Im Februar 2014 ergab sich für mich die Möglichkeit, im Rahmen eines Aufenthaltes in Südafrika die Pitseng High School zu besuchen. Sowohl das Gymnasium Bad Waldsee in Baden-Württemberg wie meine Familie unter-stützen ein Patenkind an der Schule. Nach nunmehr fast 20 Jahren regelmäßiger Aufent-halte im südlichen Afrika war es für mich das erste Mal, Lesotho zu besuchen. In Gedanken noch in der geschäftlichen Welt von Pretoria, fuhr ich die traumhaft schöne Landschaft des Golden Gate National Park durchquerend an die Grenze nach Caledonspoort.


Die (für einen Touristen) schnelle und unbürokratische Grenzabfertigung ließ mich noch weiter auf der Straße nach Butha-Buthe in meiner südafrikanischen Welt träumen. Unmittelbar am Ortsrand von Butha-Buthe erwachte ich jedoch jäh in einem bunten Treiben zwischen Shacks and Shelters und buntem lauten Markttreiben.

 

Aufgeweckt von der Lautstärke und den Gerüchen sowie einer schnellen Coke am taxi rank ging die Fahrt weiter über Leribe, das Tal leicht ansteigend, nach Pitseng. Die sommerlich grünen Felder mit der grüngrauen Silhouette der ansteigenden Berge und den verstreut liegenden Hütten und Häusern boten einen traumhaft schönen Anblick – Welcome at Pitseng High School!

 

Ms. Tau und Mrs. Mpho begrüßten mich warmherzig. In einem fast zweistündigen Ausflug in alle Ecken und Enden des Geländes zeigte mir Mrs. Mpho die Schule, ermöglichte Kurzbesuche in Unterrichtsstunden, kurze Gespräche mit Lehrern und Schülern sowie ein Einblick in Küche, Bäckerei, Schlafräume und Stallungen.

 

Anschließend bot sich die Gelegenheit, in einem kurzen Gespräch die Patenkinder etwas näher kennenzulernen. Beide Mädchen waren sehr schüchtern, gaben auf Fragen aber gerne Antworten zu ihrer Klasse, über ihr Wohnen in der Schule bzw. zu Hause, ihre Lieblingsfächer und was sie später gerne machen würden. Erfreut waren natürlich beide über die Geschenke, die ich aus Deutschland vom Gymnasium Bad Waldsee und meiner Familie bringen durfte. Besonders gefreut hat mich, dass unser Patenkind ein Lied für meine Kinder gesungen hat und ich dies als kleinen Film für sie mit nach Hause nehmen konnte.

 

                          Lehrerkollegium                                                             Morgenappell

Derzeit werden an der Schule 740 Kinder unterrichtet, davon ca. 2/3 Mädchen und 1/3 Jungen. Es unterrichten momentan 35 Lehrer (davon 5 student teacher) in einer Klassengröße von 45 bis 55 Kindern. Phasenweise unterrichtet ein Lehrer zwei Klasen in 2 aneinander grenzenden Räumen. An der Schule permanent untergebracht sind 350 Mädchen und 33 Jungen. Die Jungen sind Kinder, deren Väter als Minenarbeiter ihr Leben in Südafrika verloren und die aufgrund vertraglicher Verpflichtungen seitens der südafrikanischen Minengesellschaft unterstützt werden. Die Jungen sind in 3 kleinen Unterkünften untergebracht. Die Mädchen schlafen in 2 Gebäuden in insgesamt 3 Schlafräumen. Derzeit erfolgt seitens der Trägergesellschaft „Sisters of Charity of Ottawa“ ein Neubau, welcher sich im Rohbau befindet und für die Unterbringung weiterer Kinder genutzt werden soll.
Am nächsten Morgen durfte ich noch am Morgenappell im Schulhof teilnehmen und Grußworte an die Kinder richten.

 

Die Kinder, die wir von Deutschland aus als Patenkinder unterstützen, sind Samen, die aufgehen und als Erwachsene die Zukunft des Landes Lesotho aufgrund ihrer erhaltenen Bildung mit gestalten und entwickeln können. Aus den Samen werden Stärkere und Schwächere, mit unserer Unterstützung helfen wir dem Gärtner sie zu gießen, aufzurichten und zu pflegen. Wir sollten jedoch auch unser Augenmerk auf die Gartengestaltung und -anlage richten und darauf hinwirken, dass die Samenkörner in einem guten und würdigen Garten gedeihen können.

Klaus-Peter Sickinger