Vom 11.03. bis 15.03.2015 hat Yes we care! e.V. zum achten Mal einen Hilfstransport nach Pitseng in Lesotho mit Tonnen von Schulkleidung, Schulmaterialien, Toilettenartikeln, Decken, Medikamenten und vielen Extras wie Kuscheltieren, Spielsachen, Schulranzen, Obst und Süßigkeiten erfolgreich durchgeführt. Hunderte von Gymnasial- und GrundschülerInnen haben auch dieses Mal wieder von den Hilfsgütern profitiert.

Das Team von Yes we care! e.V. bestand aus dem 1. Vorsitzenden, Peter Lang, der Schatzmeisterin, Irina André-Lang sowie Gästen aus Deutschland: Eva-Maria John, die Patin mehrerer Schülerinnen an der Pitseng High School ist, und Maria Aumüller, Tochter von Paten, und ihrem Freund Felix Gläser.

 

Das Vorbereitungsteam vor und nach dem Packen aller 100 Kleidungskisten.

 

Nach einer insgesamt problemlosen (Ein-)Reise nach Lesotho war die Freude der vielen bedürftigen Kinder bei unserer Ankunft am 12.03.2015 wie immer riesengroß und ein wunderbares Erlebnis.

Da jedes Jahr die mitgebrachten Äpfel und Süßigkeiten einem starken Schwund unterlagen, bevor sie verteilt werden konnten, haben wir dieses Jahr für jedes Kind ein Süßigkeiten-Päckchen gepackt und diese über 800 Päckchen erst dirket vor der Verteilung aus den Autos hervorgeholt. Eine Schule in Deutschland hatte das Geld für diese Extra-Freude gespendet.

 

Dank der Vorarbeit, bei der für jedes bedürftige Kind ein einzelnes Packet gepackt wurde, das genau die richtigen Kleidungsstücke in den richtigen Größen enthält, gestaltete sich auch die Verteilung der vielen Güter einfach und schnell.

 

2014 waren einige Grundschulkinder traurig, da die handgestrickten Pullover nicht für alle gereicht hatten. Dank vieler fleissiger Strickerinnen konnten wir dieses Jahr aus einem Berg von mit mit Liebe hergestellten Stricksachen alle Kinder glücklich machen. Auch die Spielsachen fanden großen Anklang.

 

Alle SchülerInnen in unserem Patenschaftsprogramm erhielten dieses Jahr zusätzlich einen Schulranzen, der große Freude auslöste. Jetzt müssen sie ihre Schulsachen nicht mehr unter den Arm klemmen und können wie die anderen SchülerInnen alles sicher im Ranzen verstauen. Auch die schwarzen warmen Mützen wurden sofort von allen getragen.

 

Am Nachmittag des 12.03.2015 fand das Treffen mit der Schulleiterin Sister Alice statt, der es weiterhin immer besser geht – nachdem sie im Dezember 2013 fast bei einem Autounfall ums Leben gekommen wäre und schwer verletzt wurde. Auch die Lehrerinnen des Anti-Aids-Clubs der Pitseng High School, Mrs. Makabelo Tenane, Mrs. Mpho Makhalanyane und Ms. Mojabeng Tau, waren bei dem Treffen anwesend.

 

Eva-Maria John, Felix Gläser, Maria Aumüller, Peter Lang        Eva-Maria John behandelt Sister Alice.


Makabelo Tenane, Mpho Makhalanyane, Sister Alice, Mojabeng Tau
Wichtige Themen wurden diskutiert:

- Der geplante Bau unseres Internatsgebäudes für Jungen
- Finanzen
- Die massive Verschlechterung der akademischen Ergebnisse der Schule in 2014 und die geplanten
  Gegenmaßnahmen, um diese wieder zu verbessern. Die Schule wird den SchülerInnen im Yes we care! e.V.
  Patenschaftsprogramm Nachhilfe anbieten, damit sie ihre sowieso schon über dem Durchschnitt der Schule
  gelegenen Ergebnisse noch weiter verbessern können.
- Besuche der SchülerInnen durch PatInnen im Patenschaftsprogramm von Yes we care! e.V.
- Und viele weitere Themen.

Die Kommunkation und Zusammenarbeit zwischen Yes we care! e.V. und Pitseng Hich School gestaltet sich manchmal langsam, aber am Ende werden immer Lösungen gefunden.

