Geschrieben von Irina Andre-Lang
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Help Lesotho Leadership Camp 2018

 

 

TeilnehmerInnen:                               147 SchülerInnen

Ort:                                                      Help Lesotho Seotlong Zentrum, Leribe, Lesotho

TERMINE:                                           CAMP A:          22. - 27. Juni 2018

                                                            CAMP B:          09. - 14. Juli 2018

 

Einführung


Zwei fünftägige Camps wurden vom 22. - 27. Juni und vom 9. - 14. Juli 2018 für durch Yes we care! e.V. (YWC) gesponserte Jungen und Mädchen von der Pitseng High School durchgeführt. Camp A war für SchülerInnen zwischen 12 und 21 Jahren, im Camp B nahmen SchülerInnen im Alter von 13 und 19 Jahren teil.

 

 

Die Camp-TeilnehmerInnen und die MitarbeiterInnen von Help Lesotho freuten sich auf diese energiegeladene Woche voller Diskussionen und Aktivitäten. Die SchülerInnen begannen die Woche aufgeregt, aber auch nervös und unsicher, was sie erwarten würde.

 

 

Teambuilding-Aktivitäten und Eisbrecher helfen den Camp-TeilnehmerInnen, Selbstvertrauen zu entwickeln und sich mit Gleichaltrigen anzufreunden. Für viele Jugendliche bietet das Camp eine sichere Atmosphäre, um schwierige Fragen zu stellen und die Unterstützung zu bekommen, die sie benötigen, um mit emotional geladenen Problemen fertig zu werden.

 

 

 

 

Aktivitäten und Diskussionsthemen

Verschiedene sorgfältig ausgewählte Module konzentrierten sich auf Probleme im Zusammenhang mit der Verletzlichkeit der Kinder, einschließlich:

• Sugar Daddies und Sugar Mommies (geschlechtliche Beziehungen zwischen verschiedenen Generationen)

• Gruppenzwang

• Mobbing

• Freundschaft

• Einführung in HIV / AIDS

• HIV-riskantes Verhalten, emotionale Werte und Verhalten

• über Sex reden

 

 

Die SchülerInnen werden mit den Themen und Zielen vertraut gemacht und anschließend werden ihnen Fragen gestellt, um ihr aktuelles Wissen und Verständnis für das Thema zu erkunden. Die Sitzungen umfassen Rollenspiele und Gruppendiskussionen, gefolgt von Plenarsitzungen. Gut ausgebildete ModeratorInnen führen die Diskussionen und Debatten, um die kognitive Entwicklung und das kritische Denken der TeilnehmerInnen zu fördern. Es wird immer darauf geachtet, dass auf Kinder, die starke emotionale Reaktionen auf bestimmte Themen zeigen, Rücksicht genommen und mit ihnen anschließend alleine gesprochen wird.


 

Gruppenzwang

Das Thema "Gruppenzwang" führte zu einer großen Diskussion, die größtenteils mit einem Ereignis an der Pitseng High School zusammenhing, das sich im März 2018 ereignet hatte. Die Gruppe äußerte Bedenken an ihrer Schule hinsichtlich Mobbing und Cyber-Mobbing - insbesondere Cyber-Mobbing sei ein zunehmendes Problem an der Schule sowie die Tatsache, dass ältere SchülerInnen neue SchülerInnen schikanieren. Als sie darüber sprachen, wie sich gemobbte / schikanierte Schüler fühlen, sagte einer der Teilnehmer, der Schülersprecher an der Pitseng High School ist: "Wenn Menschen gemobbt werden, besonders wenn sie neu in der Schule oder jung sind, fühlen sie sich wertlos und zeigen manchmal nicht oder erzählen anderen nicht, wie sie sich fühlen. Als Schülersprecher halte ich es für meine Verantwortung, das Mobbing an meiner Schule zu beenden."

 

Während der Diskussion erkannten die Teilnehmer, wie gefährlich Mobbing für die Mobber und diejenigen ist, die gemobbt werden, was oft zu Rache durch jene führt, die schikaniert werden. "

 

Die Sitzung endete damit, dass die TeilnehmerInnen schriftlich ihre Zusagen gaben, Mobbing an der Schule und in ihren Gemeinden zu beenden.

