Geschrieben von Irina André-Lang
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Erster Mädchen-Tag an der Pitseng High School am 15.02.2016,

Baufortschritte beim Bischof-Manfred-Müller Jungeninternat und

Vorbereitungen für den neunten Hilfstransport am 09.03.2016

Das Team:

 

Peter Millar, Rolf Siems, Eva-Maria John, Sandra Millar, Peter Lang, Irina André-Lang

 

Sandra Millar von der Organisation „Dignity Dreams“

Am 15.02.2016 fand zum ersten Mal ein Mädchen-Tag an der Pitseng High School statt, der von Yes we care! e.V. initiiert, organisiert und bezahlt worden war. Frau Sandra Millar von der Organisation „Dignity Dreams“ (Traum von Würde) war mit ihrem Mann Peter dazu extra aus Pretoria, Südafrika, angereist. Im Gepäck hatte sie 200 wunderschöne Stofftaschen, in denen sich Folgendes befand:

 

Eine Anleitung, drei Unterhosen, 6 wiederverwendbare Menstruationsbinden, und ein verschließbarer Plastikbeutel

Frau Millar stellte diese wiederverwendbaren Binden erst den Hunderten von Mädchen der Pitseng High School vor und anschließend allen über zehn Jahre alten Mädchen der Pontmain Grundschule. 

 

Großes Interesse und Neugier nicht nur bei den Schülerinnen, auch bei der Schulleiterin, Sister Alice!

Alle bedürftigen Mädchen beider Schulen erhielten jeweils ein Set, das sicherstellt, dass sie für die nächsten fünf Jahre keine Binden mehr kaufen müssen, dass kein riesiger Plastikabfallberg an den Schulen entsteht und dass die Mädchen in Würde am Schulunterricht und Alltagsleben teilnehmen können!


 

Wir sind „Dignity Dreams“ und Frau Sandra Millar sehr dankbar, dass sie keinerlei Honorar für ihren Einsatz verlangte.                                                                                                                            

Yes we care! e.V. wird in Zukunft bei den Hilfstransporten nur noch neue Unterhosen für die Mädchen mitbringen, aber nicht wie bisher Berge von Menstruationsbinden!

Während wir Frauen mit dem Mädchen-Tag beschäftigt waren, besichtigten die Männer den Bau des Bischof-Manfred-Müller Jungeninternats von Yes we care! e.V. :

 

Peter vorm Gebäude und im Gespräch mit den Bauunternehmern Thabo und Alex

 

Es wird fleißig gearbeitet!                               Peter im zukünftigen Studierzimmer

 

 

Der Blick aus dem Fenster eines der vier Schlafzimmer und durch den Eingang ins große Wohnzimmer.

 

Der zukünftige Duschraum links und das Zimmer für einen Betreuer der Jungen rechts.

Die Schiller Realschule in Göppingen hat freundlicherweise einen wunderbaren Kaminofen für das Internat gespendet, den wir in Südafrika kauften und bei unserem Besuch an die Schule liefern konnten:

 

Der Kamin wird das große Wohnzimmer in den kalten Wintern in Lesotho schön warm halten und löste große Freude bei den Jungen aus!!

Yes we care! e.V. plant, warme Duschen durch Solar-Wassererhitzer zu ermöglichen. Wir trafen Mr. Anadola Tsiu, der von der Regierung Lesothos mit SOLTRAIN Österreich zusammenarbeitet und uns diese Wassererhitzer dank österreichischer Entwicklungshilfe zum halben Preis anbieten kann. 

