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Stephanie Ball, Grundschullehrerin aus Regensburg, die in den Sommerferien 2012 ehrenamtlich an der Pitseng High School geholfen hat.

Anfang des Jahres 2012 las ich mit großer Begeisterung Dr. Irina André-Langs Buch „Kap meiner Hoffnung“, denn durch einen 4-wöchigen Aufenthalt in Südafrika 2011 war auch bei mir die Faszination für dieses Land entfacht. Wer ihr Buch bereits gelesen hat, weiß, wie schwer es ist, dieses Buch aus den Händen zu legen, wenn man es zu lesen begonnen hat. So erging es auch mir, sodass das Buch nach zwei Tagen beendet war und mich die Frage umtrieb, wie ich mehr über Lesotho und seine Menschen erfahren könnte.
Lange Rede – kurzer Sinn: Ich nahm via E-Mail Kontakt zu Irina auf, und da ich während meines Aufenthaltes in Südafrika bereits ehrenamtlich tätig gewesen war, schien mir die Möglichkeit, mit Schülern in Lesotho zu arbeiten, als eine große Herausforderung. Zu Recht war Irina zunächst sehr skeptisch. Nachdem ich ihr aber von meinen Erlebnissen in Südafrika berichtet hatte, wurde die Idee, nach Lesotho zu gehen, langsam konkreter, und irgendwann stand fest, dass ich mit Beginn der bayerischen Sommerferien nach Lesotho reisen würde.

Im Vorfeld wurde bereits ersichtlich, dass die Kommunikation mit Pitseng keineswegs einfach ist, denn häufig dauerten Antwort-Mails mehrere Wochen, sodass ich bis zu meiner Abreise nicht sicher sein konnte, ob ich am Flughafen Maseru abgeholt werden würde. Ich stellte mich also darauf ein, möglicherweise mit Sammeltaxen meinen Weg von Maseru nach Pitseng antreten zu müssen. Umso größer war meine Freude, als sich die Türen zur kleinen Ankunftshalle am Flughafen Maseru öffneten und ich von einer großen Schar Lehrer und Schüler in Empfang genommen wurde.


Als wir nach dreistündiger Fahrt inklusive Picknick mit dem traditionellen Maisbrei und Cabbage in Pitseng ankamen, war ich nicht nur total müde und durchgeschüttelt (der letzte Kilometer wurde auf einer Buckelpiste zurückgelegt), sondern gleichzeitig auch hellwach, da ich trotz Dunkelheit eine große Menge Menschen auf der Straße sowie deren Singen und Freudenlaute wahrnehmen konnte: Mich begrüßten nämlich viele Schüler und hießen mich herzlich willkommen.
Eine kleine Wohnung, die liebevoll eingerichtet worden war, sollte mein Zuhause für die nächsten viereinhalb Wochen werden. Obwohl ich bereits Südafrika-Erfahrungen hatte und wirklich überall sehr herzlich aufgenommen wurde, fielen mir die ersten Tage doch schwer, denn es war kalt, ständig gab es Stromausfall (powercut), an das Plumpsklo und das Nichtvorhandensein eines Badezimmers geschweige denn einer Dusche musste ich mich erst einmal gewöhnen, und zudem war ich es nicht gewöhnt (aufgrund der Kälte und der Dunkelheit bei Stromausfall), bereits um 18 Uhr ins Bett zu gehen.
Die ersten Tage verliefen sehr ruhig, da ich am Wochenende angekommen war und somit keine Schule war. Dennoch liefen tagsüber viele Schüler schnatternd auf dem Schulhof herum, waren zunächst etwas zurückhaltend, als sie mich erblickten – aber nach einem ersten Lächeln umringten sie mich und bestürmten mich mit Fragen über Deutschland.


