Kingdom in the Sky,
where our smiles are as wide as the mountains!
Bericht von Claudia Dechand aus Regensburg über ihren sechswöchigen Freiwilligen-Einsatz als Musiklehrerin


Abreise
Am 11. Februar 2014 sollte es so weit sein. Meine Reise nach Lesotho/ Pitseng begann.
Ich wusste bis dahin noch nicht, wer mich vom Flughafen abholen wird - ist überhaupt jemand da, der mich abholen wird? Und tatsächlich, die Türen öffneten sich und es warteten zwei bezaubernde Menschen mit einem Schild „Welcome Claudia“ auf mich. Es waren mein Patenkind Eketsang und die Lehrerin Mpho. Später lernte ich dann auch den Musiklehrer Setho kennen. Sie schenkten mir ein freundliches Lachen und eine liebe Umarmung. Dieser Moment war herzlich, warm und schön, sodass ich mich von dieser Sekunde an sicher, angekommen und wie zu Hause fühlte.

 

Eketsang, Claudia und Mpho



Wir machten uns auf den Weg - ein sehr schlacksiger und dürrer Mann wartete im Auto auf uns und stellte sich später als Fahrer heraus. Ich durfte mich auf den Beifahrersitz setzen. Wir fuhren nach Maseru, die Hauptstadt Lesothos. Ab diesem Zeitpunkt war es angesagt, nur noch Englisch zu sprechen – die erste große Herausforderung, der ich mich zu stellen hatte.
Mein größter Wunsch, Sister Alice kennenzulernen, erfüllte sich gleich nach meiner Ankunft. Wir besuchten sie im Mutterhaus ihres Ordens, wo sie immer noch gepflegt wird.
Sister Alice war mir von Fotos als schlanke Person mit zerbrechlicher Statur bekannt. Nun, nach ihrem Unfall, den zeichnenden Narben in ihrem Gesicht, den fehlenden Zähnen, dem linken verletzten Arm, wirkte sie auf mich noch zerbrechlicher und tat mir sehr leid. Ihr starker Glauben und ihre lebenslust machen sie jedoch zu einer sehr tapferen und bewundernswerten Persönlichkeit.

 


Mpho, Eketsang, Sister Alice und Claudia



Wir verbrachten ein bisschen Zeit mit Sister Alice, lachten viel, lernten einander kennen und machten uns dann auf den zweistündigen Weg nach Pitseng. Ich war schon sehr gespannt! Was wird mich erwarten?



Ziel erreicht
Heil angekommen, brachten mich Setho und Eketsang in mein Reich. Ich war überglücklich: Ein kleines Häuschen mit Spüle, Kühlschrank, Bett, Tisch, Sitzecke sollte für die nächsten 5 Wochen mir gehören. WOW! Ein echter Luxus für die Verhältnisse in Pitseng.
Es war so ein schönes Gefühl, sanft und herzlich angekommen zu sein und mit meinem Patenkind nun Hand in Hand sein zu dürfen.

 


Claudia und Eketsang


Das Paradies im „Kingdom in the Sky“ sollte ich erst am nächsten Morgen sehen ... :-)
Setho weckte mich um 7 Uhr auf. Er brachte mich zum Office, um mir alle Lehrer vorzustellen. Ich lernte u.a. Mrs. Makabelo kennen, Sister Alice Vertretung. Ich lernte noch viele andere Lehrer kennen, aber sich alle Namen zu merken? Es funktionierte einfach nicht. Vor allem konnte ich am Anfang einen vom anderen nicht unterscheiden, für mich haben erst einmal alle gleich ausgesehen.
Um 7:40 Uhr stand ich das erste Mal vor versammelter Mannschaft, die Kinder starrten mich mit großen leuchtenden Augen an – ich leuchtete zurück :-) Sie haben Gedichte vorgetragen und gesungen. Alle begrüßten mich sehr herzlich. Ich stellte mich vor, sprach ein paar Worte und erklärte ihnen, wie sehr ich mich über die gemeinsame Zeit mit ihnen freuen würde. Schon in diesen Minuten merkte ich, welch großes Herz dort alle haben. Ich war sehr beeindruckt und gerührt!

