür bezahlt wird, dass er die Jungen im Bischof-Manfred-Müller-Internat betreut, ist Lehrer und bezieht alle Patenjungen in seine Nachhilfestunden mit ein, auch diejenigen, die leider noch auf einen Platz im geplanten zweiten Jungeninternat warten müssen.

 

 

 

Anschließend treffen wir uns mit der Schulleitung der Pitseng High School: Da Sister Alice im März 2017 die Schulleitung aus Krankheitsgründen abgeben musste, haben Mrs. Makabelo Tenane und Mrs. Mpho Makhalanyane, die ja gleichzeitig Betreuerinnen  unseres Patenschaftsprogramms sind und die wir liebevoll M&M nennen, diese Funktion übertragen bekommen. Sister Helena, die evtl. in Zukunft Schulleiterin werden soll, ist ebenfalls anwesend.

In diesem Treffen werden die Finanzen diskutiert und beschlossen. Im Schuljahr 2018 werden die Schulgebühren sowie die Gebühren für das Mädcheninternat erhöht. Auch die Examensgebühren, die von der Regierung in Lesotho festgelegt werden, sind 2018 höher als zuvor.

Die Folgen der Dürre für unsere Farmtier-Projekte an der PHS bedeuteten, dass fast alle Farmtiere geschlachtet werden mussten. Mit finanzieller Unterstützung von Yes we care! e.V. wurden Ende März 2017 450 Hühner neu angeschafft, momentan gibt es für die 663 SchülerInnen zweimal wöchentlich ein Ei beim Mittagessen. Da die Dürre weiter anhält, konnten bisher nicht wie geplant neue Schweine und Milchkühe gekauft werden. Dies wird erst möglich sein, wenn nach dem Ende der Dürre deren Versorgung gesichert sein wird.

 

 Nur ein paar wenige Schweinchen haben die Dürre überlebt!


Beim anschließenden kurzen Rundgang über das Schulgelände können wir die Folgen der schweren Dürre im Schulgarten beobachten:

Es wurde nichts angepflanzt, da es zu trocken ist, und der Kohl muss gekauft und zur Schule gefahren werden.


Am 9. November 2017 treffen wir dann 164 Patenkinder von Yes we care! e.V.:

Es ist immer wieder überwältigend, so viele Kinder auf einmal zu sehen, die alle zur „Yes we care!-Familie“ gehören. Sie sehen es auch selber so und sind stolz und froh, dabei sein zu dürfen. Mrs. Makabelo erzählt uns, dass bedürftige Kinder an der Pitseng High School oft deprimiert und krank seien, aber sobald sie sich durch eine Patenschaft bei Yes we care! e.V. sicher aufgehoben fühlen, werden sie selbstbewusster und sind gesund! Die Patenkinder können es kaum fassen, als wir ihnen von unserem Bauvorhaben für das zweite Jungeninternat berichten und freuen sich riesig – ganz besonders natürlich die Jungen, die bisher noch im alten Schul-„Internat“ untergebracht sind! Einer der Jungen hat auf Bestellung eigenhändig eine Trommel für die Bischof-Manfred-Müller-Schule in Regensburg hergestellt.

 

 

127 Patenkinder werden 2017 von PatInnen unterstützt, 26 davon in der Abitur-Klasse. 44 sind momentan auf unserer Warteliste. Die Gruppe wird jedes Jahr größer und wir suchen dringend weiter neue PatInnen.


 Ein Teil der GrundschülerInnen (mit ihrer Lehrerin), die neu auf die Warteliste

des YWC-Patenschaftsprogramms aufgenommen wurden.


Auch dieses Jahr gibt es wieder Weihnachts-Süßigkeiten, die extra von PatInnen gespendet wurden; sowie viele bunte Armbänder, die erneut von einer jungen mongoloiden Frau aus Österreich mit großer Liebe und viel Arbeit angefertigt wurden und große Freude auslösen! Vielen Dank an alle SpenderInnen!