Am nächsten Tag, Freitag,13.03.2015, war nach dem täglichen Morgenapell ein Treffen mit dem Bauunternehmen Tsiamo aus der Hauptstadt Maseru zur Planung des Jungen-Internatsgebäudes geplant. Leider erschien Mr. Thabo Sebele nicht wie verabredet. Sister Alice, die Schulleiterin, zeigte uns zum wiederholten Mal ein neues Grundstück, auf dem das Gebäude aus Sicht der Pisteng High School gebaut werden sollte. Bei zwei vorigen Besuchen waren jeweils sehr gut geeignete Grundstücke vorgeschlagen worden, die jetzt nicht mehr zur Verfügung gestellt wurden, da es sich bei ihnen um gutes Agrarland handele.

 

Dieses Mal wurde uns ein sehr kleines, ungesichertes, versumpftes Gebiet außerhalb des Schulzauns gezeigt mit Blick auf die Lehrer-Toiletten und direkter Nähe zum Sportplatz, dafür großer Entfernung zu den Schultoiletten. Diese Gelände erscheint uns aus mehreren Gründen nicht geeignet und Yes we care! e.V. wird erneut mit der Schule über einen geeigneteren Bauplatz verhandeln oder doch außerhalb des Schulgeländes bauen müssen.

Anschließend fand der Besuch der 80 SchülerInnen im Patenschaftsprogramm von Yes we care! e.V. und ein Treffen mit ihrer Betreuerin, Ms. Mojabeng Tau, statt. Es ist jedesmal einfach wunderbar, mit diesen jungen Menschen in einem Raum zu sein! Sie kommen alle aus sehr schwierigen sozialen Verhältnissen, die meisten haben nur noch einen Elternteil oder keine Eltern mehr. Ohne die Hilfe ihrer PatInnen wären sie nicht in der Schule und viele würden hungern. Stattdessen sitzen sie vor uns, wohlgenährt, gut gekleidet, teilweise mit ihren neuen Brillen versorgt, dankbar, dass sie die Schule besuchen können! Sie erhalten Briefe und Geschenke ihrer PatInnen und Bilder, die wir von jedem vorigen Treffen von ihnen abziehen lassen, damit sie auch einmal ein Foto von sich selber in der Hand halten können. Die neu dazugekommen Patenkinder bekommen ein T-Shirt mit dem Logo von Yes we care! e.V., das sie mit Stolz tragen. Dann machen Maria und Felix mit großen Hallo Fotos von jedem einzelnen Patenkind und es werden Gruppenfotos geschossen.

 

Alle 80 Kinder im Yes we care! e.V. Patenschaftsprogramm

 

Eva-Maria John kann Zeit mit ihren Patenkindern verbringen. Eines ihrer Patenkinder hat im Dezember 2014 einen Sohn auf die Welt gebracht: Tsitso. Deshalb setzt sie jetzt für ein Schuljahr aus, wird dann aber dank der Hilfe ihrer Mutter, die ihren Sohn versorgen wird, mit der Schule weitermachen können.

 

Eva-Maria John mit zwei ihrer Patenkinder            und mit Tsitso und seiner Mutter!

 

 

Maria lernt das Patenkind ihrer Eltern persönlich kennen, was für beide ein Erlebnis ist.

 

Maria Aumüller mit Patenkind

 

Wir sind froh, dass sich Ms. Mojabeng Tau trotz der wachsenden Zahl von SchülerInnen in unserem Patenschaftsprogramm nicht überfordert fühlt und immer noch der großen Aufgabe gewachsen ist. Eine Herausforderung, die sich bei der Auswertung der 80 Berichte unserer Patenkinder herausstellt, ist, dass fast alle über Augenprobleme klagen. Es scheint, das die Aussicht, einen Tag Schule zu verpassen und stattdessen einen „Ausflug“ zum Optiker in der Hauptstadt Maseru machen zu dürfen, bei vielen zu akuten „Augenproblemen“ führt. Wir werden eine Lösung finden müssen, die dieser Situation gerecht wird und die wir finanzieren können.

Viel zu schnell ist die Zeit mit den Patenkindern leider wieder vorbei!

Danach machen wir einen Rundgang über das Schulgelände.

„Unseren“ 4 Kühen und 4 Kälbern geht es ausgezeichnet (eine Kuh ist wieder trächtig)! Auch der 2-jährige Bulle Mango macht sich prächtig. Die Schweine vermehren sich wie Kaninchen, momentan steht ihre Zahl bei 58! Die Hühner waren alle vor Weihnachten 2014 in den Topf gewandert, die neu bestellten 500 Hühner werden demnächst eintreffen.

 

Nach einem schweren Krankheitsausbruch mit Durchfall und Erbrechen im August 2014, der für eine Woche zur Schließung der Schule geführt hatte, wurde die Küche nach Auflagen des Gesundheitsministeriums weiter renoviert. Es gibt jetzt saubere Teller für alle Kinder, die von den Küchenangestellten gewaschen werden. Die Ernährung wird auch verbessert: zum ersten Mal enthielt die Kohlsuppe auch viele Tomaten!

