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Geschrieben von Irina André-Lang
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Camp-Daten:                                     CAMP A:  21. Juni – 26. Juni 2019

                                                            CAMP B:  30. Juni –  5. Juli 2019

 

Einführung

Für alle 146 von Yes We Care! e.V. gesponserte Patenkinder wurden im Juni/Juli 2019 zwei fünftägige Ferien-Camps durch die kanadische Hilfsorganisation Help Lesotho in Leribe durchgeführt. Diese Camps bieten den SchülerInnen die Möglichkeit, Spaß zu haben, Fragen zu stellen, auf die sie anderswo keine Antworten bekommen, und Unterstützung für Herausforderungen zu erhalten, mit denen sie konfrontiert sind. Aufgrund des nationalen LehrerInnenstreiks ist 2019 ein besonders turbulentes Schuljahr für alle SchülerInnen in Lesotho und viele TeinehmerInnen zeigten sich erfreut darüber, dass die Camps nicht von den Streiks betroffen waren!

Ein Highlight der Camps ist die große Aufregung, mit der die TeilnehmerInnen teilnehmen. Während sie am Anfang oft nervös sind, hören sie am Ende des ersten Tages nicht auf zu singen, zu tanzen und zu lachen!

 

Aktivitäten während der Camps

 

• Selbstreflektion

Die Schülerinnen und Schüler beginnen die Camp-Sitzungen, indem sie ein Formular zur Selbstreflektion ausfüllen, um ihre persönlichen Charakteristika zu ermitteln und Ziele für die Bereiche zu setzen, die sie ändern oder verbessern möchten. Die TeilnehmerInnen fanden es hilfreich zu erfahren, dass Menschen unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale haben, die bestimmen, was sie mögen, wie sie mit anderen Menschen interagieren und wie sie Herausforderungen angehen.

Ein Teilnehmer, Molefi, der gerne Psychiater werden möchte, bezeichnete sich selbst als „Informationsperson“, weil er es liebt, zu lernen und neue Ideen zu entwickeln.

 

• Eigene Werte kennenlernen

Je wohler sich die TeilnehmerInnen im Camp fühlten, desto mehr öffneten sie sich und teilten ihre Wertvorstellungen miteinander. Einige SchülerInnen hatten Mühe, Werte von konkreten Objekten zu unterscheiden (z. B. „ein Auto zu besitzen“ ist kein Wert!), andere verstanden diesen Unterschied sehr schnell. Der Wert, der von der Mehrheit der TeilnehmerInnen als am wichtigsten eingestuft wurde, ist: Respekt.

 

• Eigene Entscheidungen

Zu Beginn dieser Sitzung gaben die meisten TeilnehmerInnen an, dass sie nicht die Möglichkeit haben, eigene Entscheidungen zu treffen. Sie haben das Gefühl, dass Entscheidungen von Eltern, Erziehungsberechtigten, Lehrern und anderen Erwachsenen für sie getroffen werden. Der Moderator ermutigte die TeilnehmerInnen, an Entscheidungen zu denken, z.B. wie sie sich jeden Tag anziehen, wie sie mit anderen Menschen interagieren, wie viel Zeit und Aufmerksamkeit sie in Lernen investieren usw. Die TeilnehmerInnen verstanden schnell, wie viel Möglichkeiten sie haben, wenn es darum geht, eigene Entscheidungen zu treffen, und dass es wichtig ist, gute Entscheidungen zu treffen!

 

• Was bedeutet es, verantwortlich zu sein?

Die TeilnehmerInnen wurden in vier Gruppen aufgeteilt, um Freunde, Studenten, Eltern und romantische Beziehungen zu repräsentieren. Die Gruppen überlegten dann, wie sie üben können, verantwortlich zu sein. Ein Großteil der Diskussion drehte sich um Gruppenzwang und die Wichtigkeit, ein positives Vorbild für andere Menschen zu sein.

 

• Spiel zum Thema Gruppenzwang

Um das Gespräch über Gruppenzwang fortzusetzen, spielten die SchülerInnen ein Spiel, bei dem sie abwechselnd verschiedene Aussagen vorlasen, die häufig in Gruppenzwangs­situationen verwendet werden (z. B. „Trink etwas Alkohol, alle anderen tun es auch“) und übten, wie sie auf solche Aussagen reagieren können.

Eine Teilnehmerin, Thandi, sagte, sie schätze die Tatsache, dass die Sitzung ihr beigebracht habe, auf Gruppendruck zu reagieren, ohne sich schuldig zu fühlen. Sie sagte: "Nein bedeutet Nein - wenn jemand es sagt, heißt es das."

 

• Richtige Informationen verbreiten

Diese Sitzung gab den TeilnehmerInnen die Möglichkeit, ihr Wissen über HIV / AIDS zu teilen und etwaige Missverständnisse oder Ungenauigkeiten auszuräumen. Anschließend diskutierten sie den Schaden, den das Verbreiten falscher Informationen haben kann, und welche Strategien sie verwenden könnten, um gute Informationen mit anderen zu teilen. Es gab eine Reihe von Missverständnissen, die bei den TeilnehmerInnen weit verbreitet waren, einschließlich der Tatsache, dass HIV durch Mücken und Bettwanzen übertragen werden können (was nicht der Fall ist), und dass sie mit einem Blick erkennen können, ob eine Person HIV-positiv ist oder nicht (was nicht möglich ist). Den SchülerInnen wurde klar, dass sie noch viel über HIV lernen müssen und dass sie sicher sein müssen, dass sie über Fakten verfügen, um nicht Mythen zu verbreiten.

 

• Emotionen ausdrücken

Aus kultureller Sicht ist es für junge Menschen in Lesotho sehr schwierig, sich gegenüber ihren Familien offen zu zeigen. Im Allgemeinen werden Kinder aufgefordert, still zu sein und keine Fragen an ihre Eltern oder Erziehungsberechtigten zu stellen. Viele Kinder sind verwirrt und voller Emotionen, die sie nicht verarbeiten können. In dieser Sitzung lernten die TeilnehmerInnen, dass ihre Emotionen normal und gesund sind. Sie lernten, wie wichtig es ist, jemanden zum Reden zu haben, der zuhört. Eine Reihe von SchülerInnen erzählte persönliche Geschichten und gab an, dass sie sich „geheilt“ fühlten, weil sie sich endlich offen mitteilen konnten.

 

• Einführung in gesunde Beziehungen

Die SchülerInnen besprachen verschiedene Arten von Beziehungen, nicht nur romantische Beziehungen, wie sie erwartet hatten. Die TeilnehmerInnen reflektierten ihre aktuellen und vergangenen Beziehungen und überlegten, ob diese gesund waren oder nicht.