 

 

Die 26 AbiturientInnen sind mit fast allen Prüfungen fertig und werden sich in wenigen Tagen endgültig von uns und der Pitseng High School (PHS) verabschieden. Wir werden sie vermissen und ihren Werdegang so gut wie möglich weiterverfolgen!

 

 Die 26 Yes we care! e.V.-AbiturientInnen des Schuljahres 2017 mit M&M


Auch dieses Jahr wurden alle Patenkinder, die über Augenprobleme klagten, entweder mit Augentropfen und Sonnenbrillen behandelt und/oder zur Untersuchung in die Hauptstadt Maseru transportiert. 11 von ihnen erhielten 2017 richtige Brillen.

 

 Alle 17 SchülerInnen im YWC-Patenschaftsprogramm mit Brillen


Nach unserer Rückkehr nach Südafrika erhalten wir den Vertrag von Sternstunden e.V., der uns nun auch „schwarz auf weiß“ einen großen Zuschuss zum Bau des zweiten Jungeninternats sichert. Wir freuen uns riesig und sind sehr dankbar!


Wir bedanken uns bei allen PatInnen für ihre Hilfe für bedürftige Kinder in Pitseng, Lesotho, und hoffen auf neue PatInnen für die vielen Kinder auf unserer Warteliste.


Einen guten Ausklang des Jahres 2017 und die besten Wünsche für das neue Jahr 2018!

 

Peter, Makabelo, Schüler und Mpho mit der selbstgebastelten Trommel für die

Bischof-Manfred-Müller-Schule in Regensburg

 

 


Siebte Mitgliederversammlung des Vereins Yes we care! e.V.

am 09.07.2017

 

Ein Teil der Mitglieder von Yes we care! e.V.:

Von links: Besucher Oliver mit Hündin Ayla, Ulrich und Elke Karpinski, Helga Ahlbach, Ulrich Schneider-Wedding und Gabriele Wedding, Ulrike Völkmann, Rolf Bürgers, Monika Witt, Peter Lang und Irina André-Lang


Am Sonntag, den 09.07.17, fand in Regensburg unsere siebte Mitgliederversammlung statt. Von derzeit 23 ordentlichen Mitgliedern konnten 10 anwesend sein.


Die Entwicklung vieler Projekte an der Pitseng High School und Pontmain Primary School, die sich der Verein Yes we care! e.V. in der letzten Mitgliederversammlung vorgenommen hatte, wurden besprochen:


Am 8. März 2017 wurde der 10. Hilfstransport nach Pitseng mit 6 deutschen Gästen durchgeführt, unter anderem unserem Ehrenmitglied Charlotte Forster und ihrer Tochter Annabelle sowie einer Patin. Das System für die Einführung unserer Hilfsgüter hat sich erneut geändert – verbessert – und so konnten wir zum Glück relativ problemlos und sehr schnell die Grenze passieren und nach Lesotho einreisen. Wie immer wurden Tonnen von (Schul-)Kleidung, Schreibwaren, Toiletten-Artikel, Schulranzen, Medikamente, Decken, Süßigkeiten und Obst mitgebracht.


 

 

Das Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat (BMMBBF) ist unglaublich schnell fertig geworden und die Jungen in unserem Patenschafts-Programm, die vorher unter menschenunwürdigsten Bedingungen lebten, konnten nach den großen Winterferien im August 2016 einziehen. Es ist inzwischen fast vollständig finanziert. Das Haus ist völlig unabhängig und „grün“, da Elektrizität und heißes Wasser durch Solarenergie zur Verfügung gestellt werden. Da es immer wieder zu wenig Strom in den Nachtstunden gab, wurden zusätzliche Batterien angeschafft und installiert. Leider gibt es weiterhin nicht ausreichend Strom, besonders an bewölkten Tagen. Es soll nun ein spezielles Gerät automatisch alle Stromfresser (wie z.B. den Kühlschrank und das Eisfach von Herrn Paku) an diesen Tagen abschalten.


