Geschrieben von Irina André-Lang
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Mein Mann Peter Lang und ich besuchten am 25. Februar 2013 die Patenkinder von Yes we care! e.V. und hatten die Gelegenheit, mit den Kindern an der Pitseng High School eine Stunde lang zu sprechen. Sie alle zusammen in einem Raum zu sehen, hat uns sehr glücklich gemacht! Alle durch Yes we care! e.V. gesponserten Kinder waren gut ernährt und gekleidet.

 

 

Wir erklärten ihnen unser Patenschafts-Programm und konnten ihnen auf einem Globus zeigen, wo sich Deutschland, Österreich und die Schweiz befinden und wo Lesotho liegt. Sie waren über die weite Distanz zwischen ihnen und ihren Patinnen und Paten sehr beeindruckt. Wir überbrachten Briefe von den Paten und sprachen ausführlich mit ihnen über Briefe-Schreiben und Geschenke. Diese Kinder erhalten sonst nie einen Brief und kennen diese Form der Kommunikation deshalb nicht.

 

 

Wir trafen auch einige Kinder, die noch dringend Paten brauchen, um dieses Schuljahr, das von Januar bis Dezember 2013 geht, vollenden zu können, z.B. diese Zwillinge, die nur noch dieses Schuljahr gefördert werden müssen, um am Ende ihr Abitur ablegen zu können.

 

Am gleichen Tag trafen wir in Leribe/Lesotho das Team von unserer Partnerorganisation im Patenschafts-Programm, Help Lesotho: Peg Herbert (Gründerin und Direktorin aus Kanada),
Me Mampaka Kunene (Sozialarbeiterin) und Shadrack Mutembei (Direktor von Help Lesotho in Lesotho).

 

 

Wir besprachen einige Komplikationen, die es in unserem Patenschafts-Programm gegeben hatte. Help Lesotho gab Fehler zu und deutete an, dass die Menge an neuen Patenkindern eine Überforderung für das Team von Help Lesotho vor Ort seien. Es wurde uns deutlich gemacht, dass es bald eine Begrenzung bezüglich der Anzahl der durch die Kooperation von Help Lesotho/Yes we care! e.V. gesponserten Kinder geben müsse. Wir stimmten einigen Veränderungen zu, um zu verhindern, dass unser Patenschafts-Programm zu einem abrupten Stillstand kommt.

 

Als Peter und ich zurück nach Südafrika fuhren, wussten wir, dass wir unter diesen Bedingungen das Patenschafts-Programm mit Help Lesotho nicht weiterführen können. Aber wir haben eine wunderbare Lösung gefunden:

 

Ab 01. Juli 2013 werden wir das Patenschafts-Programm unabhängig von Help Lesotho, aber mit wesentlich tatkräftigerer Hilfe vor Ort fortführen!


Mrs. Mojabeng Tau

 

Ab 1. Juli 2013 wird Mrs. Mojabeng Tau, die momentan noch die stellvertretende Schulleiterin der Pitseng High School ist und Ende Juni 2013 pensioniert wird, die Kinder in unserem Programm betreuen. Sie wird jedes Kind mindestens einmal pro Monat sprechen und beraten. Sie ist eine sehr anerkannte Persönlichkeit in Pitseng und gehört zum Clan der Tau, der die Pitseng-Region regiert. Sie hat sich seit vielen Jahren im Anti-Aids-Club der Pitseng High School zusammen mit zwei Kolleginnen um die Kinder gekümmert, die durch HIV/AIDS betroffen sind, und kennt alle Kinder in unserem Programm. Was vielleicht noch wichtiger ist: Sie freut sich sehr auf ihre neue Aufgabe! Wir sind unendlich dankbar, dass wir Mrs. Tau für diese Arbeit gewinnen konnten, da wir sie seit Jahren persönlich kennen und eng mit ihr zusammenarbeiten. Der Kontakt zur Schule und den Patenkindern wird in Zukunft wesentlich direkter möglich sein!

 

Mit Help Lesotho bleiben wir dennoch freundschaftlich verbunden – alle Beteiligten sind sich einig, dass wir uns auch weiterhin gegenseitig unterstützen werden im gemeinsamen Bemühen, den Kindern und Jugendlichen in Pitseng eine lebenswertere Zukunft zu ermöglichen!