Nachdem ich mich akklimatisiert hatte, konnte ich mich auf meine Arbeit konzentrieren: Schnell war klar, dass mir als Grundschullehrerin das Rüstzeug und die Sprachkenntnisse fehlen, um in überfüllten Klassen (teilweise mehr als 50 High-School-Schüler in einem Klassenzimmer) zu unterrichten.
So bestand mein Aufgabengebiet vor allem darin, die ungeordnete und schmutzige Schulbücherei auf Vordermann zu bringen. Da diese täglich in mindestens drei Schulstunden von jeweils einer anderen Schulklasse aufgesucht wird, hatte ich auch regen Kontakt zu den Schülern. Beim ersten Besuch der Schulbücherei war ich über das Verhalten der Schüler sehr erstaunt: Sie kamen in die Bücherei, griffen sich wahllos ein Buch, setzten sich auf einen der in Reih und Glied geordneten Stuhlreihen, zogen sich ihre Hoodies oder Kapuzen über den Kopf und verharrten 45 Minuten in dieser Position. Mein Eindruck, dass sie tatsächlich ohne zu überlegen irgendein Buch griffen, in dem sie lediglich ihr Gesicht versteckten, ohne jedoch zu lesen, bestätigte sich, als ich mir die Buchtitel anschaute. Sie griffen sich politische Bücher über die UNESCO, Betriebswirtschaftslehre oder aber Mathematik. Schnell stellte sich heraus, dass sie noch kaum Lesekultur besitzen und ihnen die Ordnung der Bücherei nicht bekannt war. Verständlich, denn diese Bücherei hatte bisher keine Ordnung. Sie war auch in keinster Weise gemütlich, sondern wirkte kalt und schmutzig. Dicke Staubschichten überlagerten die Bücher und Regalbretter.

 


In den nächsten Wochen stellte ich die Bücherei komplett auf dem Kopf, sortierte die Bücher neu, nachdem wir sie und die Regalbretter gesäubert hatten, um zum Schluss eine halbwegs geordnete Bücherei zu hinterlassen.



Natürlich gelang es mir in den wenigen Wochen nicht, große Freude am Lesen zu wecken, aber die Atmosphäre hatte sich bei den Büchereibesuchen verändert. Die Schüler fragten nach, wo sie ein Buch finden konnten, und sie hatten nicht jedes Mal ihre Kapuze auf dem Kopf, wenn sie die Bücherei betraten. Besonders große Freude herrschte, als die englischsprachigen Bücher aus Deutschland ankamen, die Regensburger Büchereien organisiert und nach Lesotho versandt hatten.
Unter anderem befanden sich Harry-Potter-Bücher in den Paketen, und auch in Lesotho ist diese Literatur-Figur bekannt. Das waren neben vielen anderen Büchern aus Deutschland die ersten Bücher, die die Schüler ausleihen wollten.


Neben der Arbeit in der Bücherei hatte ich viele Kontakte zu den Schülern, den Lehrern und den anderen Angestellten der Schule.
Ich wachte jeden Morgen um spätestens 5:45 Uhr auf, da um diese Zeit die ersten SchülerInnen in die Klassenräume zum Lernen gingen. Spätestens um 6:15 Uhr mussten alle Internatsschüler in den Klassenräumen sein, um zu lernen. Mir ist es bis dato schleierhaft, wie sich die Kinder aufs Lernen konzentrieren konnten, denn es war teilweise bitterkalt und die Kinder hatten leere Mägen bzw. lediglich eine Tasse Tee und eine Scheibe trockenes Brot zu sich genommen. Um viertel vor Acht trafen sich dann alle zum Morgenappell.


Dort wurde nicht nur gebetet und gesungen, sondern einzelne Schüler boten Gedichte oder kleine Reden dar.
Besuchte man die einzelnen Klassen, so war ich jedes Mal erstaunt über die Fülle in den Klassenräumen (in der Regel mehr als 40 Kinder), die müden Gesichter, die Kälte und die Tatsache, dass in Afrika Kinder manchmal geschlagen werden, wenn sie nicht aufpassen, keine Hausaufgaben haben oder aber dem Lernstoff nicht gewachsen sind. Ich lernte aber auch engagierte LehrerInnen kennen, die sich bemühten, in diesen überfüllten Klassen die Schüler zum Lernen zu motivieren, und ich war erstaunt über die Fähigkeit der Schüler, Gedicht zu verfassen und vorzutragen.  Immer wieder wurde in den Gesprächen mit ihnen deutlich, wie wichtig die Unterstützung aus Deutschland ist. Einige von ihnen waren zuvor wirklich hoffnungslos gewesen und hatten durch deutsche Hilfe sowohl Kleidung als auch Nahrung oder schulische Unterstützung bekommen, und das ließ ihre Lebensfreude wieder erwachen.