 

Morgenapell



Nach dieser wundervollen Begrüßung am Morgen fragte mich Mrs. Makabelo, ob ich nicht mit dem Fahrer zur nächst größeren Stadt namens Leribe fahren möchte, um mir ein paar Grundnahrungsmittel und Wasser zu kaufen. Da der Fahrer kein Englisch sprach, konnten wir uns nur mit Händen und Füßen verständigen. Aber wie mir ein Afrikaner so schön erklärte: „Man kann sich NICHT nicht verständigen, es gibt immer einen Weg!“ Und so hat auch das wunderbar funktioniert! Ich erlebte zum ersten Mal bei Tageslicht die unglaublich schöne Natur, das schöne Licht in Lesotho. Angekommen in der wilden Stadt, erledigten wir unsere Einkäufe.
Wieder gut in Pitseng zurück, war ich gerade rechtzeitig zum Mittagessen angekommen. Das erste Mal, dass ich das Essen der Schule probieren durfte. Ich mochte es, den täglichen Maispap und Cabbage (Kohl).

 

Kochen des Maisbrei                                                    Kohl


Ich konnte keine Worte dafür finden, was in diesen ersten Stunden in Pitseng in mir vorging, es waren so viele Eindrücke, so viele berührende Momente, so viele Gefühle – Glücksgefühle!
An diesem Tag durfte ich zum ersten Mal den Kindern meine Taschen voller Musikinstrumente präsentieren. Mit dabei hatte ich eine Ukulele, eine Melodika, eine Mundharmonika, zwanzig Blockflöten und ein Glockenspiel (gesponsert von der Bischof Manfred Müller Schule aus Regensburg). Man muss dazu sagen, dass es riesengroße Gruppen waren, insgesamt 740 Kinder und in jeder Klasse sind mehr als 50 Kinder.
Schon bei der ersten Gruppe habe ich gemerkt, wie talentiert diese Kinder sind. Traumhaft! Wie sie tanzen, wie sie singen, welches Rhythmusgefühl sie haben. WOW!
Und sie sind so glücklich und dankbar! Die erste Flötenstunde hat den Kindern und mir sehr viel Freude bereitet!


Happy Valentine
Auf diesen Herzens-Tag freuen sich alle Kinder schon das ganze Jahr! Ich konnte meinen Augen nicht trauen, als „mein Mädchen“ (mein Patenkind Eketsang) mich am frühen Morgen in einem wunderschönen Kleid begrüßte.

Eketsang


Sie hatte sich herausgeputzt, als würde sie gleich in die Disko gehen :-)
Es war wieder ein wunderschöner und sonniger, warmer Tag. Wie immer begann der Tag um 7:40 Uhr. Ich war sprachlos, als ich all die hübschen Mädchen und Jungen sah. Es war unglaublich. Die Mädchen trugen die schönsten Kleider und High-Heels. Einige trugen sogar Lippenstift und schmückten sich mit Ketten. Die Jungs hatten teilweise sogar Anzüge an.
Es war sehr schön zu sehen, wie sich die Kinder so hübsch dafür machen und es genießen, für einen Tag Prinz und Prinzessin sein zu können :-)
Diese Kleider sind für die meisten das einzig Schicke, was sie besitzen, deswegen gehen sie damit auch sehr fürsorglich und behutsam um.

 

Morgenapell am Valentines Tag


An diesem Tag führte mich Mrs. Makabelo zum ersten Mal über das ganze Schulgelände, es ist so groß und so schön. Dazu kommt die wunderschöne Landschaft rundherum und das Licht!  
Auch den Bäcker des Konvents habe ich zum ersten Mal besucht. Er versorgt die Kinder/Lehrer und das Schwesternhaus täglich mit frischem Brot.

 

In der Bäckerei des Ordens


Die Samstage & Sonntage in Pitseng
Nicht viel anders als zu Hause steht auch hier auf der Samstags-Tagesordnungsliste ganz groß PUTZEN geschrieben :-)
Ich habe meine Wäsche zum ersten Mal zwei Stunden mit der Hand gewaschen. Auch wenn es sehr anstrengend war, das selbst zu machen und nicht der Waschmaschine die Arbeit zu überlassen, war es eine gute Erfahrung. Danach eine saubere Wäsche in Händen zu halten, war ein gutes Gefühl.
Später machte ich mich gemeinsam mit meiner Eketsang und weiteren Mädchen der Schule auf den Weg zu einer 45 Minuten entfernten Höhle. Auf dem ganzen Weg wurde getanzt und gesungen. Wir hatten viel Spaß und machten unzählige schöne Erinnerungs-Fotos und Videos.