 

Irina André-Lang mit Mr. Anadola Tsiu

Das Wasser im Bereich des Mädcheninternats wird momentan durch eine Kombination von Biogas (gewonnen durch die von Yes we care! e.V. gebaute Toiletten-Biogas-Anlage) und Strom erhitzt:

 

Links im Bild ein großer Wasserbehälter auf dem Gasherd, in der Mitte die Strom-Anlage

Eva-Maria John und Rolf Siems nutzten die Gelegenheit, ihr Patenkind zu besuchen. Mapaballo hatte ein Jahr mit der Schule aussetzen müssen, da sie schwanger geworden war und im Dezember 2014 einen kleinen Jungen, Tsitso, auf die Welt gebracht hatte. Jetzt passt ihre Mutter auf Tsitso auf und sie kann mit ihrer Schulausbildung weitermachen.

 

Eva-Maria John mit Mapaballo und Tsitso

Die Ernährungs-Situation in Lesotho spitzt sich durch die anhaltende Dürre zu: Obwohl es inzwischen ab und an regnet – wir konnten manchmal nicht einmal aus dem Auto steigen oder nur mit Schwierigkeiten fahren dank der Sturzfluten – wird es kaum eine nennenswerte Ernte geben. Ein Drittel der Bevölkerung in Lesotho ist vom Hungertod bedroht, wenn es keine Nahrungsmittelhilfe geben wird!

 

 

Kaum ein Feld wurde bestellt, da es zu trocken war, es wächst nicht genug für die vielen Farmtiere und Heu gibt es nicht einmal mehr im Nachbarland Südafrika zu kaufen, das ebenfalls von der Dürre betroffen ist. Inzwischen sind zwei der Milchkühe, die Yes we care! e.V. für Ernährung der vielen SchülerInnen an der Pitseng High School angeschafft hatte, verhungert und verdurstet, eine dritte nähert sich ebenfalls diesem Zustand. Die Schweine sehen auch nicht gut aus und viele sind vorzeitig geschlachtet worden

 

In dieser schweren Zeit für alle Bewohner Lesothos hat die Schulleitung unbegreiflicherweise beschlossen, alle Gebühren für Schule und Internat um ca. 50% drastisch zu erhöhen. Dies führte dazu, dass insbesondere die finanziell Schwachen die Schule verlassen mussten: 100 Waisen und Arme wurden auf die Straße gesetzt. Wir von Yes we care! e.V. sind entsetzt über diese Entwicklung an einer Schule, die von einem Konvent geleitet wird und sich gerade dieser Kinder annehmen sollte. Wir haben einen sehr deutlichen Brief an die Schulleitung gerichtet und erwarten eine positive Antwort, anderenfalls müssten wir unser Engagement an dieser Schule – trotz aller laufenden Projekte – neu überdenken!

Inzwischen laufen die Vorbereitungen für den neunten Hilfstransport nach Pitseng, Lesotho, der für den 9. März 2016 geplant ist, auf Hochtouren: Ein Team von Yes we care! e.V. Mitgliedern aus Deutschland wird mit großen Hängern Tonnen von Hilfsgütern für bedürftige Kinder nach Pitseng fahren. Insbesondere die SchülerInnen in unserem Patenschaftsprogramm werden wie immer von dieser Aktion profitieren! 

 

 

Wir kaufen jede Menge Schreibwaren …

Berge von Toilettenpapier …

 

 

und Decken und Waschpulver.


 

Tausende von Schulbekleidungsstücken …

 

…werden uns ins Haus geliefert.

 

Hier wird alles wieder ausgepackt, sortiert und erneut abgezählt.

 

Zum Glück haben wir so viele helfende Hände beim Packen!!

 

Die fertig gepackten Päckchen mit Namen versehen.

 

 

Jetzt sind wir so weit: Alles ist verpackt und wartet auf den großen Tag!!

 

Ein weiterer Tag mit vielen HelferInnen für das Packen der 700 Süßigkeiten-Päckchen für unsere Kinder Jetzt kann der 9. März 2016 kommen, wir sind gut vorbereitet!

Wir danken allen SpenderInnen und PatInnen, die mit ihren großzügigen Spenden diese vielen Projekte möglich machen, von ganzem Herzen!