 

 

 

Freundschaft

Das Thema Freundschaft wurde begeistert aufgenommen und Ansichten, Ideen und Fragen dazu ausgetauscht. Manche SchülerInnen berichteten von Erfahrungen des Verrats durch FreundInnen, denen sie vertraut hatten. Es war für einige aufschlussreich zu erkennen, dass es in Ordnung ist, wenn eine Freundschaft nicht für immer andauert. Den SchülerInnen wurde erklärt, dass sich eine Freundschaft im Laufe der Zeit ändern kann. Eine solche Veränderung ist kein Versagen, sondern lediglich ein Ausdruck neuer Ideen und Denkweisen und Verhaltensweisen. Die Gruppe stellte fest, dass es schwierig sein kann, zwischen Bekanntschaften, Freundschaften und engen Freundschaften zu unterscheiden.

 

Eine der Schülerinnen meinte am Ende dieses Moduls: "Ich habe gelernt, dass ich für andere eine gute Freundin sein muss, um selber gute Freunde zu haben. Die Auswahl eines besten Freundes ist kein Prozess, der über Nacht passiert. Ich habe vor, eine gute Freundin für andere zu sein. "

 

 

Fragen und Antworten

Jeden Tag wurden die TeilnehmerInnen aufgefordert, Fragen zu stellen und in eine Fragenbox zu legen; dabei konnten die Fragen auch anonym gestellt werden. Diese wurden am Ende des Tages beantwortet. Die SchülerInnen konnten nach Informationen fragen, von denen sie im Camp gehört hatten, oder zu Problemen, mit denen sie zu Hause oder in der Schule konfrontiert sind. Wie zu erwarten, drehten sich die meisten Fragen um Sexualität im Allgemeinen, Geschlechtsverkehr und sexuelle Orientierung. Eltern und Vormunde in der Basotho-Kultur sprechen mit Kindern oder Jugendlichen nicht über Sexualität, generell gibt es wenig Sexualerziehung (wenn überhaupt) an den Schulen, und SchülerInnen haben fast keinen Zugang zu anderen Informationen als durch Mythen und Klatsch. Beispielfragen umfassten:

• "Kann jemand durch Analsex schwanger werden?"

• "Ist es möglich, dass ein Mädchen schwanger wird, bevor es seine Jungfräulichkeit verliert?"

• "Wie kann ein Mädchen wissen, ob sie schwanger ist?"

Nicht sexuell verwandte Fragen konzentrierten sich auf Beziehungen zu Hause und auf ihre Zukunft:

• "Ich schreibe mein Abitur und ich bin daran interessiert, ein Vermittler von Lebensfähigkeiten (life skill facilitator) zu werden, wo kann ich anfangen, dies zu lernen?"

• "Warum missbilligen Eltern, wenn Kinder tun, was ihre Eltern selber tun?"

• "Ich bin in der zwölften Klasse und mein Freund möchte, dass wir nach dem Abitur heiraten. Ich möchte nicht heiraten, weil ich zu jung bin, aber ich möchte ihn auch nicht verlieren. Was soll ich machen?"

Die ModeratorInnenn von Help Lesotho reagieren auf jede Frage in einer Weise, die das Denken und Verantwortungsbewusstsein der TeilnehmerInnen angeregt, gute Entscheidungen zu treffen und das, was sie im Camp über gesundes Verhalten lernen, zu verstärken.

 

Ein königlicher Besuch


 

 

Das Yes we care! e.V.-Camp B wurde in diesem Jahr von der Anwesenheit der 16-jährigen Königlichen Prinzessin Senate Bereng Seeiso gewürdigt, deren Eltern, der König und die Königin von Lesotho, seit zwölf Jahren Schirmherren von „Help Lesotho“ sind. Was für eine Aufregung für die von YWC gesponserten Kinder - einen Tag mit der Prinzessin zu verbringen! Die Prinzessin ist eine Verfechterin der Rechte von Mädchen und Frauen und engagiert sich dafür, die frühe und erzwungene Kinderehe in Lesotho zu beenden. Während ihres Besuchs nahm die Prinzessin an einer Sitzung über geschlechtsspezifische Gewalt teil. Durch Spiele und andere Aktivitäten wurde das Thema behandelt. Sie war beeindruckt von der Leidenschaft der Jugendlichen und drückte ihre Dankbarkeit für die Gelegenheit aus, sich den SchülerInnen im Camp anzuschließen. Sie ermutigte sie, in der Schule zu bleiben und nicht zu heiraten. In ihren Schlussbemerkungen wies sie darauf hin, dass die gemeinsamen Erfahrungen in diesem Camp ihr in ihrem Bemühen helfen würden, Kinderehen zu beenden.