 

Claudia mit Schülerinnen in der Höhle


Die Sonntage sollten immer mit dem Kirchengottesdienst um 7:30 Uhr beginnen, doch auf dem Weg zum ersten Sonntagsgottesdienst erklärten mir die Kinder, dass ich einen Rock anziehen müsse und mit einer Hose nicht mitfeiern darf. Bis dahin wusste ich noch nicht, warum das so sein muss. Später wurde mir die kurze und einfache Antwort gegeben: Frauen müssen einfach schön sein :-)
Ich gesellte mich zu den älteren Schwestern und war hin und weg. In der Kirche wird gesungen und getanzt. Sie zelebrieren diese Feier richtig, es macht soviel Spaß, die Freude der Menschen immer und überall zu spüren!
Eine der Lehrerinnen setzte sich ab dem ersten Gottesdienst immer zu mir, um zu übersetzen. Auch wenn der Ablauf in der Kirche unserem sehr nahe kommt, so wollte ich doch auch verstehen, um was es bei den Predigten geht.

Die Zeit rennt und rennt und rennt ...
Mir wurde sehr schnell bewusst, wie schnell die Zeit vergeht und wie sehr ich die weiteren 4 Wochen noch intensiv erleben wollte. Jeder, wirklich jeder nahm mich von der ersten Sekunde herzlich auf und schenkte mir sehr viel Liebe. Das machte mir die Zeit in Pitseng so wertvoll.


Musikunterricht mit afrikanischen Wurzeln
Die folgenden Wochen verbrachte ich mit drei verschiedenen Klassen, die mir für den Musikunterricht zugeteilt wurden.
Ich wusste anfangs nicht, wie ich es schaffen sollte, so vielen Kindern auf einmal die Instrumente nahe zu bringen. Mein größter Wunsch war ee, jedes Kind für ein paar Minuten jedes Instrument spielen zu lassen. Die Augen und das Strahlen in ihren Gesichtern wurden natürlich sehr groß, als sie zum ersten Mal die Instrumente bestaunen konnten. So etwas hatten sie zuvor weder gehört noch gesehen. Es war überwältigend, wie sie sich gefreut haben. Solch große Freude und Dank habe ich hier in Deutschland noch nie in meinem Unterricht zurückbekommen.
Jeder Tag war eine neue Herausforderung. Ich gestaltete jede Unterrichtsstunde anders, musste mich auf die großen Klassen und die Verständigung in Englisch einlassen. Die Kinder schenkten mir viel Respekt und waren höchst interessiert. Sie wollten ständig Neues lernen und waren gut dabei, die Meister im „Schnell-lernen-und-umsetzen“ zu werden.
Anfangs unterteilte ich die Klassen und machte jeweils für 20 Minuten mit 10 Schülern eine Stunde Instrumentenkunde. Sie sollten sich erstmal mit den Instrumenten anfreunden und selbst darauf spielen. So konnte ich am besten feststellen, welches der Kinder besonders gut für welches Instrument geeignet war. Es waren so viele Musiktalente unter den Kindern. Ich konnte viel von ihnen lernen. In den letzten 3 Wochen widmete ich mich nur noch dem Klassenunterricht und studierte mit den Schülern meinen eigens für die Schule geschriebenen Song „Kingdom in the Sky“ ein. Ich wollte, dass den Kindern etwas von mir bleibt, wenn ich nicht mehr da sein würde - und wie sollte das besser funktionieren als mit einem Ohrwurm? :-)

 




Ob groß oder klein, beim Musizieren hatten alle ihren Spaß, auch die Lehrer. :-)

Mpho und Mrs. Makabelo



Mit dem Lehrerteam auf Achse
An meinem zweiten Wochenende organisierten die Lehrer einen Ausflug für mich. Wir fuhren zum 4 Stunden entfernten Katse Damm und verbrachten einen wunderschönen Tag.

 

Mrs. Makabelo, Claudia und Mpho am Katse See


Sogar ein Schwein wurde als Dankeschön für mich geschlachtet und am Abend gegrillt. Mit lauter Musik und ausgelassener Stimmung kamen wir spät in der Nacht wieder in Pitseng an.
Da dieser Ausflug uns allen so viel Spaß gemacht hatte, wiederholten wir das ganze zwei Wochen später. Dieses Mal war das Ziel allerdings näher: Wir fuhren zu einem nahe gelegen Park und verbrachten dort den ganzen Tag mit einer Musikanlage unter Bäumen, mit guter Stimmung und viel Tanz.

