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Geschrieben von Romi Riedel und Sabine Hengge
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Unsere Reise startete am 30. Oktober 2014. Wir, das sind Romina und Sabrina aus Lindau am schönen Bodensee. Sabrina wurde bei ihrem ersten Besuch in Südafrika gleich von einer fünftägigen „Kofferlosigkeit“ begrüßt. Die ersten Tage verbrachten wir bei Irina und Peter in Port Shepstone, die wir für viele Tagesausflüge nutzten.

 

Nachdem wir einige Vorbereitungen getroffen hatten, brachen wir schließlich zu unserem viertägigen Lesothotrip auf. Mit unserem vollgepackten Auto fuhren wir zunächst nach Clarens, wo wir eine Nacht verbrachten. Am nächsten Morgen begann der große Tag bereits um fünf Uhr in der Früh. Die ersten 45 Minuten verbrachten wir wieder im Auto, bis wir endlich den Grenzübergang von Südafrika nach Lesotho erreichten. Laut Erzählungen von Irina und Peter stellten wir uns auf eine schwierige Grenzüberquerung ein, jedoch wurden unsere Erwartungen nicht bestätigt. Die zweimalige Ausweiskontrolle war alles, was wir zu bewältigen hatten.

 

 

Unser erster Eindruck von Lesotho bestand vor allem aus der Schönheit des Landes. Doch schon nach kurzer Zeit wurde unser Blick mehr auf das tägliche Leben der Menschen gelenkt. Damit meinen wir zum Beispiel: die Häuser, die aus Wellblech bestehen oder nur Lehm- und Grasbauten sind. Außerdem fuhren wir bereits auf der bestgebauten Straße Lesothos (Autobahn), die jedoch nicht einmal mit einer schlechten Landstraße aus Deutschland vergleichbar ist. Sofern man in Lesotho ein Auto besitzt, muss man jederzeit mit „Hoolahoopreifen-großen“ Potholes (Schlaglöchern) rechnen sowie mit durch Erosion verschwundenen Brücken, und Menschen laufen überall auf der „Autobahn“ herum. Hauptfortbewegungsmittel sind entweder Gemeinschaftstaxis (Kleinbusse), Esel und zum Großteil die eigenen Füße.

 

 

Um ca. halb 9 Uhr morgens erreichten wir unsere Unterkunft „Aloes-Guest-House“ in Pitseng, wo wir lediglich unsere persönlichen Sachen abstellten, um sofort weiter zur Pitseng High School zu fahren. Dort wurden wir schon freudestrahlend von Ms Tao, Mrs Makabelo, Mrs Mpho in ihren „Yes we care! e.V.“  T-Shirts und natürlich der Schulleiterin Sister Alice erwartet. Nach einer herzlichen Begrüßung verluden wir erstmal unsere mitgebrachten Pakete in einen Hinterraum der Bibliothek. Sobald wir damit fertig waren, wurden die wichtigsten Fragen in einem Meeting mit Sister Alice, Mrs Makabelo (stellvertretende Schulleiterin), Peter und Irina besprochen. Dabei kamen generelle Themen, wie die geplante neue Jungenunterkunft, Finanzen, Internetzugang, Wassertank und Farmtiere zur Sprache. Zusätzlich wurden spezielle Fälle wie: „Was passiert mit SchülerInnen aus dem Projekt, die schwanger sind oder durch das Abitur fallen?“ diskutiert.

 

 

Um 12 Uhr endete das Meeting und ging in eine Schulführung über. Insgesamt schien alles in einem ordentlichen Zustand zu sein. Die Besichtigung begann mit der derzeitigen Unterkunft für die Jungen der Schule, die sich als ein ziemliches Schockerlebnis für uns herausstellte. Im ersten Moment war es für uns fast unmöglich, die Jungenunterkunft von den umliegenden Schweine- und Kuhställen zu unterscheiden.

 

 

Auch beim zweiten Hinschauen ließ sich nichts Positives feststellen. Die Unterkunft besteht aus einer kleinen, einfachen Hütte mit zerbrochenen Fensterscheiben, ohne Elektrizität, ohne Wasser und zum Teil kaputten Stockbetten. Es gab keinerlei Schränke, Tische oder Stühle.