Ein Schüler, Tota, erklärte, dass er eine gesunde Beziehung zu seiner Mutter habe, weil sie einander lieben, respektieren und miteinander kommunizieren.

 

• Geschlechtergleichheit und Menschenrechte

Diese Aktivität konzentrierte sich auf den Aufbau einer Verbindung zwischen Rechten und Pflichten. Die TeilnehmerInnen spielten ein Spiel, in dem es darum ging, bestimmte Rechte den entsprechenden Verantwortlichkeiten zuzuordnen. Die Aktivität gab den TeilnehmernInnen die Möglichkeit, das, was sie in der früheren Sitzung „Eigene Werte kennenlernen“ gelernt hatten, im Kontext von Geschlechtergerechtigkeit und Menschenrechten anzuwenden.

 

• Risiko-Verhalten

In dieser Sitzung diskutierten die TeilnehmerInnen, warum Menschen sich riskant verhalten. Sie diskutierten über Drogenkonsum, den Gebrauch von Kondomen, sexuelle Aktivitäten mit mehreren Partnern und körperliche Kämpfe. Viele SchülerInnen wollten darüber sprechen, wie Gruppenzwang junge Menschen dazu bringt, sich selbst einem Risiko für HIV auszusetzen.

Eine Schülerin, Falimehang, sagte, dass die Sitzung „Eigene Entscheidungen“ sie mutig genug gemacht hätte, sich in Zukunft nicht dem Risiko einer HIV-Infektion auszusetzen, um jemanden zu beeindrucken.

 

• Liebe verstehen

Unter den SchülerInnen herrschte große Verwirrung bezüglich des Unterschieds zwischen Liebe und Verliebtheit. In beiden Fällen sind starke Emotionen involviert und können dazu führen, dass Menschen ungesunde Entscheidungen treffen. Vor allem diskutierten die SchülerInnen, dass Sex nicht immer Liebe ausdrückt und keine gesunde Strategie zum Aufbau oder zur Aufrechterhaltung einer Beziehung ist.

 

• Ifo Lapeng

"Ifo Lapeng" ist ein Begriff für ein Familientreffen, bei dem sich Gemeinschaftsmitglieder zusammensetzen, um ein Gespräch am Feuer zu führen. Jeweils in der dritten Nacht eines jeden Camps fand abends ein Ifo Lapeng statt. Die TeilnehmerInnen wurden in drei Gruppen eingeteilt, damit jede SchülerIn die Gelegenheit zum Sprechen hatte. Jede Gruppe erhielt einen bequem eingerichteten Raum, der nur von Kerzen erleuchtet war. Die SchülerInnen wurden ermutigt, ihre Herausforderungen und Probleme zu diskutieren, und viele sprachen leidenschaftlich über ihre Probleme mit ihren Lehrern und der Internatsleitung im Mädcheninternat. Ein Problem ist, dass es LehrerInnen gibt, die bestimmte SchülerInnnen vorziehen und dadurch den anderen SchülerInnen keine Chance auf Erfolg geben. Besonderer Schwerpunkt lag auf der Leitung des Mädcheninternats: Die Mädchen nannten Beispiele für Demütigungen und Misshandlungen durch die Nonne. Sie berichteten auch davon, dass sie manchmal Essen bekamen, das verdorben und nicht genießbar war. Weitere Punkte waren die spät gelieferten Schuluniformen sowie ein Mangel an Schulbüchern. Obwohl diese Sitzung keine Probleme lösen konnte, half es den SchülerInnen, sich mitteilen zu können und sich mit ihren Frustrationen nicht allein zu fühlen.

 

Fazit

Die Organisation Help Lesotho schätzt die Partnerschaft mit Yes We Care! e.V. sehr! Es ist wunderbar, dass die Patenkinder die Gelegenheit haben, am Leadership Camp-Programm teilzunehmen, in der Hoffnung, dass sie anschließend in der Lage sein werden, gesündere Entscheidungen für sich zu treffen und eine bessere Zukunft für sich, ihre Familien und ihre Gemeinden zu schaffen.

 

 

 

9. Mitgliederversammlung des Vereins Yes we care! e.V. am 21.07.2019


 

Ein Teil der Mitglieder von Yes we care! e.V.:

Von links: Ulrike Schinder, Monika Witt, Ulrike Völkmann, Peter Lang, Helga Ahlbach, Ulrich Karpinski, Elke Karpinski, Irina André-Lang

 

Am Sonntag, 21.07.19, fand in Ehrwald, Österreich, unsere neunte Mitgliederversammlung statt. Von derzeit 23 ordentlichen Mitgliedern konnten 8 anwesend sein.


Insgesamt war das vergangene Vereinsjahr das schwierigste in der Vereinsgeschichte von Yes we care! e.V., es gab schwerwiegende Rückschläge, die mit Entwicklungen in Lesotho und direkt vor Ort an der Schule in Pitseng zu tun haben, die wir nur begrenzt beeinflussen können.


Alle Projekte des Vereins wurden besprochen, das wichtigste Projekt von Yes we care! e.V. ist das Patenschaftsprogramm. Dieses Programm ist ganz besonders von zwei Ereignissen negativ betroffen:


(1) Der erste große Schock war der nationale LehrerInnen-Streik in Lesotho, der am 18. Februar 2019 begonnen wurde. Der Hauptgrund waren die sich verschlechternden Arbeitsbedingungen an den Schulen und die seit Jahren nur teilweise ausgezahlten LehrerInnengehälter. Der Streik bedeutete, dass ALLE Schulen in Lesotho geschlossen werden mussten, wer als Streikbrecher vermutet wurde, brachte die Sicherheit der jeweiligen Schule und Personen in Gefahr. Der Streik erlaubte nur eine ganz bestimmte Woche pro Monat Unterricht, drei Wochen durfte nicht unterrichtet werden und war für das ganze Jahr 2019 vorbereitet und geplant. Auch PHS musste geschlossen und alle Patenkinder nach Hause geschickt werden. Gott sei Dank wurde der Streik nach sieben Wochen beendet und ab 8. April 2019 fand wieder regulärer Unterricht statt, auch an der PHS. Leider verloren wir einige SchülerInnen in dieser Zeit durch den Besuch einer Initiationsschule oder Schwangerschaften. Die langfristigen Konsequenzen dieses Streiks werden erst am Schuljahresende zu sehen sein, wenn Examen geschrieben werden. Trotz zahlreicher Bemühungen, den Unterrichtsstoff aufzuholen, z.B. durch eine Verlängerung der ersten Schuljahreshälfte um eine Extra-Woche, bleibt zu befürchten, dass sich die ohnehin schon unter dem Landesdurchschnitt liegenden akademischen Ergebnisse an der PHS weiter verschlechtern werden. (Leider wurde der Streik ab 12. August 2019 wieder aufgenommen, da die Regierung erneut die Abkommen mit den LehrerInnen nicht eingehalten hat).