 

Lehrer/innen-Ausflug


Ein Tag voller Traditionen
Sehr schön war auch der „Cultural Day“, ein Tag, an dem die Tradition der Basothos vorgestellt wird. Die Schüler selbst schlüpfen dabei in traditionelle Kleider, stellen alte und moderne Rituale vor. Ich wurde direkt mit eingebunden und bekam von Eketsangs Oma ein typisches Sotho Kleid, einen Umhang und einen Hut geschenkt. Da dieses Gewand sehr teuer ist, wusste ich es sehr zu schätzen. Wir tanzten viel und feierten mein Hiersein und gleichzeitig leider auch meinen baldigen Abschied.

 

Cultural Day


Der Tag. auf den sich alle schon so lange gefreut haben
Es war der Tag des großen jährlichen Hilfstransports von Yes we care! e.V. Die Kinder freuten sich schon eine ganze Weile darauf. Wir bereiteten Plakate, Luftballons und jede Menge strahlender Gesichter vor und konnten die Ankunft von Irina, Peter, Helga, Ulli, Claudia und Charlotte kaum erwarten. Mit den Luftballons und den Plakaten in der Hand feierten wir ihr Ankommen, es wurde vor Freude geschrien und gelacht. Alle Kinder packten fleißig mit an, so wurden die zwei voll gepackten Anhänger in kurzer Zeit leer geräumt. Jedem einzelnen Kind war das Glück ins Gesicht geschrieben. Endlich bekamen sie wieder wichtige Utensilien wie z.B. Toilettenpapier, Zahnpasta und Zahnbürsten, Seife, Waschmittel etc. Jedes bedürftige Kind erhielt ein Päckchen gefüllt mit Unterhosen, T-Shirts, Schuhen, Jacken, BHs – jedes Paket ganz individuell, eben was für das jeweilige Kind bestellt gewesen war.

 

 

Die Kinder waren alle sehr stolz und voller Freude, das machte mich sehr glücklich. Wir feierten ein Fest und dankten dem Team von Yes we Care!e.V. mit Musik und Tanz. Ich durfte dazu beitragen und konnte mit meinen Klassen das einstudierte Lied „Kingdom in the Sky“ präsentieren.
Alle Kinder schmückten sich am Nachmittag in ihren neuen Klamotten und Schuhen, sie waren so stolz und freuten sich sichtlich über die Hilfe von Yes we care! e.V.. Das war ein unvergesslich schöner Tag.

 


Ich hatte bis zu diesem Tag bereits so viele besonders schöne Momente erlebt und wollte gar nicht daran denken, dass mein Aufenthalt hier ein Ende hat - ich hatte sowohl die Lehrer als auch die Schüler so sehr in mein Herz geschlossen. Doch selbst mein Abschied wurde mir bei all der Herzlichkeit leichter gemacht.

Die letzte Nacht im großen Schlafsaal
Der letzte Abend rückte immer näher, ich wollte unbedingt noch eine Nacht im großen Schlafsaal mit über 50 Mädchen und meiner Patentochter Eketsang verbringen. Ich wollte erleben, wie es sich anfühlt, in einem Raum zu sein, wo ein Bett an dem anderen klebt und teilweise zwei Mädchen in einem Bett schlafen müssen.
Die Mädchen wussten nichts von meinem Plan und so überraschte ich sie, es war also auch spannend für mich, wie sie darauf reagieren würden.
Doch sie nahmen mich liebevoll und voller Freude auf. Einige waren jedoch gerade dabei, sich umzuziehen und schämten sich, es war ihnen im ersten Moment unangenehm, dass ich sehe, wie sie schlafen und wie es dort aussieht und riecht. Es lag ein durchdringender Gestank in der Luft, unter den Betten standen Schüsseln und Eimer, die die Mädchen teilweise nachts benutzen, wenn sie auf die Toilette müssen. Dazu gesellt sich an der Zimmerdecke schwarzer Schimmel. Die Mädchen schlafen mit ein paar Wolldecken auf einem Holzbrett. Es ist schrecklich, aber mit einem Kuscheltier im Arm und dem strahlenden Lächeln im Gesicht der Mädchen vergisst man jegliche unangenehme Situation wie diese.
Wir tanzten noch ein wenig und lachten, auf großen Wunsch habe ich den Mädchen noch „Gute Nacht“ vorgesungen und im Gegenzug haben sie mir ein afrikanisches Gute-Nacht-Lied vorgesungen. Dieser Moment war für mich besonders berührend.
Für Eketsang und mich war ein Bett vorbereitet, wir hatten kaum Platz und kuschelten uns ganz eng aneinander, Arm in Arm und Nasenspitz an Nasenspitz, so sind wir eingeschlafen. Ich hatte Eketsang einen MP3 Player geschenkt, den sie die ganze Nacht nicht mehr losgelassen hat, damit ihn ihr niemand mehr wegnehmen kann. Sie schlief mit den Stöpseln im Ohr und bei laufender Musik ein.