 

 

Die weitere Besichtigung führte uns zu der neuen, noch in Bau befindlichen Mädchenunterkunft, die sich als sehr viel schöner erwies. Wir bekamen ebenfalls einen kleinen Einblick in ein normales Klassenzimmer. Normal bedeutet hier: nicht vergleichbar mit einem deutschen Klassenzimmer, da wesentlich mehr SchülerInnen in einer Klasse sind. So viele, dass sich einige sogar Stühle teilen und zu dritt an einem Tisch sitzen mussten. Der Raum wirkte recht kahl und vor allem schlecht geschützt vor Wind und Kälte. Als wir den Raum betraten und die SchülerInnen uns und unsere Kameras bemerkten, brach ein aufgeregtes Tuscheln in der Menge aus. Sofort posierten sie freudestrahlend für unsere Kameras.

 

 

Doch da es bereits 13 Uhr war und somit Zeit zum Mittagessen, beobachteten wir den normalen Ablauf der Essensausgabe: Die Jungen und Mädchen stellen sich getrennt voneinander in einer Reihe auf und jeder bekommt ein bisschen Maisbrei mit Milch und Kohlsuppe.

 

Um 14 Uhr versammelten sich alle Patenkinder von „Yes we care! e.V.“ auf dem Schulhof, um ein Gemeinschaftsfoto zu schießen. Anschließend richtete Irina noch einige Worte an die Kinder und dann ging es schon zum schönsten Erlebnis für uns beide über: Jedes einzelne Kind wurde von uns fotografiert und bekam zusätzlich dazu noch ein Süßigkeitenpäckchen überreicht. Durch die Schüchternheit einiger Kinder gestaltete sich das Fotografieren zum Teil als Herausforderung, da wir versuchten, jedem und jeder ein offenes Lächeln zu entlocken. Überraschenderweise kamen bald immer mehr Gruppen von SchülerInnen auf uns zu, die weitere Fotos von sich wollten. Mit der Zeit entwickelte es sich zu einer lebendigen „Fotosession“, bei der auch wir hin und wieder im Bild erschienen.

 

                         Romi Riedel                                                      Sabrina Hengge

 

Wie man auf den Bildern sehen kann, war es für uns alle ein sehr spaßiges und fröhliches Erlebnis. Die Zahl der Bilder spricht für sich: 440 Fotos innerhalb von zwei Stunden! Im fröhlichen Gewimmel wurden nicht nur Fotos geschossen, sondern auch E-Mail-Adressen und Facebook-Accounts ausgetauscht. Außerdem unterhielten wir uns angeregt mit vielen SchülerInnen über ihr alltägliches Leben. Besonders häufig wurde uns erzählt, dass das vor Kurzem stattgefundene Sommercamp (durchgeführt von „Help Lesotho“) ein voller Erfolg war. Besonders gefreut hat es mich (Romina), dass ich mich sogar mit den ehemaligen Patenkindern Limakatso Koetle vom Valentin-Heider-Gymnasium Lindau und Rampai Mpheu von der Realschule Lindenberg über ihr geschriebenes Abitur und ihre Zukunftspläne unterhalten konnte, da ich sehr enge Kontakte zu diesen Schulen pflege.

 

Rampai Mpheu, Romi Riedel, Limakatso Koetle

 

Nicht nur die „Fotosession“ bereitete den SchülerInnen Freude, sondern vor allem auch die Briefe und Geschenke der Paten, die sie kurz davor erhalten hatten.

 

 

Da es inzwischen leider schon recht spät war, mussten wir uns schweren Herzens auf den Weg in unsere Unterkunft machen.

 

Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich den täglichen Morgenappell miterleben, der jedoch aufgrund des starken Regens nicht stattfinden konnte.

 

 

Deshalb begannen wir sofort das Meeting mit Ms Tau. Dabei wurde über die Ausgaben für die Kinder, deren Gesundheitszustand und was im Moment an Geld benötigt wird, gesprochen. Um uns für den Bau der Jungenunterkunft ein Angebot einzuholen, trafen wir uns am selben Morgen noch mit einem Bauunternehmer. Nachdem wir alles geklärt hatten, war die Zeit gekommen sich zu verabschieden. Zum Aufbruch überreichte uns Sister Alice gemeinsam mit den anderen Lehrerinnen ein kleines Geschenk.