Häufig besuchten mich Schüler in meiner kleinen Wohnung, und bei Tee und Keksen wurden immer wieder viele Fragen über das Leben in Deutschland gestellt. Aber die älteren, teilweise hoch intelligenten, aufgeschlossenen und fleißigen Schüler stellten mir auch Fragen, auf die ich bis dato keine zufriedenstellende Antwort gefunden habe: „Wie schaffen wir es, dass sich unser bitterarmes Land entwickeln kann und wir jungen Menschen in diesem Land eine faire Chance bekommen?“


Daneben erlebte ich Schnee,


 die Herstellung des immergleichen Mittagessens: Maisbrei und Kohl,



Schüler und Kindergartenkinder, die Brennholz für die Schule sammelten,



und viele, viele liebenswerte Menschen!




Ich erlebte eine hoch engagierte Schulleiterin, die nur in wenigen Momenten ausgelassen sein konnte,



und war immer wieder fasziniert von den Schülern, die sich nicht unterkriegen lassen und sich in vielen Momenten wie „normale Teenager“ benahmen (schwatzten, tanzten, kicherten …) und Träume und Hoffnungen haben …



… und dennoch immer wieder einen traurigen Blick bekamen, wenn sie Bilder meiner Familie sahen, die sie immer wieder als „Happy Family“ bezeichneten und meine Kinder um ihr Glück, in Deutschland aufwachsen zu dürfen – ohne Hunger, Kälte und Armut -  beneideten.

Es gäbe noch so viel zu erzählen über meine Eindrücke von dem „Mountain Kingdom Lesotho“ …



… und den wunderbaren Menschen in der Pitseng High School. Wer mehr erfahren möchte, kann mich gerne über This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. kontaktieren.

Mich haben viele Begegnungen tief berührt und häufig wurde mir die Frage gestellt, ob ein Besuch vor Ort nicht frustrierend sei angesichts der Lebensumstände, in denen die Menschen dort leben.

Es ist sicherlich sehr einprägend und man kehrt mit einem veränderten Blick auf das Leben in Deutschland zurück, aber in dieser Zeit baut man auch Beziehungen zu den Menschen in Pitseng auf, es entstehen Freundschaften und ich freue mich jetzt schon auf den Moment, an dem ich Lesotho, die Basothos und Pitseng wiedersehen darf!

Liebe Irina und Peter,


Wir grüßen euch, liebe Freunde, im tiefsten Gefühl der Dankbarkeit für die Unterstützung, mit der ihr die Arbeit an unserer Schule erleichtert. Eure Unterstützung ermöglicht es uns, die Kinder besser zu ernähren, unsere Waisen und alle bedürftigen Schüler mit Kleidung zu versorgen, besser zu unterrichten und unsere Arbeit grundsätzlich leichter zu machen.

Wir danken euch auch, dass Ihr Stephanie Ball zu uns geschickt habt. Unsere chaotische Bibliothek ist jetzt ordentlich und sauber. Es ist für die Schüler/innen viel  leichter, in den Regalen bestimmte Bücher zu finden. Das erhöht das Interesse unserer Studenten, in der Bibliothek zu lesen. Die Freude, die sie  unseren Lehrern und unseren Schülern gebracht hat, ist bemerkenswert. Sie war offen für alle von uns. Stephanie ist eine großartige Frau. Gott möge Euch segnen, weil Ihr so eine wunderbare Person zu uns gebracht habt.




Jetzt der Bericht über den Stand der Projekte:

1.     Hühner:

Wir haben 500 Hühner gekauft. Drei starben während des Transports zur Schule. Sie sind mittlerweile zu viele für die Käfige. Wir werden einige aus den Käfigen freilassen, denn wenn es zu eng wird, töten sie einander.