 

 

 

(2) Seit Anfang Januar 2019 wurde eine andere Nonne des Ordens der Sisters of Charity als Leiterin des Mädcheninternats durch den Rat der Sisters of Charity bestimmt. Sie hat bereits seit langem keinen guten Ruf, da sie in ihrer Funktion als Schulleiterin an einer benachbarten Grundschule (Guardian Angel Primary School, ebenfalls auf demselben Gelände) durch besondere Härte und Übergriffe auf die Grundschulkinder bekannt und nach einer sehr kurzen Zeit entfernt wurde. (Nach unserem Wissen war sie nur drei Monate im Amt und musste gehen, nachdem sie einem kleinen Mädchen den Arm gebrochen hatte. Als Folge dieser Vorkommnisse wurde die Partnerschaft zwischen dieser Grundschule und einer Schule in Kanada beendet, die durch eine Hilfsorganisation, Help Lesotho, vermittelt worden war.)


Seit Januar 2019 hat diese Nonne nun ungehinderten Zugang zu Hunderten von Mädchen im Internat. Die Situation im Mädcheninternat hat sich seither drastisch verschlechtert: Sie schlägt die Mädchen, die eine Heidenangst vor ihr haben, die Mädchen wurden aus nichtigsten Gründen gezwungen, draußen vor der geschlossenen Tür des Internats auf dem Hof zu schlafen, wo sie weder sicher noch warm genug waren! Seit Januar 2019 wurden zahllose Mädchen von ihr aus diversen und normalerweise nicht nachvollziehbaren Gründen endgültig aus dem Internat ausgeschlossen, was für viele dieser Mädchen ein Ende ihrer Schulzeit bedeutet, da sie in zu großer Entfernung wohnen, um täglich hin- und herpendeln zu können. Diese Entwicklung führt zum Verlust einer weiteren Hilfsorganisation, der Lesotho-Gruppe der St. Petri Kirchengemeinde in Langen, die sich seit über 40 Jahren für die bedürftigen Kinder an der Pisteng High School engagieren und die jetzt alle ihre Patenkinder von der Schule nehmen werden! Diese Nonne, die von ihrer Ausbildung her Lehrerin ist, weigert sich auch, die vielen Mädchen während ihrer Studierzeit zu betreuen, was von besonderer Bedeutung ist, da die Examensergebnisse der Schülerinnen der Pitseng High School immer schlechter werden.


Yes we care! e.V. hat einen Vertrag bzgl. der Kosten für die Unterbringung der momentan 84 Mädchen im Yes we care! e.V. Patenschaftsprogramm. Diese Kosten wurden wie immer zeitgerecht nach Lesotho überwiesen. Mitten im laufenden Schuljahr 2019 (das Schuljahr geht immer von Januar bis Dezember) wurde entschieden, zusätzliche Gebühren zu erheben, die bei Nichtzahlung zum Ausschluss der Mädchen aus dem Internat führen. Diese neuen Gebühren wurden in keiner Weise offiziell mit YWC besprochen oder gerechtfertigt, geschweige denn verhandelt. Nur durch eine von YWC initiierte Intervention bei Sr. Clementina, Mother Provincial der Sisters of Charity, konnte die Entlassung der Mädchen in unserem Programm verhindert werden. Wir warten zurzeit darauf, eine schriftliche Zusage von den Sisters of Charity zu erhalten, dass kein Mädchen aus unserem Patenschaftsprogramm aus dem Mädcheninternat ausgeschlossen wird, ohne dass triftige Gründe vorliegen, die mit uns kommuniziert und zuerst abgesprochen werden!


Seit wir über diese Entwicklungen informiert sind, haben wir unermüdlich versucht, durch E-Mails und in persönlichen Gesprächen, die an der Pisteng High School stattfanden, eine gemeinsame Lösung mit den Sisters of Charity zu finden. Die Nonne sollte so schnell wie möglich durch eine geeignetere Person ausgetauscht werden. Leider wurde diese Bitte/Forderung abgelehnt, Yes we care! e.V. wurde darüber offiziell von Sr. Clementina Molefe, Provincial Superior for the Sisters of Charity, informiert. Das Gegenteil passierte, seit April 2019 ist die Nonne zusätzlich als Lehrerin an der Pitseng High School angestellt, was dazu führt, dass Eltern der von ihr geschlagenen SchülerInnen sich bei der Schuladministration über die Misshandlung ihrer Kinder beschweren. Das Ziel ist, sie auch zur Schulleiterin der Pitseng High School zu ernennen, was nur möglich ist, wenn sie als Lehrerin an der Pitseng High School angestellt ist.


Als Konsequenz dieser unerträglichen Situation nehmen wir momentan keine neuen Kinder in das Patenschaftsprogramm auf.


Es gab aber auch positive Entwicklungen:

 

 

(1) Der Bau eines zweiten Jungeninternats wurde bei der vorletzten MV beschlossen. YWC erhielt dafür eine Förderung von 100.000,00 EUR von Sternstunden e.V..


Im Dezember 2017 wurde mit dem Bau begonnen, der für weitere 48 Jungen ausgelegt ist. Bereits im August 2018 konnten die ersten Jungen einziehen, wenn auch nur der Bau fertig war, jedoch noch kein Strom- und Wasseranschluss. Seit Januar 2019 sind beide Jungeninternate voll belegt, davon zwei Drittel Patenjungen und ein Drittel bedürftige Schüler von außerhalb des Patenschaftsprogramms.

 

 

 

Die Verwirklichung der Solarprojekte verzögerte sich, weil die Solarfirma erst alle Probleme mit den Solaranlagen am Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat 1 (BMMBBF1) lösen musste, bevor YWC neue Verträge für das zweite Internat abschließen konnte. Inzwischen ist die Solarthermie-Anlage verwirklicht. Es wurde entschieden, das BMMBBF2 an das nationale Stromnetz anzuschließen, da es zu viele Verzögerungen und Probleme mit der Solarstromanlage am BMMBBF1 gab. (Inzwischen ist das BMMBBF2 elektrifiziert.)

 

 

Das größte Problem ist und bleibt die Wasserversorgung der Internate. YWC steht auf einer Warteliste der Regierung für kostengünstige Bohrungen - bis wir an der Reihe sind, kann es aber sehr lang dauern.