                                Solarpanele für Strom und heißes Wasser                             Zusätzliche Batterien


Die Wasserversorgung soll durch eine Verbindung zum Brunnen der PHS sichergestellt werden und mit einer Solarpumpe soll das Wasser zum Jungeninternat und den Farmtieren gepumpt werden. Außerdem gibt es drei große Wasserbehälter, die das Regenwasser vom Dach des Baus auffangen. Für Wärme sorgt ein wunderbarer Kaminofen, der von der Schiller Realschule in Göppingen freundlicherweise für das Internat gespendet worden war und der nach Entfernung aller Verpackungsmaterialien im Inneren jetzt auch tadellos funktioniert!

 

 


Ein Zaun wurde zur Sicherheit des Hauses angefertigt und um das Haus herum gepflastert. Leider hat die Firma, die uns von der PHS empfohlen worden war, sehr schlechte Arbeit geleistet, sodass die Materialien bald erneuert werden müssen.


                                          Zaun und Pflasterung: ohne Fundamente und mit „zweifelhafter Drainage“

 

Es gibt Wäscheleinen und -Klammern im Garten.


 

 

Der Betreuer der Jungen, Mr. Thabiso Paku, wird von YWC dafür bezahlt, dass er sich um die Sicherheit der Jungen und des Internats kümmert. Er sorgt für Ordnung und hilft den Jungen bei ihren Schulaufgaben.


 

Mr. Thabiso Paku

 

Zur Unterhaltung der Jungen gibt es einen großen Fernseher mit DVD-Player, DSTV, zwei Tischfußball-Spiele, eine Power Gym (Fitnessgerät), jede Menge Spiele und zum Lesen ein Regal voller Bücher.


 

 

 

 

2 Schilder wurden in Südafrika angefertigt und am BMMBBF angebracht.


 

 

Die Kapazität des BMMBBF war für 40 Jungen angelegt, seit Januar 2017 leben aber bereits 48 Jungen dort – dafür wurde pro Schlafzimmer ein extra Doppelbett und zwei Spinde mehr angeschafft.

 

 

Trotzdem müssen momentan 6 Jungen aus unserem Patenschafts-Programm in den alten, menschenunwürdigen Behausungen der PHS unterkommen, da die Anzahl der SchülerInnen im Programm so rasant zugenommen hat.


 Die glücklichen 48 Jungen, die Raum im Internat gefunden haben. 6 Jungen warten noch auf eine menschenwürdige Unterbringung.

 

Wir wollen das Jungeninternat nicht überbelegen. Ein zweites Jungeninternat ist daher aus unserer Sicht dringend nötig, zumal sich die schulische Leistung der Jungen unmittelbar sehr verbessert hat, seit sie unter menschenwürdigen Bedingungen leben und lernen können! Die Sisters of Charity haben uns am 30. Mai 2017 die offizielle Erlaubnis erteilt, ein zweites Jungenhaus neben das existierende zu bauen.

 

Am 18. Februar 2017 fand die feierliche Einweihung des BMMBBF statt. Es war ein denkwürdiges Fest mit 16 deutschen Gästen (außer uns), davon 12 alleine von der Bischof-Manfred-Müller-Schule aus Regensburg, nach der das Internatsgebäude benannt wurde.

 

Schulleitung der PHS und Gäste bei der Eröffnungsfeier des BMMBFF

 

Chief Khethisa Tau und einige ehemalige Patenkinder waren extra gekommen. Wir trafen auch zum ersten Mal einige Angehörige unserer Patenkinder.

 

        Schulleiter Konrad Wacker aus Regensburg im                      Ein buntes Bild bot sich bei allen Beteiligten.

      Gespräch mit Lehrer Tau und Chief Khethisa Tau.

 

Das Fest, zu dem Menschen aus der gesamten Region erschienen, wurde wesentlich teurer als zuvor veranschlagt, aber es war wichtig, dieses gelungene Projekt richtig zu feiern!