 

Menstruation und wiederverwendbare Monatsbinden

 

 

Die Mädchen nahmen an einer umfassenden Schulung teil, bei der sie etwas über die Menstruation erfuhren - dass es eine ganz normale Sache ist! - und wie sie gesund bleiben, wenn sie Frau werden. Viele dieser Mädchen wachsen verwaist und allein auf, ohne dass ihnen jemand Wissen weitergibt oder hilft, erwachsen zu werden. Die Mädchen besprachen die Menstruation und ihre Beschwerden während ihrer monatlichen Perioden. Viele Mythen wurden während des Trainings korrigiert, einschließlich der Idee, dass die Periodenschmerzen aufhören, sobald eine Frau ein Kind hat. Jedes Mädchen hatte zuvor bereits von Yes we care! e.V. ein Paket wiederverwendbarer Damenbinden einschließlich Unterwäsche und einer Tasche zum Verstauen der Binden erhalten. Diese Sets halten mehrere Jahre, sparen ihnen erhebliche Geldbeträge für kommerziellen Binden oder Tampons und tragen wesentlich dazu bei, dass die Mädchen während ihrer Schulzeit immer in Würde am Schulunterricht teilnehmen können.

 

 

Fazit

Help Lesotho schätzt die Partnerschaft mit Yes we care! e.V. sehr! Es ist wunderbar, das Leadership Camp-Programm mit den Patenkindern an der Pitseng High School zu teilen, in der Hoffnung, dass sie jetzt gesündere Entscheidungen treffen können und eine bessere Zukunft für sich selbst, ihre Familien und ihre Gemeinschaften schaffen werden.

 

 

Wir bedanken uns bei allen PatInnen von ganzem Herzen, die die wunderbare Erfahrung des Camps für diese vielen Patenkinder von Yes we care! e.V. mit ihren Patenschaftsgebühren ermöglicht haben!

 

 

8. Mitgliederversammlung des Vereins Yes we care! e.V. am 14.07.2018


 

Ein Teil der Mitglieder von Yes we care! e.V.:

Von links: Ulrich Karpinski, Irina André-Lang, Peter Lang, Ulrike Völkmann, Helga Ahlbach, Monika Witt und Elke Karpinski. In der 1. Reihe: Hündin Ayla


Am Sonntag, 14.07.18, fand in Wiesbaden-Delkenheim unsere achte Mitgliederversammlung statt. Von derzeit 23 ordentlichen Mitgliedern konnten 7 anwesend sein.

Die Entwicklung vieler Projekte an der Pitseng High School und Pontmain Primary School, die sich der Verein Yes we care! e.V. in der letzten Mitgliederversammlung vorgenommen hatte, wurden besprochen:

-          Am 7. März 2018 wurde der 11. Hilfstransport nach Pitseng mit 5 deutschen Gästen durchgeführt, unter anderem zwei unserer Mitglieder sowie einer Patin. Das Passieren der Grenze nach Lesotho war diesmal kein Problem und wir konnten schnell einreisen. Wie immer wurden Tonnen von (Schul-)Kleidung, Schreibwaren, Toiletten-Artikel, Schulranzen, Medikamente, Decken, Süßigkeiten und Obst mitgebracht.


 

-          Der Bau eines zweiten Jungeninternats (Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat 2) wurde bei der letzten MV beschlossen, um es noch mehr Jungen zu ermöglichen, unter menschenwürdigen Bedingungen zu leben und zu lernen. Die Kapazität des ersten Internats (Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat, kurz BMMBBF) war nicht ausreichend für alle Jungen in unserem Patenschaftsprogramm und der akademische Erfolg der Jungen, die im bestehenden Internat untergebracht sind, spricht für sich! Die Sisters of Charity hatten uns bereits am 30. Mai 2017 die offizielle Erlaubnis erteilt, ein zweites Jungenhaus neben das existierende zu bauen. Im November 2017 hat YWC die Zusage einer Förderung von 100.000,00 EUR für den Bau eines zweiten Internats für Jungen von Sternstunden e.V. erhalten!