 


Eketsang und Claudia                               


Die Kinder mussten schnell schlafen, um 4 Uhr morgens bzw. nachts wurde das Licht schon wieder angemacht. Kaum zu glauben, dass sie in der finsteren Nacht auf den Beinen sein sollen. Wenn 15 Minuten später immer noch welche im Bett schlummern, kommt die „Mama“ (Hausmutter), die die Mädchen aus den Federn kitzelt, bis sie wach sind und endlich aufstehen. Sofort müssen die Betten gemacht werden, die Zähne werden geputzt, es wird sich gewaschen – natürlich alles auf Sparflamme, da es weder Shampoo noch ausreichend Zahnpasta gibt. Dann ist „Lernzeit“ bis 7:40 Uhr. Für mich war das eine der unvorstellbarsten Dinge an der Schule: Die Kinder, die an der Schule übernachten, haben kaum Freizeit. Der Tag beginnt um 4 Uhr morgens und endet am Abend um 22 Uhr. Dazwischen gibt es gerade einmal eine Stunde Mittagspause und vereinzelt kleinere Pausen, ansonsten wird gelernt.

Irina, ohne die ich niemals von Lesotho erfahren hätte (meine Wegweiserin)
Abschließend will ich mich von Herzen bei Irina bedanken. Nur durch ihre Hilfe konnte ich meinen Traum erfüllen, eine unvergessliche Zeit erleben und mein Patenkind kennenlernen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich denke, meine Eketsang hat meine Anwesenheit sehr genossen. Ich konnte ihr für 5 Wochen eine Mama sein, so wie sie es als Vollwaisenkind schon seit ihrem 4. Lebensjahr nicht mehr kannte.

 

Claudia und Irina


Ich habe unendlich viel gelernt – für mein Leben. Die Reise nach Pitseng hat mich geprägt, jeder Moment, jeder Blick und jede Geste der Menschen hat mich beflügelt. Es hat mich tief berührt, am allermeisten wohl die Dankbarkeit, die sie mir geschenkt haben. Sie haben mich gelehrt, wie wenig man braucht, um so glücklich zu sein. Das Wichtigste ist die Liebe im Herzen. Und davon haben die Kinder und Lehrer in Pitseng mir jede Menge geschenkt. Ich denke seit meiner Rückkehr jeden Tag an das Land und das Leben dort und freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen mit den Sonnenkindern.

Vorab schicke ich meiner Eketsang und ein paar anderen Kindern aber noch ein paar warme Klamotten, damit sie es dort zur jetzigen Winterzeit wärmer haben.
Sehr berührend ist es zu sehen, wie ein komplettes Leben in eine winzige Kiste passt. Alle Kinder, die dort übernachten, besitzen so eine Kiste, in der Kleider und alles Wichtige verschlossen werden. All ihr Hab und Gut befindet sich in einer winzigen Kiste.

 

Kisten in der Aufbewahrungskammer


Welchen Luxus wir leben und wie gut es uns doch geht ... das wurde und wird mir durch meinen Aufenthalt in Pitseng mehr und mehr bewusst. Zum Beispiel auch dadurch, dass für diese Kinder ein kahlgeschorener Kopf, sowohl für Mädchen und Jungen, völlig normal ist, da sie mangels Hygiene und fehlendem Shampoo nicht anders können ...

 

Beim Haarescheren


Für mich war es genau die richtige Zeit am richtigen Ort. Ich wurde reichlich mit Musik und Tanz beschenkt und konnte gleichzeitig mit meinem Musikunterricht den Kindern Freude bereiten. Über die Musikinstrumente, die ich alle dort gelassen habe, können sie sich nun jeden Tag freuen. Ich habe Ihnen Hausaufgaben gestellt, die sie erfüllt haben sollen, wenn ich das nächste Mal nach Pitseng reise – und ich werde wiederkommen! Um meine Patentochter in die Arme zu schließen und in die wohl dankbarsten Kinderaugen der Welt zu blicken.

 

                  Eketsang und Claudia