 

Zusammen mit sehr vielen wertvollen Erfahrungen traten wir schließlich wehmütig den Heimweg nach Port Shepstone an.

 

Geschrieben von Irina André-Lang
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Besuch der Yes we care! e.V.-Patenkinder in Pitseng
am 11. und 12. November 2014


Kaum sind Peter und ich aus Deutschland nach Südafrika zurückgekehrt, sind wir auch schon wieder auf dem Weg nach Pitseng, um die Patenkinder besuchen. Auch dieses Mal sind wir nicht nur zu zweit unterwegs: Wir haben Romi Riedel und Sabrina Hengge dabei, zwei junge Frauen aus Lindau, die uns in Südafrika besuchen und sehr gespannt auf Lesotho sind. Es ist Frühling und dieses Jahr regnet es fast unaufhörlich. Das ist nicht so gut für unseren Besuch, aber ausgezeichnet für die Felder, die fleißig von den Basotho gepflügt werden:

 

Auch die Felder auf dem Schulgelände der Pisteng High School werden mit Kartoffeln und Kohl bepflanzt:

 

Wir freuen uns riesig, die Schulleiterin der Pitseng High School, Sister Alice Mputsoe, in einem wesentlich besseren Gesundheitszustand wieder zu sehen: Sie kann ohne Gehhilfe auf uns zulaufen und begrüßt uns mit ihrem wunderbaren Lachen, das ihre neuen Zähne offenbart. Ich kann es kaum glauben, wie weit sie sich nach ihrem fast tödlichen Autounfall im Dezember 2013 erholt hat. Später offenbart sie uns, dass ihr linker Arm immer noch teilweise gelähmt ist, aber sie hat gelernt, damit umzugehen, und Nichteingeweihten würde dies nicht auffallen.

Sabrina Hengge, Irina André-Lang, Sister Alice Mputsoe, Makabelo Tenane, Romi Riedel, Mpho Makhalanyane, Mojabeng Tau

 

Natürlich treffen wir auch Mojabeng Tau, die unsere Patenkinder an der Pitseng High School betreut, sowie die Lehrerinnen des Anti-Aids-Clubs, Mrs. Makabelo Tenane und Mrs. Mpho Makhalanyane.

Wir freuen uns sehr, die großen Kochtöpfe, die wir ein Jahr zuvor an die Schule gebracht haben, endlich in Aktion zu erleben:

 

Der durch Yes we care! e.V. finanzierte Wassertank hingegen ist während des letzten Schulhalbjahres vom Hausmeister der Schule nicht fachmännisch auf einem Gestell in der Nähe der Farmtiere installiert worden und daraufhin während der ersten Füllung mit Wasser leider zusammengebrochen:

 

Wir treffen fast alle der Patenkinder in der Bibliothek und verteilen die Briefe und Geschenke der PatInnen sowie jeweils ein kleines Päckchen mit Süßigkeiten für Weihnachten. Wie immer ist ihre Freude riesengroß! Leider sind die neuen Brillen für die betroffenen SchülerInnen in unserem Patenschaftsprogramm noch nicht in Maseru, der Hauptstadt Lesothos, abgeholt worden. Die SchülerInnen der 10. Klasse schreiben am nächsten Tag ihre Examen für das „Junior Certificate“, eine Art Realschulabschluss. Die SchülerInnen der zwölften Klasse haben in der Woche davor ihr Abitur geschrieben.

 

Dieses Jahr haben neun der Patenkinder ihr Abitur geschrieben: Wir erfahren, dass sie alle darauf hoffen, anschließend ein Stipendium für ein Studium erhalten zu können, ansonsten hätten sie kaum eine berufliche Zukunft und müssten sich durch Gelegenheitsjobs durchbringen. Der häufigste Berufswunsch bei den jungen Frauen ist Krankenschwester, bei den jungen Männern Ingenieur.