Der Bau der Toilettenanlage für die fast 100 Jungen in den beiden Jungeninternaten ist fast abgeschlossen. Es handelt sich um ein ökologisches EcoSan-Toilettensystem, das wasserlos funktioniert und so gut wie geruchlos sein soll. Für Interessierte hier zwei Internet-Links http://www.ecosan.co.za/ und https://www.youtube.com/watch?v=gPummZRR2Cg. Acht Toiletten werden für die vielen Jungen ausreichen. Von der Firma Bosch hat YWC 9.000,00 Euro Unterstützung für dieses Projekt erhalten über den Verein Cents for help e.V. – die gemeinsame Aktion von Mitarbeitern und Unternehmen der Bosch-Gruppe in Deutschland.

 

 

Da es im BMMBBF 2 einen Lagerraum gibt, konnten Gartengeräte angeschafft werden, die sichtbar eingesetzt werden: Das Grundstück zwischen und um die Internate herum sieht sauber anlegt aus und es wächst sogar etwas Gemüse!

 

 

Die Jungen lieben ihre Internate und fühlen sich wirklich zu Hause. Sogar ehemalige Schüler kommen immer wieder zurück und besuchen ihren früheren Betreuer, Mr. Thabiso Paku. Da es Bücher und Spiele gibt, laufen die Jungen in ihrer Freizeit nicht fort, sondern freuen sich an diesen! Besonders die Tischfußballspiele sind sehr beliebt. Auch Feste werden gefeiert: Am Ende des Schuljahres machen unsere Abiturienten einen richtigen Braai (Grillfest).

 

 

Die offizielle Einweihung des neuen Jungeninternats war für Samstag, 9. März 2019, geplant. Leider musste sie Anfang Februar 2019 kurzfristig abgesagt werden, da wegen des für uns unerwarteten nationalen LehrerInnen-Streiks für die Sicherheit während eines Besuchs an der Schule nicht garantiert werden konnte. Dieser Schritt fiel uns unglaublich schwer, da 23 Personen extra aus Deutschland anreisen wollten und bereits alles geplant und im Voraus finanziert hatten.

 

 

(2) Am 6. März 2019 scheiterte der 12. Hilfstransport nach Pitseng an einem abgerissenen Reifen.

 

 

 

Am 10. April 2019 konnte er dann im zweiten Anlauf erfolgreich durchgeführt werden. Es begleiteten uns zwei Gäste. Beim Passieren der Grenze nach Lesotho wurde wieder einmal ein nichtiger Grund gefunden, uns die Einreise zu erschweren, doch wir hatten Gott sein Dank auch alle Dokumente zur Verfügung, die in den Jahren zuvor nicht nötig waren, uns dieses Jahr aber viel Einreise-Gebühren ersparen konnten. Wie immer wurden Tonnen von (Schul-)Kleidung, Schreibwaren, Toiletten-Artikel, Schulranzen, Medikamente, Decken und Süßigkeiten mitgebracht.

 

 

 

Der Lesotho-Kalender 2020 von Yes we care! e.V. wurde erneut mit Hilfe der Firma Eukamed erstellt und von der Firma Aumüller Druck aus Regensburg kostenlos gedruckt. Er eignet sich gut als Geschenk! Wir freuen uns über viele Bestellungen!

 

 

Grundsätzlich spielt sich in Lesotho eine Katastrophe ab: Die Ernährungs-Situation in Lesotho hatte sich zwar nach der schrecklichen Dürre 2016 verbessert, aber die Folgen der Dürre werden noch jahrelang zu spüren sein. Mindestens ein Drittel der Bevölkerung Lesothos benötigt laut UN in diesem Winter 2019 Nahrungsmittelhilfe.

 

 

Trotz der immer noch vorherrschenden Dürre wächst im gut gepflegten Schulgarten der Pitseng High School sehr viel Kohl. Der kümmerliche Mais wurde leider durch einen schlimmen Gewittersturm Anfang April 2019 fast vollständig zerstört. Die durch Yes we care! e.V.-Unterstützung angeschafften Farmtiere helfen, die vielen SchülerInnen an der Schule ausgewogen zu ernähren.

 

 

 

Aussichten:

Das vergangene Vereinsjahr war ohne Frage das schwierigste in der Geschichte von YWC. Der Erfolg unserer Arbeit und Projekte hängt unabdinglich von den Entwicklungen vor Ort in Pitseng und Lesotho ab, auf die wir nur begrenzt Einfluss haben.


Der sicher berechtigte nationale Streik der LehrerInnen wird langfristige Auswirkungen auf die Schulergebnisse unserer Patenkinder haben. Sicher wird eine Anzahl eine Wiederholung dieses Schuljahres benötigen.


Die neue Leitung im Mädcheninternat bedeutet eine Katastrophe für unsere Mädchen. Falls die Nonne auch noch Schulleiterin der PHS werden sollte, bedeutet dies das Ende für YWC. Wir können nicht verantworten, mit einer solchen Frau zusammen zu arbeiten. Wir sind fast am Ende unserer Möglichkeiten angelangt und werden die sehr schmerzhafte Entscheidung treffen müssen, alle Aktivitäten zu beenden, falls keine Änderung vor Ort erwirkt werden kann. Wir sitzen zwischen allen Stühlen, weil in Lesotho 146 bedürftige Kinder im Patenschaftsprogramm und Hunderte andere bedürftige Kinder dringend weitere Hilfe benötigen! Wir werden so lange wie möglich alles in unserer Macht stehende tun, damit alle Patenkinder, die sich aktuell in unserem Patenschaftsprogramm befinden, ihr Abitur schreiben können.


Die Fertigstellung des zweiten Jungeninternats hat aber natürlich weiterhin Priorität, um es den Jungen zu ermöglichen, unter menschenwürdigen Bedingungen zu leben und zu lernen. Besonders eine gesicherte Wasserversorgung durch eigene Bohrlöcher/Brunnen in der Nähe der Gebäude wären wichtig, um die Wasserengpässe in den Wintermonaten zu umgehen.


Wir danken allen von ganzem Herzen, die sich für die Kinder in Pitseng einsetzen!



Kea leboha! Vielen Dank!





 

Geschrieben am 20.03.2-19

 


Gescheiterter Yes we care! e.V.-Hilfstransport am 6. März 2019 und erfolgreicher Besuch der Patenkinder am 15. März 2019 in Pitseng


Der 12. Hilfstransport an die Pitseng High School stand von Anfang an unter einem schlechten Stern: Der nationale LehrerInnen-Streik in Lesotho zwang uns, schweren Herzens die Eröffnungsfeier des zweiten Jungeninternats abzusagen und unseren Gästen von einem Besuch der Schule abzuraten. Die Vorbereitung der Dokumente für den geplanten Grenzübergang war schwieriger denn je und verlangte sehr viel Geduld und Durchsetzungsvermögen. Dann entwickelte mein Mann Peter eine Leistenhernie, die es ihm unmöglich machte, körperlich tätig zu sein und die recht dringend operiert werden sollte.

