Geschrieben von Help Lesotho
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“Leuchte als gutes Beispiel”
Yes we care! e.V.
Ferien-Camp 06. – 11. Juni 2014
Bericht von „Help Lesotho“
Übersetzung durch Yes we care! e.V.


Das diesjährige Camp-Motto lautete "Leuchte als gutes Beispiel", basierend auf dem Song "Diamanten“ von Rihanna. Der Song wurde umgetextet und von den Jugendlichen im Laufe der gesamten Woche immer wieder gesungen. Das Thema kam auch mit einem neuen Refrain: "Sei die Veränderung, mache die Veränderung, führe zu Veränderung".

 


 
Lachen, Freude, Lernen und  am Wichtigsten – Liebe – waren im diesjährigen Ferien-Camp, das von Help Lesotho  organisiert wurde, allgegenwärtig. Aufgrund der Unterstützung der Patinnen und Paten von Yes We Care! e.V. konnten 64 Kinder an diesem Camp teilnehmen.
Dies war das zweite Jahr mit einem Ferien-Camp für viele der Schüler/innen, die sich über die Möglichkeit freuten, an einer weiteren Woche des unbeschwerten Lernens teilnehmen zu können.

Der Ansatz von „Help Lesotho“

Unterricht: Die Jugendlichen erhalten Unterricht in „Lebensfähigkeiten“. Die Moderatoren verwenden einen partizipatorischen Ansatz, um das Verständnis der Kinder für diese Themen zu maximieren.
Ausführung: Es ist wichtig, dass die Jugendlichen die Chance bekommen, das Gerlernte in Aktion umzusetzen. Während des Camps nehmen sie an einer Aktion in der Gemeinde Leribe teil und werden ermutigt, das Neugelernte mit anderen zu teilen.
Psychosoziale Unterstützung: Das Camp bietet einen sicheren Ort für die Jugendlichen, Hilfe für die Herausforderungen in ihrem Leben zu bekommen. Die Mitarbeiter von Help Lesotho stehen rund um die Uhr zur Verfügung, um Unterstützung, Trost und Rat für alles, was die Kinder durchmachen, anzubieten.

 


 
Während der Woche wurden folgende Themen behandelt:
1.    HIV und Aids
Die Teilnehmer/innen lernten, wie wichtig es ist, den eigenen HIV-Status zu kennen, wie man eine Übertragung von HIV verhindern kann und wie man positiv leben kann. Gängige Verhaltensweisen sollten die Schüler/innen selbst in die Kategorien „niedriges Risiko“, „mittleres Risiko“ und „hohes Risiko“ einstufen.
2.    Gesunde Beziehungen
Dieses Modul half den Teilnehmer/innen, die Unterschiede zwischen gesunden und schlechten Beziehungen zu erkennen.
3.    Gleichberechtigung der Geschlechter
Die Teilnehmer/innen lernten den Unterschied zwischen biologischem Geschlecht und Geschlechterrolle als Grundlage dafür, dass sich diese Rollen im Laufe der Zeit verändert haben und auch in der heutigen Gesellschaft weiterhin verändern.
4.    Gruppendruck
Nach Aussagen der Teilnehmer/innen war dieses Thema das wichtigste für sie. Die Jugendlichen diskutierten Verhaltensweisen, in die sie durch Gruppendruck verfallen, und deren Konsequenzen. Sie übten Möglichkeiten, nein zu sagen.

 



5.    Alkohol und Drogen
Die Teilnehmer/innen erfuhren viel über die Folgen von Alkohol- und Drogenkonsum und entwickelten gemeinsam Strategien, wie sie den Missbrauch dieser Substanzen vermeiden können.
 


6.    Sexuelle Gewalt
Das Thema „Sexuelle Gewalt“ hatte einen großen Einfluss auf die Jugendlichen. Der Unterricht konzentrierte sich darauf, was eine Vergewaltigung ausmacht und auf die Tatsache, dass zum Sex ausdrückliche Zustimmung gegeben werden muss. Viele Kommentare in den späteren Auswertungen machten deutlich, dass sie gelernt haben, nein zu sagen und dass „Nein“ tatsächlich „Nein“ bedeutet!

 



Engagement in der Gemeinde


Die Jugendlichen erhielten die fantastische Gelegenheit, ihren Gemeindeleitern in Leribe gegenüberzusitzen und das Thema „sexuelle Gewalt“ zu diskutieren. Die Jugendlichen wollten Antworten zu dem Thema, wollten wissen, was die Behörden derzeit gegen dieses Problem tun, wie der Erfolg der jeweiligen Maßnahmen dabei ausschaut und welche Strategien geplant sind, um es langfristig zu beenden.
Die Teilnehmer/innen wurden in 4 Gruppen aufgeteilt und gingen zu verschiedenen Behörden in der Stadt. Sie hatten dabei Treffen mit dem Landrat, dem Jugendministerium, der Abteilung für Kinderschutz und Gleichberechtigung der Geschlechter und der Justizbehörde.