 

Sie werden alle versuchen, mit Yes we care! e.V. in Kontakt zu bleiben, damit wir erfahren können, wie ihre Abitur-Ergebnisse, die sie im Febrauar 2015 erwarten, ausgefallen sind und ob sie zu den Glücklichen gehören werden, die studieren können werden.
Wir sehen „unsere“ vier Milch-Kühe Pula (Regen), Kotso (Frieden), Nala (Wohlstand) und Hope (Hoffnung), die alle dieses Jahr ein gesundes Kälbchen zur Welt gebracht haben: drei weibliche namens Mabatho (Freude), Lerato (Liebe) und Thumelo (Zuversicht), und ein männliches namens Monate (Köstlich). Der vor zwei Jahren geborene Bulle Mango entwickelt sich weiterhin prächtig.

 

„Unseren“ Schweinen geht es ausgezeichnet, sie vermehren sich wie Kaninchen und infolgedessen gibt es inzwischen sehr häufig die bei den SchülerInnen so beliebten Fleischmahlzeiten und es können sogar Schweine verkauft werden.

Eine Sau hat in der Nacht vom 11. auf den 12.11.2014 ihre sieben Ferkelchen geworfen.

Die Bauarbeiten für das neue Internat für die Mädchen an der Pitseng High School sind fast abgeschlossen. Es bietet nicht nur bessere Schlafräume für weniger Mädchen pro Schlafsaal als bisher, sondern auch eine eigene Küche sowie Aufenthaltsräume. Es soll bei Schulbeginn im Januar 2015 in Betrieb genommen werden.

 

Das Toiletten-Biogas-System von Yes we care! e.V. ist nach dem Zusammenbruch im März 2014 völlig restauriert worden und im normalen Einsatz. Das entstehende Biogas wird sehr bald an einen „Herd“ angeschlossen werden, der zur Erwärmung des Waschwassers für die Mädchen eingesetzt werden wird. Dieser „Herd“ wird in diesem Hüttchen auf dem Gelände in der Nähe der Schlafräume untergebracht sein:

 

Wir haben Meetings mit der Schulleitung der Pitseng High School, der Schulleitung der Pontmain Primary School, mit Ms. Mojabeng Tau, Mr. Thabo Sebele, einem Bauunternehmer aus der Hauptstadt Maseru, sowie mit Shadrack Muthembei in Leribe, dem Vertreter der kanadischen Hilfsorganisation „Help Lesotho“, die unser jährliches Ferien-Camp durchführen.
Mit Mojabeng Tau sprechen wir über die Herausforderungen, denen sie sich in der Betreuung der Patenkinder gegenüber gestellt sieht. Sie sieht einen großen Bedarf an Beratung der Kinder, die ohne die Hilfe eines normalen Elternhauses sehr früh in ihrem Leben mit riesigen sozialen Problemen fertig werden müssen. Auch die Auswahlkriterien für unsere Patenkinder sind ein wichtiger Diskussionspunkt. Armut alleine ist nicht ausreichend, um bei Yes we care! e.V. auf die Warteliste zu kommen. Die Kinder müssen fleißig, intelligent und belastungsfähig sein. Die Entscheidungskriterien für eine zweite Chance bei Nichtbestehen einer Klasse werden ebenfalls besprochen.
Wir erfahren, dass von den 4 SchülerInnen, die 2014 ihr Abitur bestanden haben, eine bereits mit ihrem durch den Staat gefördeten Studium begonnen hat und drei weitere sich Chancen ausrechnen, Anfang 2015 ein Stipendium für ein Studium zu erhalten.
Im Gespräch mit der Schulleitung werden wir detaillierter über den Ausbruch einer schweren Erkrankung Ende August/Anfang September 2014 an der Pitseng High School unterrichtet. Viele SchülerInnen erkrankten in dieser Zeit an Durchfall, Erbrechen und Bauchkrämpfen sowie an psychologischen Auffälligkeiten. Über 130 von ihnen mussten im Hospital behandelt werden, 12 von ihnen wurden stationär aufgenommen. Das Gesundheitsministerium wurde eingeschaltet und die Schule für eine Woche geschlossen. Trotz intensiver Bemühungen wurde die genaue Ursache dieser Erkrankung nicht identifiziert. Nach Wiedereröffnung der Schule traten keine erneuten Fälle auf. Die Schulleitung der Pitseng High School befolgt jetzt die allgemeinen Vorschläge der Behörde zur Vorbeugung von Infektionserkrankungen.