         Wunderbare Begrüßung bei unserer Ankunft                 Ehemalige Patenkinder danken Yes we care! eV.

 

Die PHS hatte ein unglaubliches Programm zusammengestellt und die SchülerInnen boten professionelle Unterhaltung mit traditionellen Tänzen und Gesängen.

 

 

Die Gäste waren zutiefst beeindruckt und verließen Lesotho voller Motivation, weiterhin zur Verbesserung der Bedingungen der bedürftigen Kinder beizutragen!

 

Das Yes we care! e.V. – Patenschaftsprogramm (CSP) ist unser wichtigstes Programm und entwickelt sich sehr positiv. Jedes Jahr können neue PatInnen gewonnen und entsprechend immer mehr Kindern eine Schulausbildung ermöglicht werden! Ende Mai 2017 befanden sich 121 Kinder im Programm, davon nur 5 auf unserer Warteliste.


 

 Mrs. Makabelo Tenane und Mpho Makhalanyane, die wir liebevoll M&M nennen, sind jeden Tag für die Patenkinder an der Schule leicht erreichbar, sie sehen und kennen sie außerdem vom Anti-Aids-Club, in dem alle unsere Patenkinder Mitglied sind. Nachdem Sr. Alice seit März 2017 aus Krankheitsgründen nicht mehr Schulleiterin der PHS ist, hat Makabelo diese Funktion für die nächsten zwei Jahre übertragen bekommen, Mpho ist ihre Stellvertreterin. Sr. Helena steht ihnen bei ihren vielen Aufgaben für die PHS und das YWC-Programm mit Rat und Tat zur Seite.

 

    Sr. Helena, Makabelo & Mpho, Mr. Paku, Irina                                           Sister Alice Mputsoe


Im letzten Jahr mussten nur drei unserer Patenkinder aus unterschiedlichen Gründen das Programm verlassen. Diese niedrige Ausfallquote ist ein ungeheurer Erfolg bei der großen Anzahl von SchülerInnen in unserem Programm!


PHS hatte in den letzten Jahren immer über dem Landesdurchschnitt gelegene Ergebnisse in den Realschul- und Abitur-Prüfungen, außer im Jahr 2014 nach dem Unfall von Sr. Alice. Die Schulleitung unternimmt große Anstrengungen, Examens-KandidatInnen aus den zehnten und zwölften Klassen Hilfestellung zu geben: In den Winterferien wird ihnen einen Monat lang Extra-Unterricht zur Vorbereitung auf ihr Examen geboten. Von den sechs Schülern und Schülerinnen der PHS, die 2016 im JC-Examen eine Bewertung von 1st Class an der PHS erhielten, waren fünf YWC-Patenkinder, zwei Mädchen und drei Jungen! Wir können zu Recht stolz auf unsere Patenkinder sein!


            YWC Patenkinder der 10. Klasse 2016                            YWC Patenkinder der 10. Klasse 2017

 

Viele ehemalige Patenkinder haben inzwischen mit einer tertiären Ausbildung/Studium beginnen können in folgenden Studiengängen: Betriebswirtschaftslehre, Pädagogik, Computerwissenschaften, Krankenpflege, Theologie, Jura und Bauingenieurwesen. Manche machen Ausbildungen bei der Polizei, als Schreiner oder Klempner. Bis auf einen halten alle ehemaligen Patenkinder Kontakt mit M&M und viele auch mit ihren PatInnen und Irina und Peter. Einige unserer Ehemaligen kommen auf eigene Kosten zurück an die PHS und helfen den Patenkindern durch Nachhilfe, die sich jetzt im Programm befinden, und motivieren sie, das Beste aus ihrer Chance zu machen!


 Drei ehemalige Patenkinder, die heute alle an der Universität in Maseru, Lesotho, studieren können, vor dem Jungeninternat mit Frau Mojabeng Tau, ehemalige Betreuerin der Patenkinder, Irina André-Lang und Sr. Alice.