Im Dezember 2017 wurde mit dem Bau begonnen, der für weitere 48 Jungen ausgelegt ist und zügig fortschreitet.


 

Bereits im August 2018 werden die nächsten Jungen einziehen können, auch wenn das Haus dann noch nicht mit den geplanten Solaranlagen versorgt sein wird. Die Verwirklichung der Solarprojekte verzögert sich, weil die Solarfirma erst alle Probleme mit den Solaranlagen am BMMBBF lösen muss.


 

Das größte Problem ist und bleibt die Wasserversorgung der Internate. Trotz Installierung einer Solarpumpe an ein Bohrloch auf dem Schulgelände und diverser anderer Versuche, die Versorgung mit genügend Wasser zu gewährleisten, wird es in den wasserarmen Wintermonaten weiter zu Engpässen kommen. YWC hat durch ein Bohrunternehmen feststellen lassen können, dass es zwei unterirdische Wasserstellen in der Nähe des Internats gibt, die sich gut für Bohrlöcher eignen würden. YWC steht auf der Warteliste der Regierung in Lesotho für kostengünstigere Bohrungen - bis wir an der Reihe sind, kann es aber sehr lang dauern.

Die offizielle Einweihung des neuen Jungeninternats wird am Samstag, 9. März 2018, an der Pitseng High School stattfinden. PHS wird wieder alle Vorbereitungen sowie die Durchführung übernehmen, YWC wird die Kosten decken.

 

-          Das Yes we care! e.V. – Patenschaftsprogramm (CSP) ist unser wichtigstes Programm und entwickelt sich sehr positiv. Jedes Jahr können neue PatInnen gewonnen und entsprechend immer mehr Kindern eine Schulausbildung ermöglicht werden! Ende Mai 2018 befanden sich 147 Kinder im Programm, davon nur 4 auf unserer Warteliste.


 

 

-          Mrs. Makabelo Tenane und Mpho Makhalanyane, die wir liebevoll M&M nennen, sind jeden Tag für die Patenkinder an der Schule leicht erreichbar, sie sehen und kennen sie außerdem vom Anti-Aids-Club, in dem alle unsere Patenkinder Mitglied sind. Sie kommunizieren immer schnell und produktiv mit YWC und der gesamte Ablauf des Programms läuft insgesamt problemlos!


 

Mpho Makhalanyane und Schulleiterin Makabelo Tenane

 

-          Nachdem Sr. Alice seit März 2017 aus Krankheitsgründen nicht mehr Schulleiterin der PHS ist, hat Makabelo diese Funktion für zwei Jahre übertragen bekommen, Mpho ist ihre Stellvertreterin. Momentan sieht es so aus, als ob Sr. Alice ab März 2019 diese Funktion wieder übernehmen wird.

-          Im letzten Jahr haben leider 14 unserer Patenkinder vorzeitig das Programm verlassen. Ein Junge verschwand am 13. September 2017 urplötzlich und konnte trotz intensiver und kostspieliger Suchaktionen nicht lokalisiert werden. Ein weiterer Junge ging in der zehnten Klasse und leider genau zur Examenszeit am Ende des Schuljahres 2017 in eine Initiationsschule und schrieb deshalb das wichtige JC Examen nicht! Dies ist eine schreckliche Verschwendung von Zeit, Geld und Mühen! PHS hat ein Komitee, dass sich mit diesem Problem beschäftigt: der Junge wurde aus der Initiationsschule geholt und an die Schule zurückgebracht, lief aber bei der ersten Gelegenheit davon und ging zurück zur Initiationsschule. Ein Mädchen wurde schwanger und lief mit ihrem Freund davon. Eine ganz besonders große Enttäuschung war im März 2018 die sofortige Entlassung von zwei sehr vielversprechenden Schülern, die kurz vor ihrem Abitur standen, nachdem sie ein Mädchen in einem Sport Club an der Schule schwer geschlagen hatten. 8 SchülerInnen bestanden das JC Examen nicht, ein weiterer Schüler fiel bereits in der achten Klasse durch. Dennoch haben die YWC Patenkinder in allen Jahren besser abgeschnitten als der Schnitt der PHS SchülerInnen und besser als der Landesdurchschnitt, auch im Jahr 2017!