Das Lustigste an unseren Treffen ist der Moment, als mitten in einer Sitzung zwei tiefgefrorene Schweine, die in einem Eisschrank im Nebenraum gelagert worden waren, durch das Sitzungszimmer getragen werden – ein Anblick, den man in Deutschland wohl nie erlebt!

 

Die Schule benötigt einen „Kaltraum“ in der Nähe der Küche, um die großen Nahrungsvorräte kühl lagern zu können und unnötige Wege zu vermeiden.

Das Wichtigste ist für uns ist jedoch die Weiterbringung unserer Pläne für den Bau eines Internatsgebäudes für die Jungen in unserem Patenschaftsprogramm sowie für weitere bedürftige Jungen an der Pitseng High School. Das Kuratorium der Schule hat bestätigt, dass Yes we care! e.V. den Baugrund im Schulgelände kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen wird. Daraufhin können wir gleich im Anschluss mit einem sehr kompetent wirkenden Bauunternehmer unsere Vorstellungen besprechen. Er wird Yes we care! e.V. einen Kostenvoranschlag unterbreiten, sobald er unsere Pläne erhalten hat.

Das für unser Jungen-Internatsgebäude vorgesehene Grundstück.

 

Ab Januar 2015 werden 68 Patenkinder über Yes we care! e.V. die Pitseng High School besuchen können – darauf können wir stolz sein! Da wir jedoch weitere Kinder auf unserer Warteliste haben, die ansonsten nicht in die Schule gehen können, suchen wir selbstverständlich auch weiterhin neue PatInnen!

Romi Riedel und Sabrina Hengge und die Patenkinder haben viel Spaß miteinander!

 

Allen unseren PatInnen ein riesiges Dankeschön!

Wir wünschen allen ein friedliches und frohes Weihnachtsfest
und einen guten Rutsch ins Jahr 2015!

Geschrieben von Peter Lang, Ulrike Völkmann und Irina André-Lang
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Vierte Mitgliederversammlung des Vereins Yes we care! e.V.
am 13.07.2014

Ein Teil unserer Mitglieder mit dem Lesotho-Kalender 2015 von Yes we care! e.V.:
Hintere Reihe: Helga Ahlbach
Vordere Reihe von links: Irina André-Lang, Markus Fichtner, Ulrike Völkmann, Ulrich Karpinski, Stefan Friehl mit Iver Lauermann via Skype, Peter Lang und Monika Witt

 

Am Sonntag, 13.07.14, fand in Wiesbaden unsere vierte Mitgliederversammlung statt. Von derzeit 19 ordentlichen Mitgliedern konnten neun anwesend sein (siehe Foto), ein Mitglied davon via Skype.

 

Nach vier Jahren im Amt wurden der Vorstand und die beiden Rechnungsprüfer für weitere vier Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Auch die Schriftführerin stellte sich für weitere vier Jahre zur Verfügung.

 

Viele Projekte an der Pitseng High School und Pontmain Primary School, die sich der Verein Yes we care! e.V. in der letzten Mitgliederversammlung vorgenommen hatte, konnten erfolgreich verwirklicht werden:

 