 

Zwei Mitglieder von Yes we care! e.V., Elke und Ulrich Karpinski, kamen trotz aller Unsicherheit, ob der Hilfstransport überhaupt stattfinden würde, um zu helfen, und brachten wunderbare Kinderpullover mit, die von einem weiteren Mitglied von Yes we care! e.V., Eva-Maria John, gestrickt worden waren.

 

Nachdem die Schulleiterin der Pitseng High School versichert hatte, dass es sicher genug für uns sei, brachen wir am Dienstag, den 5. März 2019, in aller Frühe mit voll bepackten Hängern Richtung Lesotho auf. Mit von der Partie war auch Chantelle Donald, die bei uns im Hinterhaus wohnt und uns viel hilft.

 

 

Das Team: Chantelle Donald, Peter Lang, Ulrich und Elke Karpinski und ich

 

Leider kamen wir nicht weit, als bei voller Fahrt ein Rad des schwer beladenen größeren Anhängers abbrach und uns um die Ohren flog und über die Autobahn hinweg verschwand. Gott sei Dank wurde niemand verletzt, weder Fußgänger, die immer am Autobahnrand stehen, noch Peter und Ulrich, die das Auto fuhren.

                                       

Nun hatten wir ein riesiges Problem:

 

 

 

Es war unmöglich, unseren Transport weiter durchzuführen, und wir mussten einen Abschleppwagen finden, der unseren schweren Hänger transportieren konnte.

 

 

 

Schon das Aufladen war prekär, da der Hänger eine Tendenz hatte, nach hinten umzukippen. Ulrich musste auf der Achsel stehen, um dies zu verhindern. Dann fuhren wir völlig verzweifelt hinter dem Abschleppwagen her – zurück nach Port Shepstone.

 

 

Es war jedes Mal spannend, wenn wir unter Brücken oder Mautstationen durchfuhren, ob dies auch gut gehen würde.

 

 

In der Reparaturwerksatt war schnell klar, dass es eine Weile dauern würde, das kaputte Radlager zu ersetzen – während der weiterhin voll beladene Hänger in der Luft schwebte.

 

 

Zu Hause angekommen mussten wir uns geschlagen geben und der Tatsache ins Auge sehen: Da Peters OP nicht verschoben werden konnte und es ohne ihn nicht ging, mussten wir den Transport verschieben. Schnell wurde eine sichere und gut erreichbare Lagerstätte für Tonnen von Hilfsgütern gefunden: zum Glück hatten wir gerade unser Hinterhaus renoviert und Chantelle erklärte sich sofort bereit, auf ein Zimmer zu verzichten, sodass wir am nächsten Tag mit vielen hilfsbereiten Menschen alle Güter abladen und dort einlagern konnten.

  

 

 

Hier warten die Hilfsgüter nun auf die nächste Transportmöglichkeit.

 

Peter hat seine OP gut überstanden und Karpinskis und ich entschieden, ohne ihn und ohne die Hilfsgüter dennoch nach Pitseng zu reisen, um wenigstens die Patenkinder zu besuchen und wichtige Gespräche mit der Schulverwaltung und unseren BetreuerInnen zu führen. Eine Woche später als geplant erreichten wir am Freitag, den 15. März 2019, die Pitseng High School, wo wir von Makabelo Tenane, der Schulleiterin und Managerin unseres Patenschaftsprogramms, begrüßt wurden.

 

 

Vom 22. Februar bis 11. März 2019 war die Schule wegen des nationalen LeherInnen-Streiks geschlossen und die Folgen waren sofort beim Morgenapell auf dem Schulhof sichtbar: höchstens die Hälfte der 711 SchülerInnen waren anwesend. Während des Streiks darf monatlich nur eine Woche unterrichtet werden und in eine solche Woche fiel nun unser Besuch. Für viele SchülerInnen ist es viel zu weit und teuer, jeden Monat zwischen ihrem Zuhause und der Schule hin- und herzureisen. Bis auf vier SchülerInnen waren aber alle 150 YWC-Patenkinder anwesend, dank der Extra-Zahlungen von YWC für ihre Transportkosten. Leider hat ein Junge aus dem Patenschaftsprogramm die Schulstreikpause genutzt und ist zu einer Initiationsschule gegangen, von der er nicht an die Schule zurückkehren kann. Wir befürchten, dass viele andere Jungen folgen werden, wenn der Streik sich hinziehen sollte. Für die Mädchen besteht die Gefahr, dass sie in den Schulstreikwochen schwanger werden könnten.

 

 

Auf dem Weg zu den Jungeninternaten können wir die Ecosan Toiletten sehen, die auf den Einbau neben den Jungeninternaten warten. Es handelt sich um ein spezielles System, das wasserlos arbeitet, was in einem so trockenen Land wie Lesotho äußerst sinnvoll ist.

 

 

 

Beide Jungeninternate waren außen und innen in einem gepflegten Zustand, wir konnten auch sehen, dass die Anschaffung von Gartengeräten nicht umsonst war: ein schön angelegter Rasen und ein Nutzgarten grüßten uns.

 

 

Elke und Ulrich Karpinski, Mr. Paku und Tlotliso mit seinen selber hergestellten Armbändern

 

Ein ehemaliges Patenkind war extra zum Jungeninternat gekommen, um uns seine selbsthergestellten Lesotho-Armbänder zu zeigen. Wir kauften sie ihm alle ab und hoffen, dass wir in Deutschland InteressentInnen dafür finden werden. Dieser junge Mann tut alles in seinen Möglichkeiten, um genug Geld für seine Bewerbungen für ein Stipendium an einer tertiären Bildungseinrichtung zu bekommen.

 

 

Makabelo, Elke und Ulrich Karpinski und Mpho

 

Elke und Ulrich überreichten ein großes Tuch, das bei einer Aktion in Essen am 20. November 2018, am Internationalen Tag der Kinderrechte, mit Grüßen von Deutschland nach Lesotho bemalt worden war.

Anschließend fanden mit allen unseren BetreuerInnen mehrere Besprechungen statt.