 

Vom 23. bis 28. Juni 2016 besuchten 91 Patenkinder von Yes we care! e.V. wie jedes Jahr das von Help Lesotho durchgeführte Leadership-Feriencamp in Leribe. Das zentrale Thema dieses Jahr war sexuelle Gewalt, ein Thema, das die Mehrheit der Bevölkerung von Lesotho betrifft. Der Slogan des Camps war: "Geh voran: Erkenne, vermeide und melde sexuelle Gewalt!" [Auch im Jahr 2017 wurde das Camp für die 121 Kinder im Patenschafts-Programm bereits durchgeführt, wobei es wegen der großen Anzahl diesmal in zwei Gruppen aufgeteilt wurde (Bericht folgt)].

 

 

Es gibt mehrere Patenkinder, die als HIV-positiv bekannt sind und regelmäßig ihre lebensnotwendigen antiretroviralen Medikamente erhalten. Auch Tuberkulose spielt eine Rolle: Eines unserer Patenkinder lag lange unbehandelt in einem großen Schlafsaal im Mädcheninternat und stellte dadurch eine Bedrohung anderer Mädchen dar.

 

Auch 2016 erhielten alle 13 Patenkinder, die eine Brille benötigten, diese kostenlos durch die Firma Spec Savers in Südafrika, der wir dankbar sind für diese große Hilfe. Am 30. Mai 2017 wurden weitere 14 Patenkinder, die von Augenproblemen betroffenen sind, kostenlos in Maseru beim Optiker untersucht, die anschließende Anfertigung der Brillen ist uns zugesagt worden. Yes we care! e.V. finanziert die Transporte der Patenkinder in die Hauptstadt Maseru und zurück.

 

Patenkinder mit ihren Brillen

 

Wir besuchten alle Patenkinder zweimal in Pitseng: im November 2016 und im März 2017. Auch PatInnen besuchten erneut ihre Patenkinder, z.T. auch mit Hilfe unserer Vermittlung, aber ohne unsere Anwesenheit. Der Briefkontakt bleibt leider mühsam, da wir nur zweimal im Jahr Briefe überbringen und austauschen können. Es ist und bleibt ein unvergessliches Erlebnis, die Patenkinder zu treffen! Sie freuen sich immer so sehr!


Besuch der Patenkinder im November 2016 vor dem neuen Jungeninternat

 

Die Anschaffung der Farmtiere war ein erfolgreiches Projekt, das aber 2016 unter der Jahrhundert-Dürre im südlichen Afrika sehr gelitten hatte: Nur eine Milchkuh, eine weitere junge Kuh sowie der inzwischen ausgewachsene Bulle Mango und zwei Kälbchen (eines männlich und eines weiblich) haben die Dürre überlebt.


 

 

Nachdem Hope verstorben war, hat YWC 2016 die Pontmain Primary School (PPS) erfolgreich mit 8.000,00 Maloti für Winterfutter unterstützt, um ihre beiden Kälber am Leben zu erhalten. Eine junge Kuh ist jetzt alt genug, selber Kälber zu bekommen. Da aber die PPS nicht in der Lage ist, diese Tiere zu unterhalten, werden sie jetzt an die PHS übergeben.


Die wenigen noch verbliebenen Schweine sehen wieder besser aus, sie haben z.T. kleine Ferkelchen. Das bedeutet, dass es nur sehr wenig Eiweiß für Hunderte von SchülerInnen zu Essen gibt. Im März 2017 hat YWC deshalb PHS mit 85.500,00 M bei der Neuanschaffung von Farmtieren unterstützt.


 

 

450 neue Hühner sind im Mai 2017 geliefert worden und haben begonnen, ihre Eier zu legen. Neue Milchkühe und Schweine werden folgen.