-    Farmtiere haben die Ernährung der über 700 Schüler/innen deutlich verbessert. 2013 wurde eine vierte Milchkuh angeschafft, sie gibt Milch für die GrundschülerInnen. Im Jahr 2014 wurden vier gesunde Kälbchen und zahlreiche Ferkel geboren.
-    Mädchenschuluniformen wurden in Pitseng genäht und von uns bezahlt.
-    Das Schulbuch-Verleih-System wurden mit weiteren 7.000,00 Euro für Schulbücher unterstützt, die an SchülerInnen verleiht werden.
-    5 riesige Küchentöpfe wurden erworben und an die Pitseng High School geliefert.
-    Ein 5000-Liter-Wassertank wurde finanziert und an der Schule in Gebrauch genommen.
-    Das Gehalt der „Life-Skills“-Lehrerin, Ms. Mapontso Nchee, wurde bezahlt.
-    Der 7. Hilfstransport mit Tonnen von Hilfsgütern wurde im März 2014 durchgeführt. Zum ersten Mal waren der gesamte Vorstand und die Schriftführerin von Yes we care! e.V. sowie weitere Gäste aus Deutschland dabei! Neben Tonnen von Schulkleidung, Schulmaterialien, Toilettenartikeln, Medikamenten und Decken wurden auch ein Beamer und zwei Lautsprecher mitbegracht, die den Schulunterricht in Computer wesentlich vereinfachen werden.
-    Das Patenschafts-Programm ist deutlich gewachsen, zum Zeitpunkt der Mitgliederversammlung hatten wir bereits für 57 Kinder PatInnen gefunden. Darüber hinaus werden weitere 7 SchülerInnen auf der Warteliste finanziell unterstützt. Yes we care! e.V. führt dieses Programm jetzt sehr erfolgreich unabhängig und selbstständig durch.
-    Eine zweite Freiwillige, Claudia Dechand, war im Februar/März 2014 für einige Wochen an der Pitseng High School als Musiklehrerin im Einsatz. Sie verbrachte eine internsive Zeit und plant einen weiteren Aufenthalt in der nahen Zukunft.
-    Teile einer Solar-Anlage wurden wie bereits im letzten Jahr angekündigt von einer deutschen Solar-Firma an Yes we care! e.V. gespendet und kostenlos bei freundlichen Menschen gelagert. Das Solar-Projekt wird jedoch nicht mehr in der geplanten Weise durchgeführt werden können, da sich der Energiebedarf an der Pitseng High School entschieden erhöht hat, nachdem mit Hilfe einer große Spende durch einen kanadischen Spender ein neues, riesiges Internatsgebäude für Mädchen auf dem Schulgelände gebaut wird.
-    Der erste Yes we care! e.V. Kalender für das Jahr 2014 war ein Erfolg und konnte nicht nur die Herstellungskosten decken, sondern etwas Geld für unsere Projekte erwirtschaften.

Deshalb gibt es natürlich einen Nachfolger: Der Lesotho-Kalender 2015 von Yes we care! e.V. ist noch schöner als der vorige und eignet sich gut als Geschenk! Wir freuen uns über viele Bestellungen!

 

 

Es gibt jetzt auch T-Shirts von Yes we care! e.V., die es in den Farben weiß (siehe oben) und blau (siehe unten) in diversen Größen zu bestellen gibt.

 

 

Es wurden die neuesten Versionen unserer Vereinsmaterialien verteilt, die ebenfalls über unsere Homepage bestellt werden können: die wunderschönen Spendendosen, Aufkleber, Flyer, Poster und Überweisungsträger, die der Umstellung auf SEPA gerecht werden.

 


Für das aktuelle Vereinsjahr wurde die Richtung festgelegt: Wir werden intensiv versuchen, weitere PatInnen für die Kinder auf unserer Warteliste zu finden. Der jährliche Hilfstransport ist im März 2015 geplant und die Musiklehrerin Claudia Dechand aus Regensburg möchte auch 2015 wieder für einige Wochen ehrenamtlich an die Pitseng High School gehen.

Das größte Projekt für dieses Vereinsjahr wird jedoch der Bau eines Internatsgebäudes für Jungen an der Pitseng High School. Für die Jungen gibt es viel zu wenig Unterbringungsmöglichkeiten, die zudem menschenunwürdig sind. Wir planen, eine menschenwürdige Unterkunft für Jungen zu bauen, entweder in der Nähe der Schule oder direkt auf dem Schulgelände. Wir freuen uns sehr über weitere finanzielle und logistische Hilfe dabei!

Ganz herzlichen Dank an alle, die uns im vergangenen Jahr geholfen haben und uns in diesem Vereinsjahr helfen werden, die Situation der Kinder in Lesotho weiter zu verbessern!


Kea leboha! Vielen Dank!