 

Patenkinder 2018 aus der Abiturklasse und der 10. Klasse, die Ende des Jahres Examen schreiben werden


-          Wenn man bei der Examensbeurteilung die Aufteilung zwischen Jungen und Mädchen auswertet, stellt sich heraus, dass die besonders intensive Betreuung im Jungeninternat deutlich zum schulischen Erfolg der Jungen beiträgt: 87% der Jungen aus dem Patenschafts-Programm bestanden mit sehr gut oder gut ihr Examen, nur 13% schafften die Prüfung nicht.


 

Betreuer und Lehrer Mr. Paku beim Nachhilfeunterricht im Jungeninternat

 

Bei den Mädchen aus dem Programm sah dies anders aus: 71% schafften die Prüfung mit gut oder ausreichend, fast 30% fielen durch das Examen – entsprechend dem Schul- und Landesdurchschnitt. Diese Ergebnisse werden mit der Schulleitung intensiv diskutiert und Konsequenzen gezogen. Der Bau des zweiten Jungeninternats macht angesichts der Ergebnisse sehr viel Sinn, die Situation der Mädchen wurde evaluiert. Im Mädcheninternat wird die Studierzeit nicht überwacht, eine große Anzahl Schülerinnen ist sich dabei selber überlassen. Dies muss geändert werden, um bessere Schulerfolge zu gewährleisten.


 

Bedingungen während einer Studierzeit im Mädcheninternat

 

-          Viele ehemalige Patenkinder haben inzwischen mit einer tertiären Ausbildung/Studium beginnen können in folgenden Studiengängen: Betriebswirtschaftslehre, Pädagogik, Computerwissenschaften, Krankenpflege, Theologie, Jura und Bauingenieurwesen. Manche machen Ausbildungen bei der Polizei, als Schreiner oder Klempner. Bis auf einen halten alle ehemaligen Patenkinder Kontakt mit M&M und viele auch mit ihren PatInnen und Irina und Peter. Einige unserer Ehemaligen kommen auf eigene Kosten zurück an die PHS und helfen den Patenkindern durch Nachhilfe, die sich jetzt im Programm befinden, und motivieren sie, das Beste aus ihrer Chance zu machen!

 

Thabiso studiert Informationstechnologie und Mpinane Journalismus

 

-          Insgesamt 121 YWC-Patenkinder besuchten Ende Juni / Anfang Juli 2017 das siebte Help Lesotho Leadership Camp in Leribe. Für 55 dieser Schüler war dies ihre erste Erfahrung im Camp. Die restlichen 66 Studenten waren Wiederholungs-Camper, die in der Lage waren, ein tieferes Verständnis der Informationen zu gewinnen, die sie in vorigen Camps gelernt hatten. Weil die Anzahl der Patenkinder so hoch war, musste Help Lesotho sie in zwei Gruppen aufteilen, um alle unterzubringen. Die Camps wurden direkt nach Schulschluss vor der Winterpause nacheinander abgehalten. Das Camp-Thema in 2017 wurde von der UN International AIDS Day Thema inspiriert: „Hände hoch für HIV-Vermeidung“.

 

 

 

-          Es gibt mehrere Patenkinder, die als HIV-positiv bekannt sind und regelmäßig ihre lebensnotwendigen antiretroviralen Medikamente erhalten. Tuberkulose spielt weiterhin eine große Rolle: Nachdem eines unserer Patenkinder Anfang 2017 lange unbehandelt in einem Riesen-Schlafsaal im Mädcheninternat lag, wurde ein weiteres im September 2017 mit offener Lungentuberkulose diagnostiziert und musste den Rest des Schuljahres 2017 aussetzen. Wir weisen immer wieder nachdrücklich darauf hin, dass alle Jugendlichen im direkten Kontakt auf eine mögliche Ansteckung untersucht werden müssen, damit dies in Zukunft möglichst nicht mehr geschieht! Im Winter (also im deutschen Sommer) kam es zu einem Ausbruch von Windpocken unter den SchülerInnen, was besonders für immunkomprimierte Menschen eine große Gefahr darstellen kann. Ein Patenkind musste aus diesem Grund das Help Lesotho Leadership Camp verlassen und mehrere Patenkinder konnten bei Schulbeginn des zweiten Schulhalbjahres im August 2017 nicht anwesend sein. 