 

Nationaler LehrerInnenstreik: Es scheint, dass die Regierung zwar nicht direkt mit den LehrerInnen-Gewerkschaften kommuniziert, aber es geschehen Verbesserungen. Nachdem trotz Bezahlung an die Regierung jahrelang keine Schulbücher an die Schulen im ganzen Land geliefert worden waren, was einen den Unterricht extrem erscherte, wurden am Tag vor unserem Besuch für fast alle Fächer die Schulbücher geliefert! Auch andere Schule erhielten endlich ihre Bücher! Die Gewerkschaften interpretieren dies als Erfolg und wollen den Streik fortsetzen, bis alle wichtigen Forderungen von der Regierung erfüllt werden. Dies bedeutete an unserem Besuchstag, dass alle SchülerInnen wieder nach Hause geschickt wurden und erst am Montag, den 8. April 2019, wieder an die Schule kommen sollen. Obwohl wir die LehrerInnen gut verstehen, ist dieses Hin- und Her für unsere Patenkinder nicht nur teuer und mühsam, sondern auch sinnlos: Kein/e SchülerIn wird es am Jahresende schaffen, ein erfolgreiches Examen zu schreiben. Wir haben mit der Schulleitung deshalb vereinbart, dass die YWC-Patenkinder im April noch einmal kommen sollen. Falls der Streik sich dann fortsetzen sollte, wurde von uns entschieden, dass sie fortan zu Hause bleiben, bis der Streik zu Ende ist und wieder ein geregelter Schulbetrieb herrscht. So oder so wird das bedeuten, dass unsere Patenkinder ein Extra-Jahr Schulzeit benötigen werden.

Nachdem wir dies für die schlimmste Nachricht gehalten haben, kam es aber leider noch schlimmer:

 

Sister Pascalina, neue Betreuerin der Mädchen im Internat. Eine andere Nonne des Ordens Sisters of Charity of Ottawa hat die Leitung des Mädcheninternats übernommen. Sie ist ausgebildete Lehrerin, was wir zunächst erfreut zur Kenntnis nahmen, in der Hoffnung, dass sich dadurch die akademischen Ergebnisse der Mädchen in unserem Patenschaftsprogramm verbessern würden. Leider zeigt Sr. Pascalina aber keinerlei Interesse, die Mädchen während ihrer Studierzeiten zu beaufsichtigen, im Gegenteil, sie glaubt daran, dass extreme Strenge gegenüber den Mädchen angezeigt ist. Was sie darunter versteht, wurde während ihrer Zeit als Lehrerin in der benachbarten Grundschule deutlich: Sie hat die Kinder angeblich so sehr geschlagen, dass sie einem kleinen Mädchen den Arm gebrochen hat. Sie wurde auch im Mädcheninternat sofort tätig und hat bereits eine größere Anzahl Mädchen aus nichtigsten Gründen aus dem Internat geworfen. Mädchen, die wegen langer Transportwege nach ihrer Auffassung etwas zu spät eintreffen, werden von ihr gezwungen, auf dem Pflaster des Internatsvorplatzes zu übernachten. Lachen oder Reden in den Gängen des Internats werden sofort bestraft. Mehrere Patenmädchen haben in ihren Briefen erwähnt, dass sie bestraft werden, ohne zu wissen, wofür! Das ist jedoch nicht genug: Sr. Pascalina fordert eine sofortige, drastische Erhöhung der Gebühren von YWC, die unethisch und nicht bezahlbar ist. Wir wurden auch darüber informiert, dass diese Sr. Pascalina offenbar von einem Rat der Nonnen auserkoren ist, die zukünftige Schulleiterin der Pitseng High School zu übernehmen…!

 

Wir sehen diese Neuerungen als schwere Bedrohung für das gesamte Engagement von Yes we care! e.V.. Unser Grundsatz ist, jungen Menschen in Not zu helfen und menschenwürdige Bedingungen für sie zu schaffen. Sr. Pascalina ist in unseren Augen nach allem, was wir wissen, eine kranke Frau, die niemals Zugang zu Kindern haben dürfte! Ein entsprechender, sehr deutlicher Brief an der Rat der Nonnen wurde bereits von YWC verfasst. Es bleibt abzuwarten, wie die Sisters of Charity darauf reagieren werden. Falls Sr. Pascalina bleiben und tatsächlich die Schulleitung übernehmen sollte, werden wir sehr schmerzhafte Entscheidungen treffen müssen.

 

Jungeninternate: Unser Betreuer der Jungen, Mr. Paku, ist darum bemüht, dass „seine“ Jungen trotz der Streikunterbrechungen etwas lernen. Er hat einen Plan mit ihnen ausgearbeitet, wie sie auch in ihren Dörfern zu Hause alleine oder in Kleingruppen weiter studieren können. Er gibt ihnen Aufgaben und Fragen, die sie bearbeiten können.

 

 

Nach einer kurzen Mittagspause treffen wir dann unsere Patenkinder:

 

 

 Leider bekommen sie heute nur Briefe und schöne Armbänder, die lieben Geschenke der PatInnen sind im Lagerraum in Port Shepstone zwischen hunderten von Kisten und warten auf den nächsten Besuch.

 

 

 

Es war wie immer sehr bewegend und diesmal noch wichtiger als sonst, die Kinder zu sprechen und ihnen unsere Fürsorge zuzusichern. Beim anschließenden Foto-Shooting machten alle fröhlich mit:

 


 

 

Der Gedanke, dass sie noch heute wieder die Schule verlassen müssen und erst in drei Wochen wiederkommen können,  bricht einem das Herz!

 

 

Diese 66 SchülerInnen der 10. Und 12. Klasse sind ganz besonders betroffen, da sie Ende 2019 entweder das wichtige JC-Examen oder ihr Abitur schreiben wollen! Sie sind sehr besorgt und haben Angst um ihre Zukunft!

  

 

 

Beim Abschied, als wir gerade in unser Auto steigen wollten, läuft eine junge Referendarin aus dem Lehrerzimmer auf uns zu und fragt: „Erinnert ihr euch an mich? Ich war ein Patenkind von euch! Heute bin ich ausgebildete Pädagogin, und das habe ich alles Yes we care! e.V. zu verdanken!“ Mit diesen Worten fällt sie mir um den Hals. Ich muss meine Tränen zurückhalten, so sehr freue ich mich über diese Begegnung und die Bestätigung, dass wir vielen, vielen bedürftigen Kindern eine Ausbildung und damit eine bessere Zukunft ermöglichen.

 

Dieses Jahr 2019 ist eine riesige Herausforderung für Yes we care! e.V. und alle unsere Projekte. Es steht alles auf dem Spiel, wofür wir Yes we care! e.V. gegründet haben und uns seit Jahren einsetzen. Aber die Kinder sind da - und sie brauchen gerade jetzt unsere Hilfe! Wir können nur das Beste versuchen, die nötigen Schritte zu unternehmen und um Gottes Hilfe bitten, damit wir ihnen auch in Zukunft zur Seite stehen können!

 

Wir bedanken uns bei alle PatInnen und UnterstützerInnen für Geduld, Verständnis, Gebete und Motivation in dieser schwierigen Zeit!

 

 

 

  

12. Yes we care! e.V.-Hilfstransport nach Pitseng in Lesotho

 

 

 

Am 10. April 2019 hat es endlich doch noch geklappt: Nachdem wir im März mit der Durchführung des Hilfstransports an einem abgerissenen Autoreifen gescheitert waren, gelang es uns beim zweiten Anlauf, Tonnen von Hilfsgütern erfolgreich nach Pitseng zu transportieren.