Seit einiger Zeit herrscht in Lesotho politische Unruhe. Das Deutsche Auswärtige Amt hat deshalb im September 2014 vorrübergehend empfohlen, nicht nach Lesotho zu reisen. Inzwischen herrscht zwar weiterhin eine angespannte Situation, aber diese Empfehlung wurde wieder aufgehoben.
Die Schulen in Pitseng, die Yes we care! e.V. in Lesotho unterstützt, waren zu keiner Zeit direkt von diesen Unruhen betroffen.

 

 

Bericht zu den aktuellen politischen Unruhen in Lesotho
(geschrieben von Irina André-Lang, Quellen: Nachrichtendienste aus Südafrika und Lesotho, sowie Deutsche Welle und Wikipedia)

 

Lesotho hat nach der letzten demokratischen Wahl in 2012 eine Regierungskoalition aus drei kleineren Parteien gebildet - unter Ausschluss des eigentlichen Wahlsiegers. Mit diesem Modell betrat das Zwergreich afrikanisches Neuland. Ministerpräsident Thabane, Chef der "All Basotho Convention", führt seither die Koalitionsregierung. Er ist der erste Oppositionspolitiker, der in dem Königreich durch Wahlen an die Spitze der Regierung gelangte.

 

Seit Monaten geht nun ein Riss durch diese Koalitionsregierung. Seine Koalitionspartner warfen Ministerpräsident Thabane vor, eigenmächtig zu handeln. Die Spannungen verstärkten sich, als Ministerpräsident Thabane im Juni 2014 das Parlament auflöste, um einem Misstrauensantrag aus den Reihen seiner Koalition zu entgehen. Das Parlament sollte Mitte August 2014 wiedereröffnet werden, der Termin verstrich jedoch. Daraufhin plante die Opposition für den 1. September 2014 eine Großdemonstration in der Hauptstadt Maseru gegen diese fortgesetzte Schließung des Parlaments.

 

Thabane wirft seinem Vizepremier Mothejoa Metsing vor, mit der Armee gemeinsame Sache gegen sich zu machen.  Am Freitag, 29. August 2014, entließ Ministerpräsident Thabane mit Zustimmung von König Letsie III. den Befehlshaber der Armee, Generalleutnant Kennedy Tlali Kamoli, und ersetzte ihn durch Generalleutnant Maaparankoe Mahao. Kamoli wollte sich damit nicht abfinden und blieb auf seinem Posten. Er wies ihm loyale Teile der Armee an, Polizeistationen anzugreifen und die Residenz des Premiers zu stürmen. Die verantwortlichen Militärs begründeten ihr Vorgehen mit dem Argument, die Polizei habe Teilnehmer der geplanten Demonstration mit Waffen ausstatten wollen.

 

Am frühen Morgen des 30. August 2014 besetzte die Armee in Maseru mehrere Regierungsgebäude sowie das Hauptquartier des Lesotho Mounted Police Service. Bei einer Schießerei zwischen Soldaten und Polizisten gab es einen Toten und neun Verletzte. Premierminister Thabane selbst bezeichnete die Aktion als "Putsch". Er selbst war bereits nach Südafrika geflohen, noch bevor die Armee seine Residenz erreichte. Thabane wirft seinem Vizepremier Mothejoa Metsing vor, mit der Armee gemeinsame Sache gegen sich zu machen. Die für den 1. September 2014 geplante Demonstration wurde abgesagt.

 

Fünf Tage später kehrte Thabane nach Lesotho zurück. Er wurde unter Begleitschutz von Polizisten des Nachbarlandes Südafrika in die Hauptstadt zurückgebracht. Die südafrikanischen Sicherheitskräfte halten sich seither zum Schutz Thabanes im Amtssitz auf.

 

Ministerpräsident Thabane bat die Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft SADC, Truppen nach Lesotho zu entsenden - ohne Erfolg. Schon vor Ausbruch der Gewalt führten die verfeindeten Parteien Gespräche, vermittelt von der SADC. Ein ums andere Mal wurden die Verhandlungen jedoch ohne Ergebnis abgebrochen. Zwischenzeitlich hatten sich die Politiker in Gesprächen mit den südafrikanischen Präsident Jacob Zuma auf einen Zeitplan geeinigt. Thabane verweigert jedoch eine Öffnung des Parlaments zu den vereinbarten Terminen, solange die Frage der Armeeführung nicht geklärt sei.