 

PHS bat YWC um 40 zusätzliche Apfelbäume, nachdem eine Apfelplantage mit 60 Apfelbäumen von der Kommunalen Klimapartnerschaft zwischen dem Leribe-Distrikt, Lesotho, und der Stadt Geestland, Deutschland, finanziert und im August 2016 trotz Dürre erfolgreich angepflanzt worden war. Es fand sich sofort eine Spenderin für diese Bäume, die hoffentlich im Frühling 2017 (also in Deutschland im Herbst 2017) angepflanzt werden können.

 

 

Mpho und Makabelo zeigen uns die Apfelplantage

 

Der von einem deutschen Gymnasium gespendete 5000-Liter-Wassertank ist in täglicher Nutzung für die Farmtiere. Er ist umso wichtiger, da die PHS weiter unter akutem Wassermangel leidet. Die Regierung Lesothos hatte zwar einen riesigen Wasserbehälter auf einer Höhe in der Nähe der Schule angebracht, die PHS wurde allerdings aus uns noch nicht bekannten Gründen von diesem Tank abgetrennt. Die PHS bittet YWC darum, die Farmtier-Anlage an die Wasserversorgung des Jungeninternats anzuschließen.

 

     Der Wassertank im Bereich der Farmtieranlage                            Der abgekoppelte Wasserbehälter

 

Die Schuluniformen für bedürftige SchülerInnen an der PHS für 2016 waren im Mai 2016 bezahlt worden. Es stellte sich jetzt heraus, dass in 2016 gar keine Uniformen hergestellt und an SchülerInnen verteilt wurden! Es werden widersprüchliche Informationen an YWC gegeben bzgl. der Nicht-Verteilung dieser Uniformen. Die PHS wollte einen weiteren Betrag für Uniformen 2017, den YWC aber – wenn überhaupt – erst nach genauer Abrechnung des hohen Betrags von 2016 bezahlen wird. Die Patenkinder im YWC-Patenschafts-Programm sind dennoch inzwischen alle mit ihren Schuluniformen für 2017 versorgt worden.

 

Am 15.02.2016 hatte ja zum ersten Mal ein Mädchen-Tag an der Pitseng High School stattgefunden, der von Yes we care! e.V. initiiert, organisiert und bezahlt worden war. Alle bedürftigen Mädchen beider Schulen (PHS und PPS) erhielten jeweils ein Set (insgesamt 200 Sets) waschbarer Monatsbinden, was sicherstellt, dass sie für die nächsten fünf Jahre keine Binden mehr kaufen müssen, dass kein riesiger Plastikabfallberg an den Schulen entsteht und dass die Mädchen in Würde am Schulunterricht und Alltagsleben teilnehmen können! Im März 2017 hat YWC erneut 80 Sets für neue SchülerInnen an beiden Schulen mitgebracht.

 

                    Ein Set waschbarer Monatsbinden                                    Die Schülerinnen freuen sich sehr!

 

Am 11. Mai 2017 verstarb völlig unerwartet Sandra Millar, Geschäftsführerin von Dignity Dreams, der Organisation, von der wir diese waschbaren Monatsbinden beziehen. Wir sind sehr traurig und hoffen, dass sich unsere Zusammenarbeit mit Dignity Dreams unverändert positiv gestalten wird.

 

 

Sandra Millar im Februar 2016 bei ihrem Besuch der Pitseng High School.

 

Hunderte von Wäscheklammern und -leinen zum Trocknen der Wäsche im Mädchen-Internat, die wir im März 2014 mitgebracht hatten, werden fleißig genutzt. Es stellte sich jedoch heraus, dass ein spezieller Bereich blickdicht abgegrenzt werden sollte, in dem die Mädchen ihre gewaschenen Monatsbinden aufhängen können. Momentan schämen sie sich, dies zu tun und verstecken die feuchten Binden teilweise in ihren Zimmern, wo sie natürlich nicht richtig trocknen können! YWC könnte hier mit der Anschaffung eines blickdichten Tuches Abhilfe schaffen.