-          Auch 2017 erhielten alle 11 Patenkinder, die eine Brille benötigten, diese kostenlos durch die Firma Spec Savers in Südafrika, der wir dankbar sind für diese große Hilfe. Am 24. April 2018 wurden weitere 14 Patenkinder, die von Augenproblemen betroffenen sind, kostenlos in Maseru beim Optiker untersucht, die anschließende Anfertigung der Brillen für 8 von ihnen ist erfolgt.

 

 

-          Wir besuchten alle Patenkinder zweimal in Pitseng: im November 2017 und im März 2018. Auch PatInnen besuchten erneut ihre Patenkinder, z.T. mit Hilfe unserer Vermittlung, aber ohne unsere Anwesenheit. Der Briefkontakt bleibt leider mühsam, da wir nur zweimal im Jahr Briefe überbringen und austauschen können. Es ist und bleibt ein unvergessliches Erlebnis, die Patenkinder zu treffen! Sie freuen sich immer so sehr!


 

Besuch der Patenkinder im November 2017

 

-          Die Anschaffung der Farmtiere war ein erfolgreiches Projekt, das aber 2016 unter der Jahrhundert-Dürre im südlichen Afrika sehr gelitten hatte: Nur wenige Tiere haben die Dürre überlebt. Die Kühe der Pontmain Primary School (PPS) wurden an PHS übergeben, da die Grundschule sie trotz wiederholter finanzieller Hilfe nicht am Leben halten hätte können.

 

 

Im März 2017 hatte YWC PHS mit 85.500,00 M bei der Neuanschaffung von Farmtieren unterstützt. Davon wurden sofort 450 neue Hühner gekauft. Inzwischen wurden auch zwei neue Kühe bestellt, deren Transport zur PHS immer wieder durch äußere Umstände verzögert wurde, z.B. durch den Ausbruch einer ansteckenden Kuh-Krankheit in Lesotho. Vom verbleibenden Betrag sollen weitere Schweine angeschafft werden.

-          Der 5000-Liter-Wassertank in der Farmtier-Anlage ist in täglicher Nutzung. Er konnte inzwischen an die Wasserversorgung des Jungeninternats angeschlossen werden.

-          PHS bat YWC um Apfelbäume, nachdem eine Apfelplantage mit 60 Apfelbäumen von der Kommunalen Klimapartnerschaft zwischen dem Leribe-Distrikt, Lesotho, und der Stadt Geestland, Deutschland, finanziert und im August 2016 trotz Dürre erfolgreich angepflanzt worden war. Nachdem PHS weitere 200 Apfelbäume vom gleichen Sponsor geschenkt bekam, konnten Spendengelder von YWC anders genutzt werden.

 

Bilder der erfolgreichen Apfelplantage, gespendet aus Bremerhaven

 

-          Das Toiletten-Biogas-System am Mädcheninternat ist in voller Nutzung. Bei unseren letzten Besuchen konnten wir Mädchen-Toiletten besichtigen, die richtig sauber und geruchlos waren. Leider waren aber alle Toilettensitze zerbrochen. Die Schulleitung bat YWC um neue, stabilere Toilettensitze, die wir im März 2018 lieferten und die während der Winterferien (also im deutschen Sommer 2018) eingebaut werden.

-          Alle Patenkinder im YWC-Patenschafts-Programm werden jedes Jahr mit ihren Schuluniformen versorgt. Dies beinhaltet einen warmen Trainingsanzug sowie die vorgeschriebenen grauen Schulkleider, die in Lesotho hergestellt, aber von YWC finanziert werden.

 

 

-          Seit am 15.02.2016 zum ersten Mal ein Mädchen-Tag an der Pitseng High School stattgefunden hatte, werden jedes Jahr alle bedürftigen Mädchen beider Schulen (PHS und PPS) mit jeweils einem Set waschbarer Monatsbinden versorgt, was sicherstellt, dass sie für die nächsten fünf Jahre keine Binden mehr kaufen müssen, dass kein riesiger Plastikabfallberg an den Schulen entsteht und dass die Mädchen in Würde am Schulunterricht und Alltagsleben teilnehmen können! Im März 2018 hat YWC erneut 80 Sets für neue SchülerInnen an beiden Schulen mitgebracht.