 

Am 16. September 2014 gab Südafrikas Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane bekannt, dass auf Wunsch der SADC die für 2017 geplanten Parlamentswahlen in Lesotho vorgezogen werden sollen. Die SADC beschloss die Entsendung einer Beobachterkommission unter dem südafrikanischen Vizepräsidenten Cyril Ramaphosa, die drei Monate im Land bleiben soll. Unterdessen gab es am 19. September 2014 erneut einen längeren Schusswechsel zwischen Polizisten und Soldaten, die sich vor dem Haus von Polizeikommandeur Tšooane aufhielten. Ramaphosa besucht am 29. September/1. Oktober 2014 zum dritten Mal Lesotho.

 

Auch ein möglicher Anschluss von Lesotho an den großen Nachbarn Südafrika wird in Lesotho erneut diskutiert, gilt jedoch als heikles Thema.

 

Geschrieben von Yes we care! e.V.
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Yes we care! e.V. Patenschaftsprogramm
Versorgung mit Sehhilfen


Seit Beginn unseres Yes we care! e.V.-Patenschaftsprogramms haben immer wieder Schüler/innen bei Befragungen über Augenprobleme geklagt. Es ist sehr schwierig, diese abklären zu lassen, da es in der Umgebung von Pitseng weder einen Augenarzt noch einen Optiker gibt. Dennoch wurden drei der Schüler/innen in unserem Programm mit Sehhilfen versorgt. Dies war sehr aufwändig und kostspielig.

 



Jetzt konnte Yes we care! e.V. die Optiker-Firma “Spec Savers” dazu gewinnen, alle 18 von Yes we care! e.V. gesponserten Schüler/innen, die in ihrem letzten Bericht Augenprobleme angegeben hatten, kostenlos direkt an der Pitseng High School zu untersuchen.


Am 30. Mai 2014 wurden an der Pitseng High School diese Augen-Untersuchungen durchgeführt.


Eine Optometrie-Studentin im dritten Universitätsjahr an der südafrikanischen Universität Freistaat, Frau Elsje Swanepoel, führte die Augen-Untersuchungen unter Supervision durch.

 


 
Folgende Test wurden durchgeführt:
-    Basis-Fallgeschichten
-    Visuelle Anpassung in Ferne und Nähe
-    Test mit einem verdecktem Auge in Ferne und Nähe
-    Naher Konvergenzpunkt {NPC)
-    Ophthalmoskopie

 


 
Es ergaben sich folgende Ergebnisse: Das größte Problem waren juckende, tränende Augen. Diese sind eine Folge der trockenen Umgebung und des Pollenfluges sowie verschiedener anderer Faktoren. Frau Swanepoel machte folgende Empfehlung: Spersallerge Augentropfen sollten dreimal täglich angewendet werden. 12 der 18 Schüler/innen, die über Augenprobleme geklagt hatten, brauchen diese Augentropfen.

 



Yes we care! e.V. hatte bereits im April 2014 bei einem Besuch der Pitseng High School  verschiedene Augentropfen für die betroffenen Schüler/innen mitgebracht, sowie Sonnenbrillen mit UV-Schutz für diejenigen, die über Lichtempfindlichkeit geklagt hatten.

Weiterhin wurden bei 4 der 18 Schüler/innen Sehfehler festgestellt, die der Korrektur durch eine Sehhilfe bedürfen. Diese sollten durch einen Optiker weiterbehandelt und versorgt werden.


Nachdem die Firma Spec Savers den Bericht von Frau Swanepoel erhalten hat, wartet Yes we care! e.V. jetzt auf einen Vorschlag, wie weiter verfahren werden kann. Wir sind der Firma sehr dankbar für die bisherige Unterstützung, die uns große Kosten und Aufwand erspart hat. Es wäre natürlich wunderbar, falls wir auch die Sehhilfen kostenlos erhalten sollten, andernfalls werden die sie von den Patenschaftsgebühren finanzieren.