Wir haben über 250 Schalen voll  Eier gesammelt: Bis zum 31. August haben die Schüler/innen rund 7.500 Eier zu essen bekommen.
Der Überschuss wird verkauft und wir behalten das Geld für die Zukunft, solltet ihr uns nicht mehr bei der Ernährung für diese Tiere unterstützen können. Sie fressen viel, und das Futter ist teuer. Die Kosten scheinen höher zu sein, als wir es geplant hatten. Aber wir werden es schaffen, die Kinder zu ernähren.und durch den Verkauf von Eiern das Futter für die Hühner und vielleicht sogar den Kauf neuer Hühner zu finanzieren, wenn sie aufhören, Eier zu legen. Ich glaube, dass wir es schaffen. Im Anhang findet ihr alle bisher entstandenen Kosten.


2.    Milchkühe:
Wir haben drei Milchkühe und drei Kälber. Das Wetter war sehr hart in diesem Jahr und das hat die Milchproduktion beeinträchtigt. Wir haben nicht die erwartete Michmenge erhalten. Wir hoffen, dass die Fütterung einfacher sein und die Milchproduktion mit dem Jahreswechsel zunehmen wird, wenn das Gras wieder beginnt zu wachsen. Unsere Aufwendungen sind auch hier höher, als wir kalkuliert hatten, aber hier werden wir ebenfalls sehen, was zu tun ist, um die Kühe zu halten. Wir haben die männlichen Kälber, die wir verkaufen können, um die Milchkühe zu behalten.

 


3.    Schweine:
Die Schweine haben zugenommen – sowohl wörtlich als auch in der Anzahl . Wir haben jetzt 8  Ferkel und zwei der Sauen sind trächtig. Wir hoffen,  dass sie viele Ferkel tragen. Vier Schweine sind bereits für die Ernährung geschlachtet worden. Die Tiere machen uns  eine Menge Hoffnung, dass wir die Kinder in unserer Schule besser mit Proteinen versorgen können. Das ist wunderbar. Die Schweine sind billiger und leichter zu handhaben als die beiden anderen Projekte. Wir müssen nicht mehr so viel proteinhaltige Nahrung wie früher kaufen, und die Menge, die die Schüler/innen zu essen bekommen, hat stark zugenommen.


4.    Das Biogas-Toiletten-System:
Der Beginn des Projektes wurde wegen der Menge an Schnee und der Häufigkeit der zu kalten Tagen verzögert. Aber jetzt haben wir  es begonnen, anbei die bisherigen Kosten und die Fotos über den Fortschritt des Gebäudes. Dass ist eine wunderbare Innovation.



5.    Schulbuch-Verleih-System:
Wir haben die Regelung dieses Systems mit den Eltern besprochen. Es gibt bereits einen Ausschuss, der sich dieses Projektes annimmt. Der Ausschuss besteht aus 2 Eltern, einem Lehrer und der Verwaltung.





6.    Die Uniformen:
Wir waren in der Lage, die Schuluniformen für die Mödchen zu bezahlen. Durch etwas andere Größen erhöhten sich die Kosten ein wenig, aber wir haben  Pläne, um diese kleinen Änderungen aufzufangen. Die Mädchen wachsen sehr schnell aus ihren Größen heraus. Siehe beigefügte Empfangsbestätigung.



7.    Kooperation mit Help Lesotho:
Help Lesotho hat für die Patenkinder bezahlt wie vereinbart. Dies hat die Zahl der Waisen und bedürftigen Kinder, denen von Yes we care! e.V. geholfen wird, erhöht.


Stephanie Ball mit Patenkind


8.    Kommunikation:
Wir haben noch nicht ganz herausgefunden, wie man den Router richtig verwendet, aber ich habe die große Hoffnung, dass er für die gesamte Schule einsetzbar sein wird, wenn wir die Computer an der Schule vernetzen werden. Herausforderungen der Technik! Ich arbeite hart, um zu verstehen, wie er arbeiten sollte, sodass meine Kommunikation mit euch und unser Zugang zur Welt sich wirklich verbessern kann. Dies ist der einzige Rückschlag bei unseren Projekten. Aber ich bin zuversichtlich. Wir arbeiten, wir verzweifeln nicht.