 

 

Normalerweise wurden unsere beiden großen Hänger von einer Firma professionell gepackt, aber diesmal lagerten die Hilfsgüter bei uns zu Hause und wir mussten sie selber packen. Wir sind allen fleißigen HelferInnen sehr dankbar!

 

Das Team für den Transport bestand bei diesem Anlauf aus meinem Mann Peter und mir sowie Ricci Riedel aus Deutschland, die schon beim 11. Hilfstransport dabei gewesen ist und den Bericht darüber geschrieben hat, und Chantelle Donald aus Südafrika, die sich normalerweise um unsere Haustiere kümmert, wenn wir unterwegs sind.

 

 

6 Uhr morgens an der Grenzstation Caledonspoort zwischen Südafrika und Lesotho

 

Der Transport verlief ohne Zwischenfälle, wenn man von den üblichen Schikanen an der Grenze zwischen Südafrika und Lesotho absieht.

 

 

Nachdem der nationale LehrerInnen-Streik Gott sei Dank am 1. April 2019 beendet wurde, findet inzwischen wieder normaler Schulunterricht an allen Schulen im Land statt. Die Freude bei unserer Ankunft war wie immer riesengroß, wir wurden mit Gesang und Gelächter begrüßt.

 

 

 

Unsere BetreuerInnen der Yes we care! e.V.-Patenkinder waren unendlich dankbar, dass wir es doch noch vor unserer Reise nach Europa geschafft hatten, die dringend erwartete Schulkleidung sowie Schreibwaren, Toilettenartikel, Decken und Medikamente für Hunderte von bedürftigen SchülerInnen an der Pitseng High School und Pontmain Primary School zu liefern.

 

 

Drei Lieder des Schulchors hinterließen bei uns Gänsehaut, Chantelle musste mit Tränen kämpfen. Dann wurden 800 Päckchen mit Süßigkeiten an alle SchülerInnen und LehrerInnen verteilt und anschließend über 350 Pakete mit der Schulkleidung, zuerst an die Kleinen aus der Grundschule – die zusätzlich Kuscheltiere und handgestrickte Pullover für den Winter erhielten –, dann an die SchülerInnen der High School.

 

 

Zum Schluss kamen unsere 148 Patenkinder (leider war die Zahl wieder kleiner geworden, da ein Patenmädchen schwanger geworden ist) dran: Sie erhielten jeweils zusätzlich zu ihren Kleiderpaketen zwei wunderschöne, von Hand hergestellte Armbänder und ein Federmäppchen, und manche von ihnen verspätet eingetroffene Briefe und die Geschenke ihrer PatInnen aus Deutschland, die wir im März nicht hatten mitnehmen können. Sie freuten sich sehr!!

 

 

Ricci konnte das Patenkind der Staatlichen Realschule Lindenberg im Allgäu, in der ihr Vater Konrektor ist, persönlich kennenlernen.

 

  

 

 Ganz unerwartet waren zwei Personen extra für unseren Besuch an die Schule gereist gekommen: ein ehemaliges Patenkind, Thabiso Phusumane, der inzwischen an der Nationalen Universität in Maseru Informationstechnologie studiert, und Sr. Alice Maputsoe, die ehemalige Schulleiterin der Pitseng High School. Thabiso hält intensiven Kontakt zu Yes we care! e.V. und konnte uns auch über das Leben vieler anderer ehemaligen Patenkinder berichten.

 

Sister Alice war gekommen, um sich mit uns bezüglich der Probleme mit der neuen Leiterin des Mädcheninternats auseinanderzusetzen. Es wurde eine sehr kurze, aber auch sehr konstruktive Besprechung. Wir ließen keinen Zweifel daran, dass der Austausch der neuen Internatsleiterin für Yes we care! e.V. nicht verhandelbar ist. Wir können den Sisters of Charity natürlich nicht vorschreiben, wen sie als LeiterInnen in wichtige Positionen an der Schule einsetzen, aber Yes we care! e.V. kann nicht mit Personen zusammenarbeiten, bei denen der Verdacht auf Kindesmisshandlung besteht. Sister Alice verstand unsere Position und erinnerte uns alle daran, dass wir ja bereits seit vielen Jahren konstruktiv an der Verbesserung der Lebensbedingungen von bedürftigen Kindern an den beiden zuvor erwähnten Schulen zusammenarbeiten. Wir bekräftigten unseren Willen, dies auch in Zukunft zu tun, solange die Bedingungen (und dazu zählt die Besetzung der Leitungsposition am Mädcheninternat) es uns ermöglichen. Sister Alice versprach, dass Yes we care! e.V. bis spätestens Ende April 2019 diesbezüglich eine offizielle Antwort von den Sisters of Charity erhalten wird. Wir sind nach diesem Treffen recht hoffnungsfroh, dass bald eine besser geeignete Leiterin im Mädcheninternat eingesetzt werden wird.

 

 

Vor dem zweiten Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat mit Mr. Paku, Ricci, Thabiso,
Sister Alice, Chantelle, Peter und vielen fröhlichen neuen Bewohnern

 

Wir besichtigten die beiden Jungeninternate, die inzwischen voll belegt sind. Wir trafen einige Jungen, die erst seit Kurzem im Bischof-Manfred-Müller-Jungeninternat 2 leben. Sie sind überglücklich über ihr neues zu Hause und zeigten uns stolz ihre Betten.

 

 

Wir brachten zwei Fußballtische und viele Bücher mit, die in Zukunft sehr viel genutzt werden. Auch große Abfalleimer sowie Putzeimer und Wischmopps für die beiden Internate konnten wir liefern.

 

 

Derzeit wird eine Solarthermie-Anlage zur Wassererwärmung installiert, die Solarkollektoren liegen bereits im Wohnzimmer bereit und die Heißwasserbehälter warten im Solarraum.

 

 

Es werden noch weitere Wäscheleinen benötigt, da 96 Jungen sehr viel schmutzige Wäsche produzieren.

 

Noch ist das zweite Jungeninternat nicht an den Strom angeschlossen und die Jungen treffen sich nach Einbruch der Dunkelheit alle im ersten Jungeninternat. Yes we care! e.V. eruiert gerade, ob eine Photovoltaik-Anlage oder der Anschluss an das nationale Stromnetz die bessere Lösung darstellen wird.

 

 

Momentan wird eine Toilettenanlage für die fast 100 Jungen in den beiden Internaten gebaut. Es handelt sich um ein ökologisches Ecosan-Toilettensystem, das wasserlos funktioniert und so gut wie geruchlos sein soll. Für Interessierte hier zwei Internet-Links http://www.ecosan.co.za/ und https://www.youtube.com/watch?v=gPummZRR2Cg. Acht Toiletten werden für die vielen Jungen ausreichen.