 

Ein Set waschbarer Monatsbinden                                       Mrs. Makabelo zeigt ein Set im Mädcheninternat

 

Hunderte von Wäscheklammern und -leinen zum Trocknen der Wäsche im Mädchen-Internat, die wir im März 2014 mitgebracht hatten, werden inzwischen fleißig genutzt. Es stellte sich jedoch heraus, dass ein spezieller Bereich blickdicht abgegrenzt werden muss, in dem die Mädchen ihre gewaschenen Monatsbinden ohne Scham aufhängen können. YWC hat einen Vorschuss an den Konvent bezahlt, der das Mädcheninternat betreibt, um mit der Anschaffung eines blickdichten Zaunes Abhilfe zu schaffen.


 

Blickdichter Schutz spezieller Wäscheleinen am Mädcheninternat

 

-          Der Lesotho-Kalender 2019 von Yes we care! e.V. wurde erneut mit Hilfe der Firma Eukamed erstellt und von der Firma Aumüller Druck aus Regensburg kostenlos gedruckt. Er eignet sich gut als Geschenk! Wir freuen uns über viele Bestellungen!


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Es fanden dieses Jahr auch Neuwahlen des Vorstands und der RechnungsprüferInnen für die nächsten vier Vereinsjahre statt. Alle drei Vorstandsmitglieder und beide Kassenprüfer erklärten sich erneut bereit zu kandidieren und wurden in ihrem Amt bestätigt..

 

Aussichten:


Für das aktuelle Vereinsjahr planen wir wieder vielen bedürftigen Kindern zu helfen:


Die Fertigstellung des zweiten Jungeninternats hat Priorität, um es den Jungen zu ermöglichen, unter menschenwürdigen Bedingungen zu leben und zu lernen. Zusätzlich zu den zwei Solaranlagen für Strom und heißes Waser wollen wir einen eigenen Brunnen für die Wasserversorgung sowie eine eigene Toilettenanlage für die vielen Jungen im Internat verwirklichen.


Der jährliche Hilfstransport ist wie jedes Jahr im März 2019 geplant.


Der Schwerpunkt unserer Hilfe ist das Patenschafts-Programm, das sehr erfolgreich darin ist, Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen, die sonst keinerlei Zugang hierzu hätten. Jede/r neue PatIn bedeutet ein Leben in Lesotho mit völlig neuer Perspektive und jede Anstrengung, neue PatInnen zu finden, ist hoch willkommen!


Die Patenschafts-Gebühren wurden seit 7 Jahren nie erhöht, obwohl die Kosten in diesem Zeitraum drastisch angestiegen sind, unter anderem wegen der hohen Kosten für die Ernährung der Patenkinder in der Zeit einer schrecklichen Dürre. Wir sind sehr dankbar für alle PatInnen und SpenderInnen, die uns durch eine freiwillige Spende dabei unterstützen, die Gebühren auch weiterhin beizubehalten und dennoch dieses wichtige Programm erfolgreich durchführen zu können!


Die Ernährungs-Situation in Lesotho hat sich nach der schrecklichen Dürre Gott sei Dank deutlich verbessert. Die Folgen dieser Dürre werden zwar noch jahrelang zu spüren sein, aber es hat wieder geregnet und die Felder tragen Ernte. Die Voraussagen für den nächsten Sommer im südlichen Afrika (also ab Herbst 2018 in Deutschland) sind jedoch leider sehr beunruhigend: Es scheint sich ein neuer El Ninjo zu bilden, der erneut zur Dürre führen könnte. Dies wäre eine Katastrophe für die Menschen, da sich bis heute die Wasserreserven nicht auffüllen konnten und eine weitere Dürre so kurzfristig nach den letzten zu noch schwerwiegenderen Ernte-Misserfolgen und Nahrungsmitteleinbußen führen werden!

 

Kinder in der Grundschule: viele werden nur mit Hilfe einer Patenschaft mit der Schule weiter machen können!!

 

Wir danken allen von ganzem Herzen, die sich für die Kinder in Pitseng einsetzen!

Wir freuen uns auf jede Mithilfe bei den Herausforderungen, die in diesem Jahr vor uns liegen!

 

 

Kea leboha! Vielen Dank!