9.    Überweisungen an die Pitseng High School von Yes we care! e.V.:
Das Geld für die Uniformen in Höhe von 31.735,34 Maloti wurde am 15. Juni 2012 auf unser Konto eingezahlt und wurde alles verwendet. Wir danken euch sehr dafür.
Das weitere Geld  über 248.976,00 Maloti wird verwendet, wie ihr bestimmt habt. Siehe die Quittungen für die Schweine und die Kosten für das Toiletten-Projekt.


10.    Elektrizität:
Der Strom war eine Herausforderung in diesem Winter. Stephanie wird ihre Erfahrungen mitteilen: kaltes Wasser, Dunkelheit, keine Verbindung zum Internet usw. Dank an Stephanie, die die notwendigen Informationen für das Solarprojekt gesammelt hat. Ich hoffe, es wird so  erfolgreich wie unsere anderen gemeinsamen Projekte.


 

Gott segne Euch, Yes we care! e.V., und Deutschland und alle in der in der  Welt, die an diesem großen Projekt mitwirken. Yes we care! e.V. - Danke für Eure Anteilnahme!

 

Die Hilfe von Frau Makabelo in der Kommunikation mit euch ist eine weitere Erleichterung für mich. Bitte, kommuniziert weiterhin durch sie mit mir, wenn ich keinen Kontakt zu euch herstellen kann.

 

Vielen Dank an alle.
Sr Alice Mputsoe (Schulleiterin)



Pitseng Hich School im Winter (aufgenommen im August 2012)

Geschrieben von Irina André-Lang
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Am 18. Mai 2012 besuchten Monika Witt, meine beste Freundin aus Deutschland und Mitglied unseres Vereins Yes we care! e.V., und ich erneut die Pitseng High School. Wir überbrachten fünf schwere Kisten voller Schulmaterialien, die von einem südafrikanischen Schulbekleidungs-geschäft für die Schüler/innen gestiftet worden waren, sowie drei große Kisten voller gebrauchter Kleidung und 25 Steinschleudern, die von einem Lehrer für den Sportunterricht gewünscht worden waren.

Dabei konnten wir beobachten, wie die Schüler/innen begeistert mit den Bällen im Schulhof spielten, die wir ihnen bei früheren Hilfstransporten mitgebracht hatten. Wir trafen außerdem fast alle der Patenkinder, die über unseren Verein Yes we care! e.V. vermittelt gesponsert werden. Alle waren fröhlich, weil sie einen schulfreien Feiertag mit vielen sportlichen Aktivitäten genießen konnten. Es ist einfach wunderbar, dass wir allen sechzehn Kindern, die uns im Januar 2012 von der Schulleitung als besonders bedürftig ans Herz gelegt worden waren, inzwischen Paten vermitteln konnten! Sie können sich jetzt alle ohne die Angst, aus finanziellen Gründen die Schule verlassen zu müssen, auf ihre Studien konzentrieren.

In Lesotho beginnt im Mai der Winter und wir konnten sehen, wie trocken und karg der Boden seit unserem letzten Besuch im Sommer geworden ist. Der Mais steht kurz vor der Ernte und schaut recht kümmrig aus.

Monika Witt konnte sich bei diesem ersten Besuch in Lesotho ein Bild von der Situation der Kinder an der Schule machen. Wir besuchten die Klassenzimmer und Schlafräume, sowie die drei Milchkühe, die inzwischen alle ihre gesunden Kälber bekommen haben: Lindau, Mango und Koko. Mango und Koko werden als männliche Tiere verkauft werden, wenn sie etwas größer geworden sind. Die Kühe geben fleißig Milch, die teilweise noch an die Kälber verfüttert wird. Die Kinder freuen sich schon immer auf den Donnerstag, an dem die von allen geliebte Sauermilch an die Schüler/Innen verteilt wird.