 

Das Mädcheninternat sahen wir diesmal nur von außen. Durch ein Fenster sahen wir einen großen, fast leeren Raum, der momentan nur mit wenigen Stühlen möbliert ist und in dem die Mädchen der 8. und 9. Klassen an den Wochenenden und abends lernen.

 

 

Falls es gelingen sollte, eine gute Betreuung für diese Mädchen während der Studierzeiten zu garantieren, wäre die Möblierung mit Schultischen und -Stühlen ein unterstützungswürdiges Projekt, das hoffentlich zur Verbesserung der momentan enttäuschenden (wenn auch unter den aktuellen Gegebenheiten nicht verwunderlichen) akademischen Ergebnisse der Mädchen beitragen wird.

 

Trotz der immer noch vorherrschenden Dürre wächst im gut gepflegten Schulgarten sehr viel Kohl. Der kümmerliche Mais wurde durch einen schlimmen Gewittersturm wenige Tage vor unserem Besuch fast vollständig zerstört. Mindestens ein Drittel der Bevölkerung Lesothos wird laut UN diesen Winter 2019 Nahrungsmittelhilfe benötigen.

 


 

Bei unserem Gang über das Geländer der Pitseng High School konnten wir die neuen Schweine besuchen, die mit Hilfe von Spenden über Yes we care! e.V. finanziert wurden und die zur Versorgung der vielen SchülerInnen mit Eiweiß beitragen werden.

 

Nach kurzen und sehr intensiven Stunden an der Schule brachen wir überglücklich nach Hause auf: Wir sind so erleichtert, dass der letzte von uns selber durchgeführte Hilfstransport diesmal geklappt hat!! Wir hoffen, dass es den SchülerInnen gelingen wird, durch harte Arbeit die während des Streiks verlorenen Unterrichtswochen aufzuholen und am Jahresende doch noch erfolgreich ihre Examen zu schreiben.

 

 

Wir danken allen, die in dieser schwierigen Zeit Anfang 2019 besonders an die Kinder in Pitseng gedacht haben und uns mit vielen lieben E-Mails Verständnis gezeigt und Hoffnung und Durchhaltevermögen vermittelt haben!

Geschrieben von Irina Andre-Lang
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National Teacher Strike in Lesotho and its consequences

Geschrieben am 12.02.2019


Unfortunately, we had to cancel the opening ceremony of the 2nd Bishop Manfred Müller boys boarding facility on 9th March 2019. It is currently unclear whether it will be possible to carry out the 12th charity transport of Yes we care! e.V. to Pitseng in Lesotho on 6th March 6 2019 and to visit the sponsored students. An improvement in the academic outcomes at Pitseng High School in 2019 now seems completely out of the question. The teaching at all schools in Lesotho for the year 2019 is in question. The reason?

 

 

In Lesotho, teachers' unions have called for a nationwide strike that is planned to be very protracted, see the schedule of the strike valid for all teachers.

 

 

The topic is the salary payments by the government that have been outstanding for up to ten years, the sometimes inhumane and difficult working conditions for teachers and desired salary increases. The negotiations between the government and the teachers' unions have dragged on for many months now. Last year, a prolonged strike could only be averted by the government pledging payments to teachers.

 

 

These payments have not been made, confidence in the credibility of the government has turned into disappointment and anger. Teachers have been demonstrating since the beginning of the year. Now all schools and teachers are to participate in the nationwide strike.

 

 

Teachers and schools who do not participate in the strike risk attacks, such as Arson attacks. Teaching may only happen for one week each month. Of course, this is impossible given the fact that most students live in boarding facilities as they come from very remote villages.

 

In a long phone call with Makabelo Tenane, school principal of Pitseng High School and manageress to our sponsorship program, she made it clear that safety cannot be guaranteed during a visit to the school, as planned by us in March 2019. With a very heavy heart, we then had to cancel the opening ceremony. We do not want anyone to risk getting injured or our caregivers at Pitseng High School to endanger themselves while trying to continue with the education of our sponsored students.

 

The school administration convened an emergency meeting on Sunday, in which all teachers, members of the school management and the school board, have decided together how they will deal with the situation. Every teacher has the right to decide for her/himself if she/he participates in the strike. In principle, all students should stay at the school/boarding facilities to be available for lessons at any time, should this take place. Whether this could be implemented is highly questionable. The nuns, who run the girls’ boarding facility, are currently unable to take care of all the girls at the girls' boarding in the absence of teachers. They want to send them home during non-teaching weeks. However, many of the girls cannot travel to their remote villages every month because of the high cost of transportation, and others have no relatives to stay with (not taking into consideration the fact that the accommodation fees for the current half of the school year have already been paid to the nuns ...) ... so another solution needs to be found urgently!

 

The preparations for the 12th charity transport to Pitseng have almost been finalized:

 

 

 

 

All charity goods have been purchased, clothes packages for 350 children have been packed, 4,000 apples are ordered, only the sweets are still waiting for packaging. The documents for the border crossing should be in our hands next week. If possible, we will drive these supplies to Pitseng. Whether we will then find students at the school is unclear. If it will be too dangerous, the charity transport and the visit of the sponsored students will have to be canceled and we will have to store the goods in South Africa and wait.

 

 

This strike will have dire consequences for the children in Lesotho. If the strike is implemented as planned, 2019 will be a lost year for all students! Many will leave school for good. Young girls are at an increased risk of becoming pregnant. In a situation where teaching is being conducted only one week per month, it is unlikely any student will be able to successfully complete a final exam. Many relatives will not be able to finance an extra school year for their children.

 

Of course, this will also have consequences for our sponsorship program. There is a great danger that many sponsored students will “disappear" if there will be no regular lessons. If this strike will continue for the whole year, the remaining students will have to repeat this school year.

 

Mrs. Makabelo Tenane hopes that an agreement between the unions and the government will be found soon to prevent a catastrophe. But it remains to be seen how the situation will evolve.

 

We are very worried about this unexpected turn in Lesotho, which deeply affects the most important Yes we care! e.V. program to help needy children in Lesotho - the sponsorship program. We are worried about the near and far future of our sponsored students! At the moment, it's hard to know how the situation at the school and our sponsorship program will develop. Although our influence on the current situation is very limited, we will do everything in our power to ensure that the children will well be cared for during this time.

 

We are very, very sad that we have had to disappoint people who had already booked and paid for their flights, rental cars and accommodations and who were very much looking forward to visiting the sponsored students at the beginning of March.

 

We thank all those who can show understanding in this difficult time and continue to work with us for the future of these children!

With kind regards

Irina André-Lang, Peter Lang, Ulrike Völkmann

Vorstand von Yes we care! e.V.