 

Eine große Freude ist der Besuch des neuen Mädcheninternatsgebäudes, das seit Januar 2015 von den Nonnen des Ordens in Betrieb genommen wurde: Es gibt endlich einen Aufenthaltsraum für die über 300 Mädchen, die an der Schule wohnen. Sie können an richtigen Tischen auf Bänken sitzen, essen, lernen und abends oder am Wochenende auch einmal Fernsehen! Die immer noch sehr großen und vollgestellten Schlafzimmer sind mit guten doppelstöckigen Bettgestellen ausgestattet, die zum Hinaufklettern eine Leiter haben.

 

In jedem Bett liegt eine feste Matraze und für jedes Mädchen wird ein abschließbarer Spind zur Verfügung gestellt. Zusätzlich gibt es einen Raum mit Regalen, in dem die Koffer der Mädchen mit ihren Toilettenartikeln aufbewahrt werden. Ein Extra-Raum soll in Zukunft als Krankenzimmer benutzt werden.

 

Frühstück und Abendessen nehmen die Mädchen im Internat ein. Es gibt Teller, Tassen, Suppenschüsseln, Löffel und eine gesunde Auswahl an Nahrungsmitteln, wie z.B. Dosensardinen. All dies war bis Ende letzten Jahres nicht denkbar!

 

Ein riesiger Fortschritt, der den Mädchen ein menschenwürdigeres Leben und bessere Bedingungen zum Lernen ermöglicht. Leider sind  die Toiletten, Duschen und fast alle Wasserhähne im neuen großen Waschraum nicht nutzbar, da der Wasserdruck im ersten Stock nicht ausreichend ist….

Die Lebensbedingugen für die Jungen an der Schule sind im Vergleich dazu beschämend! Sie müssen weiterhin in kleinen verfallenen Räumen mit zerbrochenen Fenstern leben, die ausser wackeligen Bettgestellen nichts an Mobiliar zu bieten haben. Es wird höchste Zeit, dass wir hier eingreifen und ihnen menschenwürdige Bedingungen schaffen!

 

Die Jungenunterbringungen sind schockierend im Vergleich zum neuen Mädcheninternat!

 

Der von einer deutschen Schule gestiftete Wassertank, der unfachmässig installiert worden und bei der ersten Füllung kollabiert war, liegt immer noch unverändert zerbrochen am Boden.    Die Schule will ihn demnächst durch einen Neuen ersetzen lassen, wenn die anderen zeit- und arbeitsaufwendigen Projekte abgeschlossen sein werden.

Ähnliches gilt für das Toiletten/Biogas-Projekt, das hoffentlich noch vor Wintereinbruch endlich mit dem inzwischen entstandenen Gas Waschwasser für die Mädchen erwärmen wird. Der Anschluß der Rohre an einen „Herd“ hatte wegen der Bauarbeiten um das neue Internat verschoben werden müssen.

 

Das Häuschen für den „Herd“, in dem das Gas in Zulunft das Waschwasser erwärmen soll.

 

Am letzten Tag unseres dreitägigen Besuchs hatten wir Gelegenheit, mit unseren Gästen ins Landesinnere zum Katse Stausee zu fahren.

 

Felix Gläser, Maria Aumüller und Eva-Maria John vorm Katse Stausee.

 

Diese Fahrt in die Maluti-Berge gab wunderbare Einblicke in den Alltag der Basotho, die größtenteils noch in einer vergangenen Zeit leben, ohne Strom und Wasseranschluß, ohne Waschmaschine, ohne die für uns selbstverständlichen Errungenschaften der Zivilisation. Eva-Maria John sagte immer wieder: „Dies ist eine Reise in die Vergangenheit!“ Schön waren Momente wie der Mosotho-Reiter in seiner typischen Decke auf dem Sotho-Pony, der sich ein Handy ans Ohr hielt!

 

Am Katse See besuchten wir auch den botanischen Garten, wo wir die Nationalpflanze Lesothos, die wunderschöne Spiral-Aloe, sehen konnten.

 

Nach drei erlebnissreichen Tagen traten wir schweren Herzens unsere Heimreise an.

 

Yes we care! e.V. bedankt sich von Herzen bei allen Menschen, die diesen achten Hilfstransport durch Ihr Engagement und Ihre Spenden möglich gemacht haben!!

 

Ohne diese Unterstützung könnten wir das Leben der vielen Kinder, die davon profitiert haben, nicht erleichtern! Wir freuen uns über jede weitere Hilfe, damit wir die jedes Jahr größere Aufgabe weiter bewältigen können!