Mit der Schulleiterin Sister Alice und den Lehrerinnen des Anti-Aids-Clubs (Mrs. Tau, Mrs. Makabelo und Agnes) haben wir noch einmal die weiteren Planungen besprochen. Wie immer wurde uns aufgetragen, die tiefe Dankbarkeit der Schule, der Leitung, der Lehrer/innen und Schüler/innen an alle unsere Unterstützer/innen, Spender/innen und Paten zu übermitteln.
Ohne Ihre Hilfe gäbe es weniger Hoffnung, weniger Freude und mehr frierende und (bildungs-) hungrige Kinder in Pitseng!  Kea leboha! Vielen Dank!

Geschrieben von Peter Lang, Ulrike Völkmann und Irina André-Lang
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Zweite Mitgliederversammlung des Vereins Yes we care! e.V.
am 15.07.2012 in Köln

Unsere Mitglieder stehend von links nach rechts: Nicolai André, Joachim André, Helga Ahlbach, Anne Lattasch, Stefan Friehl, Monika Witt, Peter Lang, Frowine André, Iver Lauermann, Heilgard André, Paul André, und sitzend:  Ulrike Völkmann und Irina André-LangUnsere Mitglieder stehend von links nach rechts: Nicolai André, Joachim André, Helga Ahlbach, Anne Lattasch, Stefan Friehl, Monika Witt, Peter Lang, Frowine André, Iver Lauermann, Heilgard André, Paul André, und sitzend: Ulrike Völkmann und Irina André-Lang


Am Sonntag, 15.07.2012, fand in Köln unsere zweite Mitgliederversammlung statt. Am Ende waren alle Mitglieder anwesend und freuten sich über die großen Fortschritte, die der Verein im letzten Vereinsjahr gemacht hat. Die Umsetzung der Aufträge der ersten Mitgliederversammlung vom Vorjahr  war erfolgreich gelungen:  Unser Verein hat  den fünften  Hilfstransport nach Pitseng in Lesotho durchgeführt, die Pitseng High School wurde finanziell bei Renovierungen und bei der Anschaffung von Nutztieren zur Verbesserung der Ernährung der Kinder unterstützt. Darüber hinaus haben wir im Januar 2012 unser  Patenschafts-Programm begonnen, in dem bereits 19 Kinder von Pat/innen aus Deutschland finanziert werden! Es wurde ein ansprechender und informativer Flyer erstellt und unsere Homepage www.yeswecare-ev.de ging an den Start, die hoffentlich viele Besucher/innen haben wird.

Auch bei Facebook http://de-de.facebook.com/pages/Yes-we-care-eV/105647209541067 und Google+ https://plus.google.com/106994832121256703567 kann man unseren Verein jetzt finden.

Die diesjährige Spenden-Vortragsreise von Irina André-Lang ist sehr erfolgreich angelaufen und wird ab Anfang September fortgesetzt – es kommen immer noch neue Anfragen, die wir möglichst alle noch „unterbringen“ wollen, auch wenn der Terminplan bereits jetzt fast keine Lücken mehr hat.

Für das aktuelle Vereinsjahr wurde die Richtung festgelegt: Der Vereinssitz wird nach Regensburg verlegt und die Fördermitgliedschaft eingeführt, die Satzung entsprechend geändert, ein sechster Hilfstransport nach Lesotho im März 2013 geplant, zudem wurden die Finanzierung weiterer Renovierungen an der Pitseng High School sowie weitere Anschaffungen von Nutztieren und die Starthilfe für ein Schulbuch-Verleih-System für die Abschlußklasse an der  Schule beschlossen. Als größeres Projekt in der Zukunft werden Vorbereitungen für eine möglichst autarke Energieversorgung zur Sicherung von Elektrizität und Wasser für die Schule getroffen. Von August bis September 2012 wird eine Regensburger Lehrerin an der Pitseng High School mithelfen. Alle Mitglieder werden versuchen, weitere Pat/innen für die bedürftigen Kinder in Pitseng zu finden.