Wäscheleinen am Mädcheninternat

 

Das Toiletten-Biogas-System ist in voller Nutzung. Beim Hilfstransport im März 2017 konnten wir zum ersten Mal Mädchen-Toiletten besichtigen, die richtig sauber und geruchlos waren. Leider sind aber alle Toilettensitze zerbrochen, was auch darauf zurückzuführen ist, dass die Mädchen sich auf die Sitze stellen … Die Schulleitung hat YWC jetzt um neue Toilettensitze gebeten.


 

 

Ms. Mapontso Nchee arbeitete bis Dezember 2016 an der Pitseng High School als „Life-Skills“-Lehrerin. Da PHS keine finanziellen Ressourcen für Ms. Nchees Gehalt hatte, finanzierte YWC das Gehalt für Ms. Nchee für 2013 bis Ende Oktober 2014 und von Januar 2016 bis Dezember 2016. Inzwischen hat eine Freiwillige des Peace Corps, die für zwei Jahre aus Kanada nach Pitseng gekommen ist, die Funktion übernommen und unterrichtet „Life Skills“ an der PHS. Sie wird durch eine weitere Freiwillige, die für 4 Jahre kommen wird, abgelöst werden.

 

Der Lesotho-Kalender 2018 von Yes we care! e.V. wurde erneut mit Hilfe der Firma Eukamed erstellt und von der Firma Aumüller Druck aus Regensburg kostenlos gedruckt. Er eignet sich gut als Geschenk! Wir freuen uns über viele Bestellungen!


        


Aussichten

 

Für das aktuelle Vereinsjahr planen wir wieder vielen bedürftigen Kindern zu helfen:

 

Der Bau eines zweiten Jungeninternats ist aus unserer Sicht eine Priorität, um es den Jungen zu ermöglichen, unter menschenwürdigen Bedingungen zu leben und zu lernen.

 

Der jährliche Hilfsgütertransport ist wie jedes Jahr im März 2018 geplant.

 

Der Schwerpunkt unserer Hilfe ist das Patenschafts-Programm, das sehr erfolgreich darin ist, Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen, die sonst keinerlei Zugang hierzu hätten. Jede/r neue PatIn bedeutet ein Leben in Lesotho mit völlig neuer Perspektive und jede Anstrengung, neue PatInnen zu finden, ist hoch willkommen!

 

Die Patenschafts-Gebühren wurden seit 6 Jahren nie erhöht, obwohl die Kosten in diesem Zeitraum drastisch angestiegen sind, unter anderem wegen der hohen Kosten für die Ernährung der Patenkinder in der Zeit einer schrecklichen Dürre. Wir sind sehr dankbar für alle PatInnen und SpenderInnen, die uns durch eine freiwillige Spende dabei unterstützen, die Gebühren auch weiterhin beizubehalten und dennoch dieses wichtige Programm erfolgreich durchführen zu können!

 

Die Ernährungs-Situation in Lesotho hat sich nach der schrecklichen Dürre Gott sei Dank deutlich verbessert. Die Folgen dieser Dürre werden zwar noch jahrelang zu spüren sein, aber es hat wieder geregnet und die Felder tragen Ernte. Die Voraussagen für den nächsten Sommer im südlichen Afrika (also ab Herbst 2017 in Deutschland) sind leider sehr beunruhigend: Es scheint sich ein neuer El Nino zu bilden, der erneut zur Dürre führen könnte. Dies wäre eine Katastrophe für die Menschen, da sich bis heute die Wasserreserven nicht auffüllen konnten und eine weitere Dürre so kurzfristig nach den letzten zu noch schwerwiegenderen Ernte-Misserfolgen und Nahrungsmitteleinbußen führen würden.


 

Patenkinder singen fröhlich bei der Eröffnungsfeier des Jungeninternats im Februar 2017.


Wir danken allen von ganzem Herzen, die sich für die Kinder in Pitseng einsetzen!

Wir freuen uns auf jede Mithilfe bei den Herausforderungen, die in diesem Jahr vor uns liegen!

 

Kea leboha! Vielen Dank!