 



Büro des Landrats: Der Landrat bestätigte die Herausforderungen von sexueller Gewalt im Landkreis und erzählte von seiner Rolle als Aufseher aller Dienste in Leribe, die der Verringerung von sexueller Gewalt gewidmet seien. Er bat die Jugendlichen für Anregungen zu diesem Thema.
Jugendministerium: Die Teilnehmer/innen lernten hier, wie das Ministerium aktiv versucht, das Gesetz gegen sexuelle Straftaten durchzusetzen, dass es aber sinnvoller wäre, mehr Fokus auf Verhaltensänderungen und nicht auf härtere Strafen zu legen.
Abteilung für Kinderschutz und Gleichbereichtigung der Geschlechter: Die Polizeibeamten erklärten einige der Hindernisse, mit denen sie konfrontiert sind, und bekräftigten ihr Engagement bei der Untersuchung von angezeigten Vergewaltigungen. Dieser Besuch zeigte den Teilnehmer/innen, wie zugänglich die Polizei sein kann.
Justizbehörde: Dieser Bereich berichtete über ihr Rehabilitationsprogramm für Sexualstraftäter in Gewahrsam. Sie erzählten den Teilnehmer/innen von der Herausforderung, sich um so viele Straftäter mit so wenigen Sozialarbeitern kümmern zu müssen.


Realität in Lesotho


Statistik zu Gewalt gegen Frauen, Quelle: UNDP
• 61% der Frauen berichteten, dass sie sexuelle Gewalt an einem bestimmten Punkt in ihrem Leben erfahren haben.
• 40% gaben an, zum Sex gezwungen worden zu sein.
• 50% gaben an, sexuell angegriffen worden zu sein.
• 22% der Frauen berichteten, dass sie vergewaltigt worden waren.


Höhepunkte des Ferien-Camps


Team-Building
Der zweite Nachmittag war voller Spaß! Die Schüler/innen nahmen an Team-Building-Übungen teil, um eine starke Beziehung untereinander aufzubauen. Dabei kamen u.a. folgende Aktivitäten und Methoden zum Einsatz: Spinnennetz, Minenfeld, Staffelläufe, menschliche Knoten, Überqueren eines Flusses und die menschliche Pyramide. Beim Besprechen der Spiele sprachen sie über Teamarbeit, Kommunikation und Vertrauen. Die Teilnehmer/innen hatten eine tolle Zeit, diese neuen Aktivitäten auszuprobieren!

 



Film-Tag
An Tag 4 des Camps versammelten sich die Teilnehmer/innen in der Haupthalle und sahen den Film „Girl Rising“. Der Film erzählt die Geschichten von neun Mädchen aus verschiedenen Teilen der Welt, die um ihre Ausbildung zu bekommen Hindernisse überwinden, in der Hoffnung, den Kreislauf ihrer Armut zu durchbrechen.

 


 
Talent-Shows
Jede Nacht zeigten die Teilnehmer/innen ihre erstaunlichen Fähigkeiten bei den Talent-Shows. Die Vorstellungen beinhalteten traditionelle und moderne Tänze, Lieder von Solisten und Chören sowie Dramen und Gedichte zu sozialen Fragen, mit denen die Jugendlichen in ihrem Leben konfrontiert sind.

 


 
Auszeichnungen
Auszeichnungen waren für die Jugendlichen eine Möglichkeit, ihre gegenseitigigen Führungsqualitäten zu erkennen. Jede/r Teilnehmer/in hatte ein Postfach, das während der Woche in der Halle aufgehängt war. Kamerad/innen und Moderatoren konnten ihre Wertschätzung für einander darin ausdrücken. Am Ende nahmen die Schüler/innen diese „Umschläge der Liebe“ mit nach Hause, um sich daran zu erinnern, wie besonders sie sind.

 


Lehren aus dem Camp

Im Folgenden sind einige der Dinge genannt, die die Jugendlichen anonym in der Camp-Auswertung mitgeteilt haben über das, was sie gelernt haben.
"Ich habe gelernt, dass unsere Kameraden uns nicht dazu ermutigen sollten, dumme Fehler zu machen und dass wir Selbstvertrauen haben sollen, nein zu Gruppendruck zu sagen."
"Ich habe gelernt, ein guter Führer zu sein"
"Ich werde meinen Freunden raten, hohes Selbstwertgefühl zu haben und für das einzustehen, was er / sie gesagt hat."
"Ich werde das anwenden, was ich im Camp für mein Leben gelernt habe. Ich möchte ein Beispiel in meiner Gemeinde und für meine Schulkameraden sein. "
"Ich werde mein schlechtes Verhalten ändern und gutes Verhalten zeigen."
"Ich habe gelernt, dass wir alle eine Rolle bei der Unterbindung sexueller Gewalt spielen."
"Ich habe gelernt, dass ich andere gleich behandeln sollte."
"Ich werde mit meinen Kameraden über HIV und AIDS reden, am meisten über die Mythen in Bezug auf Bewusstsein und Schutz."
"Ich habe gelernt, dass ich eine Verantwortung habe, anderen Menschen zu helfen."
"Ich werde niemals andere diskriminieren."


Lob für das Camp

Die Jugendlichen wurden auch gefragt, wie das Camp einen Unterschied in ihrem Leben macht ...

"Mein Leben war Untergang vor diesem Camp, aber danach wird mein Leben anders sein und ich werde anderen Menschen in meinem Club helfen, ihr Verhalten zu ändern."
"Ich weiß, dass ich mich jetzt jeder Herausforderung stellen kann."
"Es gab mir das Beste, das ich für den Rest meines Lebens nicht mehr vergessen werde: zu allem, was zerstört, „Nein“ zu sagen. Dranbleiben! "
"Es hilft mit, ein gutes Beispiel zu sein."
"Ich kann mich Herausforderungen stellen und ich muss hart arbeiten, egal in welcher Situation ich bin."
"Ich weiß die Ansichten des anderen zu schätzen und zu respektieren."