Die meisten Mitglieder waren bereits einen Tag zuvor angereist und kamen dadurch in den Hochgenuss, am Rhein ein wunderbares Feuerwerk im Rahmen der „Kölner Lichter“ erleben zu dürfen – und sogar echte Polarlichter wurden beobachtet (aufgrund des aktuell besonders starken „Sonnensturms“)! Nach einer sehr konzentrierten und effektiven Versammlung traten die Mitglieder am Sonntag  ihren teilweise weiten Heimweg an.

Wir freuen uns darauf, was wir in diesem Vereinsjahr gemeinsam mit unseren großzügigen Spender/innen und Unterstützer/innen für die Kinder in Pitseng erreichen werden, und bedanken uns schon jetzt bei  allen, die uns dabei helfen!

Geschrieben von Annabelle Forster
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Mein erster Trip nach Lesotho

 

Am 14.03.2012 ging unsere Reise nach Pitseng um fünf Uhr morgens von Clarens los. Im Gepäck zwei voll beladene Hänger mit Hilfsgütern für fast tausend Kinder. Als Erste an der Grenze fuhren wir schon um sieben Uhr morgens in Lesotho ein. Sofort informierten wir die Lehrer in der Schule, dass sie in knapp zwei Stunden mit uns rechnen durften. Schon am Telefon konnten wir die Aufregung und Freude spüren. Nach unserer Einreise musste ich feststellen, dass wir nicht nur eine Grenze passiert, sondern auch eine Zeitreise unternommen hatten. Im Morgengrauen wirkten die Felder und vereinzelten Hüttchen  friedlich, jedoch im Vergleich zu den  fruchtbaren Feldern in Südafrika, karg und trocken. Auf unserem Weg kreuzten uns Ochsenkarren, Hirten mit ihrer kleinen Herde und Reiter auf Eseln, die mich an eine lang vergangene Zeit erinnerten.

Endlich erreichten wir die Staubstraße zur Pitseng High School. Über das ganze Gesicht strahlende, singende und tanzende Kinder kamen auf unsere Autos zugerannt und winkten uns zu. Bei diesem Anblick kann man nur eine Gänserhaut und ein Strahlen auf dem Gesicht bekommen. Es war klar, wir wurden schon lange und sehnlichst erwartet. Von der Stimmung mitgerissen begrüßten wir freudig die Lehrer und Direktorin Sister Alice. Das Lachen dieser Menschen werde ich nie vergessen. Aus tiefsten Herzen geht ein lautes, freudiges Lachen  in singendes  Glucksen über. Die Schüler bildeten sofort eine Kette und die Hänger, welche wir in drei Stunden beladen hatten, wurden von den Kindern im Nu ausgeladen. Nach unserer Begrüßung mit Blumen und vielen Umarmungen versammelten wir uns alle in der Aula. Sister Alice begrüßte uns mit einem Gebet und einer rührenden Rede. Die Stimmen des Schulchores erhellten die Aula und selbstgemachte Gedichte wurden von Schülern für uns vorgetragen.

 

Nachdem jedes Kind einen Apfel und Süßigkeiten erhalten hatte, verteilte Irina die Kleider und Decken für die Grundschüler, welche ihre Eltern durch Aids verloren hatten. Die Grundschüler sind jedoch nicht nur gleichaltrige Schüler, wie bei uns in Deutschland. Manche sechsjährige gleichen körperlich einem vierjährigen, da sie durch Unterernährung nicht wachsen konnten. Auch gibt es viele ältere Jungs, die jetzt erst in die Schule gehen können, da sie vorher jahrelang das Vieh hüten  und zu Hause arbeiten mussten. Jedes der Kinder bekam zusätzlich ein Kuscheltier, welches freudestrahlend ihren Freunden und uns präsentiert wurde.