 

 

Peter Lang mit Mapontso Nchee, „life skills“-Lehrerin


In einem Treffen mit der Schulleitung konnten wir außerdem die neue „life skills“-Lehrerin kennenlernen, Mrs. Mapontso Nchee. An jeder Schule werden diese Lehrer/innen benötigt, die als Unterrichtsfach das vermitteln, was unsere Kinder normalerweise im Elternhaus lernen: Konfliktlösungen, Kommunikation, Sexualaufklärung, HIV/AIDS-Aufklärung, Aufbau und Erhalt von Beziehungen, Bewältigung von Trauer ... So viele Kinder sind verwaist, dass diese Unterrichtsinhalte dringend nötig sind. Da die Pitseng High School für diese neue Lehrerin kein Gehalt vom Staat finanziert bekommt, sind wir von Yes we care! e.V. momentan im Gespräch, wie wir finanziell helfen können. Spenden für das Gehalt dieser Lehrerin sind herzlich willkommen!

 

Zu diesem Besuch in Pitseng hatten wir wieder einmal Gäste mitgebracht: Pfarrer Rolf Bürgers aus Löhne bei Bielefeld, Deutschland (aktives Mitglied bei Yes we care! e.V.), und Familie Kerry, John, Amy (8 Jahre) und Andrew (4 Jahre) Sharpe aus Johannesburg, Südafrika. Sie wollten gerne Lesotho kennenlernen und insbesondere natürlich die Schule und die Kinder.

 

 

Familie Sharpe hatte einen ganzen Anhänger voller Kinderspielsachen mitgebracht, die bei den kleineren Kindern der Vorschule großen Anklang fanden.

 

 

Die Lehrerinnen Mrs. Makabelo, Mrs. Tau und Mrs. Mpho führten uns auf dem Schulgelände herum und unsere Gäste konnten den Schüler/innen beim Mittagessen zusehen. Es gab Maisbrei und Bohnensuppe, alles aus dem schuleigenen Garten.

 

 

Auch die Farmtiere, die von Yes we care! e.V. finanziert worden sind, konnten wir besichtigen. Die drei Milchkühe geben fleißig Milch und unsere Schweine vermehren sich.

 

 

Die Hühner legen Eier und wandern auch schon mal selber in den Kochtopf!

 

 

Die neuen Toiletten-Anlagen sind fast fertig! Wir konnten die Verlegung der Abwasserleitungen und das Einzementieren der Toilettenbrillen begutachten.

 

 

Die Kinder Amy und Andrew waren tief beeindruckt und teilweise überwältigt. Sie hatten sich vorher nicht vorstellen können, wie die Kinder in Lesotho leben.

 

Am darauffolgenden Tag, den 26. Februar 2013, verbrachten wir einen Tag damit, zusammen mit Mrs. Makabelo Tenane (eine der drei Lehrerinnen aus dem Anti-Aids-Club der Pitseng High School) den Mafia Lisiku Pass (3090 m über Meereshöhe) zum Katse Dam hinaufzufahren und dabei der Welt der Basotho etwas näher zu kommen.

 

 

Dabei geht es über endlose Kurven zum höchsten Damm in Afrika (2.053 m über Meereshöhe). Der Katse See hält ca. 2 Milliarden Kubikliter Wasser und zieht sich über 50 Kilometer. Die Damm-Mauer wiegt 5,5 Millionen Tonen und ist 185 Meter hoch und 710 Meter lang.

 

 

In Katse trafen wir Mrs. Makabelos Ehemann, der dort Polizist ist. Er ermöglichte es uns, über die Damm-Mauer zu fahren, was uns unvergesslich bleiben wird. Durch einen glücklichen Zufall wurden wir außerdem Zeugen eines Basotho-Festes, bei dem viel gesungen wurde und rituelle Tänze aufgeführt wurden.

 

 

Auf dem Hin- und Rückweg sahen wir die Kinder, die dringend Hilfe brauchen: Viele von ihnen sind verwaist, haben nur zerrissene Kleidung und sind abgemagert. Das Gesicht dieses kleinen Jungen und die Hoffnungslosigkeit darin werden mich noch lange beschäftigen:

 

 

Lesotho ist ein besonderes Land, mit unglaublichen Landschaften und friedlichen, respektvollen Menschen, aber auch unbeschreiblicher Armut und großer Not, besonders unter den verwaisten Kindern!

 

Vielen Dank an alle, die Yes we care! e.V. unterstützen! Wir werden weiter daran arbeiten, die Not dieser Kinder zu mildern und ihnen eine Zukunft mit Chancen und einer Ausbildung zu ermöglichen! Wir freuen uns, dass wir seit Beginn unseres Patenschafts-Programms bereits 36 Pat/innen gefunden haben, die durch Ihre selbstlose Spende einem Kind/Kindern in Pitseng in Lesotho ein menschenwürdiges Leben und eine Ausbildung ermöglichen.

 

Südafrika im April 2013
Irina André-Lang

 

Wenn Sie nach Lesen dieses Berichtes Interesse an einer Patenschaft haben sollten, lesen Sie bitte weiter unter Patenschaften.