Danach wurde die Kleidung für die älteren Jahrgänge verteilt. Manche der mitgebrachten Päckchen konnten nicht abgeholt werden, da die Kinder nicht anwesend waren. Bei Nachfrage berichtete uns Sister Alice, dass dies manchmal vorkam, dass Kinder verschwanden und nichtmehr auffindbar waren. Mögliche Gründe hierfür sind mangelnde Mittel oder der Tod der Eltern, welches dem Kind einen weiteren Schulbesuch versagt oder die Kinder versuchen eine Arbeit zu finden, um ihre Familie ernähren zu können und brechen die Schule dafür ab. Dies zeigte mir, dass es nicht selbstverständlich ist, dass diese vielen Kinder, die uns in der Aula begrüßt hatten, zur Schule gehen dürfen.

 

Am Nachmittag konnten wir 14 Kinder, die von Pat/innen über  Yes we care! e.V. zusammen mit Help Help Lesotho gesponsert werden,  treffen.  Drei der Pat/innen  tauschten Briefe mit ihrem Patenkind aus und erzählten von sich und ihren Familien. Man merkte, dass nicht nur die Kinder sich geehrt  fühlten, einen Paten von so weit weg zu haben, sondern auch die Paten stolz ihre Patenkinder  umarmten.

Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes durften wir die Schule besichtigen. Nachdem wir das Lehrerzimmer und die Räume für Werken und Naturwissenschaften gesehen hatten, wurden wir zu den neu angeschafften Kühen und Schweinen geführt. Dort erwartete uns eine freudige Überraschung. Eine der drei Kühe hatte über Nacht ihr Kalb bekommen. Stolz wurde uns das wenige Stunden alte Kalb präsentiert.  Man konnte spüren, wie wertvoll dieses kleine Wesen für die Arbeiter und Lehrerinnen der Schule war.  Nichtmehr lange, meinten sie, und die Schüler können ein Glas Milch am Tag trinken. Bei einer Ernährung, die täglich aus Maisbrei und gekochtem Kohl besteht, eine einschneidende Veränderung.

 

Wir erhielten das Privileg, dem kleinen Kälbchen einen Namen zu geben. Unsere Entscheidung fiel auf „Lindau“. Dies ist der Name meiner Heimatstadt, welche als Stadtinitiative Anteil an den gespendeten Geldern des Vereins „Wir helfen Afrika e.V.“ hat, der widerum durch Spenden an „Yes we care! e.V.“ die Anschaffung der Milchkühe ermöglicht hat.

Die drei Kühe nannten wir Khotso (Frieden), Pula (Regen) und Nala (Wohlstand), in Anlehnung an die Staatsfahne und das Motto von Lesotho.

 

Unser Weg durch die Schule führte uns weiter in die Schlafsäle der Mädchen. Mehr als dreißig Mädchen teilen sich in den unteren Klassen einen Schlafsaal, der nur Stockbetten mit dünnen Decken und einem Kissen enthält. Die Zimmerdecke der Schlafräume ist über und über mit Schimmel bedeckt, der durch die undichten Hausdächer entsteht. Auch fließendes oder warmes Wasser sucht man in den Waschräumen vergebens. Wenn man die Augen schließt kann man sich nur annähernd ausmalen, wie diese Bedingungen im Winter bei Minusgraden auszuhalten sind.  All diese Umstände lassen sich die Mädchen jedoch nicht anmerken. Mit einem Strahlen auf dem Gesicht umarmten sie mich und fragten mich Dinge, die sich Mädchen untereinander ebenso fragen. Ich bewundere diese Mädchen, die so dankbar für unsere Hilfe sind und die mir von ihren Lieblingsfächern und Freundinnen berichten, als sei ich ein Teil ihrer Gruppe.

 

Für mich war das Faszinierenste an Lesotho, dass trotz Armut, Krankheit und schwersten Lebensbedingungen, die Menschen sich gegenseitig freundlich und respektvoll gegenübertreten. Nach drei Tagen in Lesotho und dem ersten überwundenen Schock über die katastrophalen Umstände, lässt einen diese Lebensfreunde und Menschlichkeit manchmal vergessen, dass man sich in einem der ärmsten Länder dieser Welt befindet. Ich hoffe ich werde ein weiteres Mal die Möglichkeit haben, dieses Land mit seinen Menschen und die geplanten Verbesserungen an der Schule erleben zu können.

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  1. Besuch in Pitseng im Januar 2012